Du bist nicht mit dem Internet verbunden.
Galaxus Logo
Review 00

Office hui, Filme pfui: Lenovo ThinkPad E580 im Test

Dieses ThinkPad kommt mit einem i7-Prozessor, AMD Radeon RX 550 sowie 256 GB SSD. Und dies zu einem Preis von unter 850 Euro. Klingt nach einem Preis-Leistungs-Knüller.

Gegenüber Lenovos ThinkPad-Serie bin ich nicht ganz unvoreingenommen. Privat besitze ich noch immer ein ThinkPad X220 aus dem Jahr 2011. Dieses läuft und läuft, ohne daran zu denken, jemals den Geist aufzugeben. Daher assoziiere ich den Markennamen ThinkPad mit Robustheit, Zuverlässigkeit und vor allem Langlebigkeit. Mal sehen, wie sich ein aktuelles ThinkPad schlägt.

  • ThinkPad E580 (15.60", Full HD, Intel Core i7-8550U, 8GB, SSD)
  • ThinkPad E580 (15.60", Full HD, Intel Core i7-8550U, 8GB, SSD)
  • ThinkPad E580 (15.60", Full HD, Intel Core i7-8550U, 8GB, SSD)
EUR 824,–
Lenovo ThinkPad E580 (15.60", Full HD, Intel Core i7-8550U, 8GB, SSD)
Produktivität und Unterhaltung, jeden Tag.

Verfügbarkeit

Postversand

  • ca. 3 – 5 Tage
    > 5 Stück versandbereit ab externem Lager

Bei sofortiger Bestellung.
Alle Angaben ohne Gewähr.

Details anzeigen

Technische Daten der getesteten Ausführung:

  • Intel Core i7-8550U
  • AMD Radeon RX 550 2 GB
  • 8 GB RAM (SO-DIMM, DDR4-2400)
  • 256 GB SSD (M.2, PCIe 3.0 x4 / NVMe)
  • 15.6” Full-HD-IPS-Display (entspiegelt)
  • Dolby-Advanced-Audio-Lautsprecher, Dual-Array-Mikrofon und Frontkamera (720p-Videoauflösung)
  • Fingerprint Reader
  • 3-Zellen Lithium-Polymer-Akku mit 45 Wh
  • Militärstandard MIL-STD 810G
  • Windows 10 Pro

Retro-Design mit genügend Anschlüssen

Böse Zungen würden behaupten, dass dieses Teil im «Plastikbomber»-Design daherkommt. Doch das stimmt nicht, denn der Notebook-Deckel ist mit Aluminium überzogen. Mir gefällt das Design sehr gut. ThinkPads haben einfach Charme. Es ist begrüssenswert, dass selbst Designelemente aus der ersten IBM-Stunde von 1992 noch immer Bestandteil der aktuellen Serie sind. Der rote Akzent bei den Maus-Tasten ist einfach toll.

USB 3.1 Gen 2 Typ-C (Netzanschluss), HDMI, 2 x USB-3.0-Typ-A, Klinkenanschluss

Das schwarz gehaltene, robust wirkende E580 verfügt über den Militärstandard MIL-STD 810G, wiegt 2.1 Kilogramm und misst 36.9 × 25.2 × 1.99 Zentimeter (B × T × H). Was die Anschlüsse betrifft, geht Lenovo ein wenig mit der Zeit. Ein USB 3.1 Gen 2 Typ-C, der auch als Netzanschluss dient, ist an der linken Seite angebracht. Daneben befinden sich ein HDMI-Anschluss, zwei USB-3.0-Typ-A- und ein Klinkenanschluss.

SD-Slot, USB 2.0 Typ-A, RJ45-Port, Kensington-Schloss

An der rechten Seite findest du einen SD-Slot, einen USB 2.0 Typ-A, ein RJ45-Port sowie ein Kensington-Schloss. Übrigens hat Lenovo hier gegenüber dem Vorgänger E570 den VGA-Anschluss weggelassen. Dafür soll der USB-C-Anschluss mittels Adapter auch als DisplayPort-Anschluss dienen. Das klingt gut, denn der vorhandene HDMI-Anschluss kann einen externen Monitor in UHD-Auflösung mit lediglich 30 Hz bedienen.

Display: Reicht für Office

Das 15.6” grosse IPS-Display kommt mit Full-HD-Auflösung daher und ist entspiegelt. Obschon es nicht hoch auflöst, wirken Text und Bild scharf. Leider ist das auch das einzig wirklich Positive, was ich zu diesem Panel sagen kann. Die Farben wirken blass, was mir auch eine Vermessung mittels «x-rite i1Display Pro» bestätigt. Die Farbraumabdeckung ist unterirdisch – so werden bei sRGB lediglich 58.1 Prozent abgedeckt. Bei Adobe RGB sind es 41 Prozent und bei DCI-P3 42.2 Prozent.

Auch die Helligkeit kann nicht überzeugen. Auf höchster Stufe messe ich im Schnitt 235 Nits. Dabei ist die Ausleuchtung, wie auf dem Bild oben zu sehen, auch nicht regelmässig. Sie fällt in der unteren rechten Ecke deutlich ab. Der statische Kontrast des Displays beträgt 1151:1 und der dynamische 2937:1.

Grossartige Tastatur

Du bekommst auch einen Ziffernblock. Bild zeigt die Tastatur der Schweizer Version

Ich bin mittlerweile einen Tastenhub um einen Millimeter gewohnt. Dennoch freue ich mich, endlich wieder etwas mehr Tastenweg unter die Finger zu bekommen. Die 1.78 Millimeter sind in der heutigen Zeit eine Seltenheit, doch das Zehnfingersystem flutscht damit und dank klarem Auslösepunkt besser. Von der Lautstärke her gehört die Tastatur zu den eher leiseren Modellen. Ein weiteres Plus und heutzutage auch eine Seltenheit ist der Ziffernblock, welcher für ein Office-Gerät Pflicht sein sollte. Die Tastatur verfügt über eine zweistufige Hintergrundbeleuchtung

Das Touchpad misst 10 × 6.8 cm und die Oberfläche besteht aus Kunststoff. Diese fühlt sich im Vergleich zu einer Glasoberfläche etwas weniger glatt an, doch flutscht der Zeiger genauso geschwind und zielgenau. Auch Gesten funktionieren problemlos. Das Touchpad hat integrierte Klicktasten. Ausserdem findest du, wie für ThinkPads gewohnt, oberhalb des Pads drei weitere Maustasten, welche zum roten Trackpoint gehören. Dieser befindet sich zwischen den Tasten «G», «H» und «B». Das Gute an dem kleinen Noppen ist, dass du die Maus steuern kannst, ohne die Hände von den Tasten wegzubewegen. Zum Klicken benutzt du die erwähnten Tasten, wobei die mittlere zum Scrollen benutzt wird.

Lautsprecher, die auch mit Zertifizierung schlecht klingen

Wow, die vor der Tastatur seitlich unter dem Chassis angebrachten Stereo-Lautsprecher haben eine Dolby-Advanced-Zertifizierung. Doch das Geld für diese hätte sich Lenovo getrost sparen können. Der Sound klingt beinahe so, wie ich es von meinem Fisher-Price-Radio aus der Kindheit gewohnt bin. Will heissen, wie aus der Dose. Es ist egal, welches Genre ich höre, tiefe Frequenzen klingen stets dumpf und in den Mitten geht gefühlt die Hälfte der Frequenzen verloren. Lediglich die Höhen klingen sauber. Immerhin passen die Lautsprecher zum Display und verhelfen somit beim Filmeschauen zu einer einheitlich minderen Ausgabequalität.

Akkuleistung: Youtube-Dauerstreaming

Beim Dauerstreaming mit Youtube stelle ich die Helligkeit des Displays auf die mittlere Stufe. Der automatische Shutdown kommt nach 7 Stunden und 19 Minuten. Dies ist ein eher bescheidenes Ergebnis, welches beispielsweise auch das Dell XPS 15 erreicht hat.

Anmerkung: Im Office-Alltag hält der Akku gut. Ich erreiche, abhängig von den Tätigkeiten, um die 9 Stunden.

Akkuleistung: Stresstest mit HeavyLoad und Furmark

Um sämtliche Hardware an die Grenzen zu bringen, lasse ich den Stresstest HeavyLoad sowie FurMark mit höchster Bildschirmhelligkeit gleichzeitig laufen. Der Akku macht nach 1 Stunden und 7 Minuten schlapp, was eine eher moderate Leistung ist.

CPU

Der Intel Core i7-8550U wurde im dritten Quartal 2017 eingeführt und ist ein sparsamer 64-bit Quad-Core-SoC – also gedacht für mobile Endgeräte. Er basiert auf einer verbesserten Version der Kaby-Lake-Mikroarchitektur und wird mit der erweiterten zweiten Generation des 14-nm+-Prozesses hergestellt. Er arbeitet mit einer Taktrate von 1.8 GHz, hat einen Turbo-Boost von bis zu 4 GHz und eine TDP von 15 Watt. Die Leistungsaufnahme kann herstellerseitig auch auf 10 Watt runter- oder 25 Watt hochgeschraubt werden, wodurch sich die Taktrate auf 800 MHz verringert respektive auf 2 GHz erhöht. Die hier verbaute Variante ist mit 1.8 GHz getaktet.

Auf dem Chip steckt auch Intels UHD Graphics 620, welche mit 300 MHz läuft und eine maximale dynamische Frequenz von 1.15 GHz aufweist.

Grafikkarte

Die mobile Einsteiger-GPU Radeon RX 550 von AMD wurde im Juli 2017 eingeführt und basiert auf dem Lexa-Grafikprozessor. Sie wird im 14-nm-Prozess hergestellt und unterstützt die eingeschränkte Feature-Liste von DirectX 12. Die hier verbaute Version verfügt über 2 GB GDDR5 Video-RAM, welche über eine 128-Bit-Schnittstelle angebunden sind. Die GPU arbeitet mit einer Frequenz von 1100 MHz und hat einen Boost von bis 1287 MHz. Die TDP beträgt 50 Watt.

Performance: Cinebench R15

Mit Cinebench R15 von Maxon kannst du testen, wie sich dein PC beim Rendern von Cinema-4D-Inhalten schlägt. Prozessoren mit mehr Cores werden hier immer ein besseres Resultat liefern. Falls du Prozessoren mit Cinebench R15 vergleichen möchtest, geht das nur, wenn beide Prozessoren über gleich viele Threads verfügen.

So schlägt sich das ThinkPad:

Hätte dieses Gerät keine dedizierte Grafikkarte eingebaut, müsste es auf den auf dem SoC integrierten Grafikprozessor UHD Graphics 620 zurückgreifen. Mit diesem lägen um die 52.11 fps drin, wie das mit dem 620er ausgerüstete Microsoft Surface Pro 6 zeigt. Das bedeutet, dass die hier verbaute AMD Radeon RX 550 einen Leistungszuwachs von rund 26 Prozent bringt.

Mit den erreichten 558 CPU-Punkten und den 65.53 fps bringt das E580 eine ähnliche Leistung, wie das Zenbook 14 von Asus, welches mit Intel Core i5-8265U und Nvidia GeForce MX150 ausgestattet ist und auf 569 CPU-Punkte sowie 81.04 fps kommt.

Performance: Geekbench 4

Bei Geekbench 4 handelt es sich um einen plattformübergreifenden Benchmark. Er läuft auf Windows, MacOS, Linux, Android und iOS. Bei der Version 4 des CPU-Benchmarks widerspiegelt der Basiswert von 4000 Punkten die Leistung eines Intel Core i7-6600U, der mit 2.60 GHz getaktet ist. Nebst simulierten realen Szenarien, mit welchen die CPU getestet wird (single-core und multi-core), kann Geekbench auch die GPU-Leistung in Bereichen der Bildverarbeitung und dem maschinellen Sehen ermitteln. Du kannst dank dem Geekbench-Brower auch die Resultate mit anderen Systemen vergleichen.

Geekbench-Resultate des ThinkPad:

Auch das hier erreichte Resultat ist mit dem Zenbook 14 vergleichbar. In Sachen CPU-Score liegt das ThinkPad leicht vorne (das Zenbook 14 erreicht 4495 Single-Core-Punkte und 13 999 Multi-Core-Punkte). Dafür unterliegt es beim OpenCL-Benchmark mit 31 992 zu 41 825 Punkten.

Falls du dir die Benchmark-Resultate im Detail ansehen möchtest:

Fazit: Gute Preis-Leistung mit zwei Makel

Lenovo hat meine Vorliebe für ThinkPads mit dem E580 nur ein wenig getrübt. Mit diesem Gerät erhältst du ein für den Preis grosszügig ausgestattetes Office-Notebook im 15.6-Zoll-Format. Über die Schönheit des retro-angehauchten Designs kann man sich streiten. Es wirkt robust und ist vor allem gut durchdacht. Du bekommst viel Power (i7-Prozessor, dedizierte Grafikkarte), genügend Speicherplatz und Anschlüsse, eine exzellente Tastatur sowie Akkupower für einen Arbeitstag.

Leider hat das Gerät zwei Makel. Das Display reicht gut fürs Arbeiten im Office, doch ist es mit 235 Nits leider nicht das hellste. Ausserdem ist es schlecht ausgeleuchtet und, ich kann es nicht anders schreiben, die Farbraumabdeckung ist unter aller Sau. Bei sRGB erreicht es gerade mal 58.1 Prozent. Beinahe jeder aktuelle externe IPS-Monitor erreicht fast 100 Prozent. Um das Filmeschauen nicht nur mit einer schlechten Farbwiedergabe zu vermiesen, hat das gute Teil passend auch eine Audio-Ausgabe aus der Dose.

Solltest du ein performantes Arbeits-Notebook für den Office-Alltag suchen, wirst du mit diesem ThinkPad glücklich. Willst du aber mehr damit anstellen, kann ich hier keine Kaufempfehlung aussprechen.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

<strong>Microsoft Surface Pro 6:</strong> Top Gerät, das überzeugt, ich aber dennoch nicht kaufe

Microsoft Surface Pro 6: Top Gerät, das überzeugt, ich aber dennoch nicht kaufe

Avatar

Martin Jud, Hamburg

  • Editor
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

Keine Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.