
17 Milliarden Strafe und Zeitlimit: Meta betreibt Schadensbegrenzung
Meta muss handeln: Neu gilt in den USA eine Nutzungsdauer von zwei Stunden täglich für Facebook und Instagram. Ausserdem werden Strafzahlungen von 17 Milliarden US-Dollar fällig. Trotzdem hat Meta Glück.
Im grossen Prozess gegen Meta – 47 der 50 Staaten gehörten zu den Klägern – konnte ein Vergleich erzielt werden. Die klagenden Staaten warfen dem Konzern vor, mit Facebook und Instagram aktiv die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu gefährden. Konkret passiere dies mit süchtig machenden Funktionen auf den Portalen. Der Prozess wird nun eingestellt. Im Gegenzug verpflichtet sich Meta zu einer Strafzahlung von 17,1 Milliarden US-Dollar und einigen Änderungen in den Funktionen von Facebook und Instagram
Mitbewerber sollen auch zahlen
Die gut 17 Milliarden Dollar sind in mehrere Zahlungen aufgesplittet. Zunächst zahlt Meta einen Betrag von zwölf Milliarden, verteilt auf zehn Jahre. Die restlichen gut fünf Milliarden werden nur fällig, wenn sich die Konkurrenz auf ähnliche Vergleiche einlässt. Will heissen: SnapChat, TikTok und YouTube.
Diese Voraussetzung hat sich Meta in diesem Deal ausbedungen. Denn wenn Meta die einzige Firma ist, die diese neuen Funktionsbeschränkungen eingeht, wechseln die Jugendlichen auf andere Plattformen. Dadurch geht Meta Geld verloren. Dies fördert auch den Anreiz für andere Unternehmen, ebenfalls auf solche Vergleiche und «Pauschalbussen» einzugehen. Die Gefahr, dass die eingeklagte Summe sonst höher wird, ist gross.
Unabhängig von dieser Strafe macht Meta eine Zahlung an den Staat Texas wegen ähnlicher Vorwürfe in einem separaten Verfahren. Das Geld soll unter anderem in psychologische Angebote für Jugendliche und aufklärende Schulprogramme fliessen.
Was muss Meta auf den Plattformen ändern?
In den USA ändert sich nun Verschiedenes. Meta stoppt das «Doomscrolling», also das naht- und endlose Scrollen durch Millionen von Videos. Zudem führt das Unternehmen ein Nutzungslimit von zwei Stunden pro Tag auf seinen Plattformen ein. Auch punkto Uhrzeit gibt es Einschränkungen: Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens sowie während der Schulzeit bis 15 Uhr werden keine Benachrichtigungen gepusht. Inhaltlich schränkt Meta ausserdem Beauty-Filter und Like-Zähler ein und setzt auf ein neues, ausgebautes System zum Alterscheck. Sollten TikTok und Co. sich auch auf solche Limits einlassen, wird Meta die tägliche Nutzungsdauer gar auf eine Stunde täglich senken. Auf Europa sollte das Ganze zunächst noch keine Auswirkungen haben. Wie sich dies aber weiterentwickelt, ist noch unklar.
Fazit: Meta kommt glimpflich davon
Durch diesen Vergleich macht Meta zwar gewisse Zugeständnisse. Diese sind aber klar kalkuliert. Denn so beenden sie ein Verfahren, in dem ursprünglich eine Strafzahlung von 200 Milliarden gefordert wurde. Auch ein anderes Verfahren aus dem Bundesstaat Tennessee – dort ging es um Konsumentenrechte – wurde eingestellt.
Anders sieht es bei privaten Klagen aus: Gewisse Schuldistrikte und Einzelpersonen klagen unter anderem ebenfalls gegen Meta. Die ersten Verfahren beginnen bereits im Oktober. Deren Ausgang wird noch einige Zeit auf sich warten lassen und ist ungewiss.
Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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