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Im Januar brachte Lego besonders viele neue Sets auf den Markt. Welche überzeugen als Objekte, wo macht der Bau Spass und was bleibt danach wirklich stehen?
Der Januar gehört bei Lego traditionell zu den stärksten Monaten. Viele neue Sets kommen gleichzeitig auf den Markt, verteilt über verschiedene Themenwelten. Ich habe mir bewusst die Sets ausgesucht, die ich spannend finde: Pflanzen für die Wohnung, ein Art-Set fürs Regal und zwei Fahrzeuge mit sehr unterschiedlichem Anspruch.
Beim blühenden Kaktus geht es nicht um Komplexität oder Technik, sondern um Wirkung. Der Bau verläuft ruhig, überschaubar und klar strukturiert. Er fordert nicht heraus und überrascht kaum. Genau das ist hier offensichtlich auch nicht das Ziel.

Entscheidend ist das fertige Objekt. Und das überzeugt mich. Der Kaktus ist stimmig proportioniert, die Blüten setzen gezielte Akzente, ohne aufdringlich zu wirken. Das Set steht sichtbar in meiner Wohnung, und ich schaue es gerne an.
Ganz makellos ist das Set nicht. Der Topf wirkt funktional, aber wenig elegant, und bei genauerem Hinsehen zeigen sich kleine Unsauberkeiten in der Oberfläche. Im Alltag fallen sie jedoch kaum auf.
Die Friedenslilie steht automatisch im Vergleich zum Kaktus, da beide aus derselben botanischen Reihe stammen. Der Bau verläuft ähnlich und richtet sich ebenfalls klar an Erwachsene. Die Idee, verschiedene Blütenstadien darzustellen, ist grundsätzlich spannend und sorgt für etwas Abwechslung.

Trotzdem hat mich die Friedenslilie weniger überzeugt. Der grösste Schwachpunkt ist für mich der Topf. Farbwahl und Form wirken unruhig und passen aus meiner Sicht nicht gut zur Pflanze. Während der Kaktus als Gesamtobjekt harmonisch wirkt, bleibt die Friedenslilie nach meinem Geschmack optisch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Das Set ist keineswegs schlecht. Es ist sauber umgesetzt und fügt sich problemlos in die Botanical-Reihe ein. Aber im direkten Vergleich fehlen ihm die Selbstverständlichkeit und der Charme des Kaktus. Wenn ich mich entscheiden müsste, welches von beiden stehen bleibt, wäre die Wahl klar.
Auf den ersten Blick erinnert die japanische Kirschblütenlandschaft an ein typisches Lego-Art-Set: flächig, dekorativ und klar auf das Resultat ausgerichtet. Beim Aufbau bestätigt sich das teilweise: Der Bauprozess ist technisch nicht besonders fordernd, vieles funktioniert über wiederholte Muster.

Entscheidend ist hier aber das fertige Objekt. Die boxartige Form gibt dem Bild eine echte Tiefe, die über ein reines Wandmosaik hinausgeht. Elemente im Vordergrund, eine klar strukturierte Ebene in der Mitte und Details im Hintergrund erzeugen räumliche Wirkung. Dadurch wirkt das Set lebendiger, als es Fotos oft vermitteln.
Optisch gefällt mir das sehr gut. Farben, Motive und Komposition greifen sauber ineinander. Es ist nicht einfach ein Lego-Set, sondern fast ein kleines Designobjekt. Der Bau selbst bleibt Mittel zum Zweck, aber der Zweck ist hier klar erreicht.
Der DeLorean ist das unprätentiöseste Set in dieser Auswahl. Das Modell ist klein, schnell gebaut, preislich überschaubar und stellt keine grossen Ansprüche. Genau darin liegt seine Stärke.

Der Bau geht flott, die Referenzen zum Film sind klar erkennbar, und das Modell steht stabil da. Es fühlt sich nicht wie ein Kompromiss an, sondern wie ein bewusst einfach gehaltenes Set. Gerade deshalb eignet es sich auch sehr gut als Geschenk für Fans der Filme ebenso wie für Menschen, die einfach Freude an einem schnellen Lego-Projekt haben wollen.
Du baut es, stellt es hin, und es macht Freude. Manchmal reicht das völlig.
Der Porsche ist das technisch anspruchsvollste Set in dieser Runde. Der Bau ist dicht, konzentriert und macht Spass. Hier habe ich das Gefühl, tatsächlich etwas zu konstruieren, nicht nur zusammenzustecken. In dieser Hinsicht überzeugt das Set klar.

Beim fertigen Modell wird mein Eindruck ambivalenter. Die Farbgebung ist schlicht nicht mein Geschmack. Das ist subjektiv, gehört aber zur ehrlichen Einordnung dazu. Dazu kommt eine grosse Menge an Stickern, die viel Geduld verlangen und das Bauerlebnis stellenweise bremsen. Ich habe sie bewusst weggelassen, weil sie für mich mehr Frust als Mehrwert gebracht hätten.
Unterm Strich bleibt ein Set, das ich gerne gebaut habe, dessen Resultat mich aber weniger abholt, als ich es mir erhofft hatte. Es ist kein schlechtes Set, aber es zeigt gut, dass Bauvergnügen und langfristige Begeisterung nicht immer deckungsgleich sind.
Der Januar zeigt Lego in sehr unterschiedlichen Rollen. Als Dekoration, als Kunstobjekt, als Nostalgieträger und als Technikspielzeug. Kein Set in dieser Auswahl ist ein Totalausfall, aber nicht jedes überzeugt auf derselben Ebene.
Am meisten bleiben jene Sets hängen, die als Objekt funktionieren: der Kaktus, die Kirschblütenlandschaft und sogar die kleine Zeitmaschine. Sie stehen da, erzählen eine Geschichte und fügen sich selbstverständlich in den Alltag ein. Komplexität ist dafür nicht zwingend nötig. Vielleicht ist genau das die spannendste Erkenntnis dieses Lego-Januars: Dass der Wert eines Sets nicht nur im Bau liegt, sondern darin, was danach bleibt.
Wie fällt dein Eindruck aus? Mich interessiert besonders, ob bei dir eher der Bau zählt – oder das, was am Ende stehen bleibt.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
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