5 Tipps für angehende Landschaftsfotografen
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5 Tipps für angehende Landschaftsfotografen

Manuel Bachmann
Manuel Bachmann
Hauptlager Wohlen, am 01.10.2016
Es ist mal wieder soweit! Viele eurer Freunde waren in den Herbstferien und just werden romantische Bilder vom Meer, inklusive romantischem Sonnenuntergang und malerischen Städtchen auf sozialen Medien geteilt. Zwei Gedanken, die dir dabei sofort durch den Kopf gehen. Neid und «Nichts wie ab in die Ferien, genau solche Fotos will ich auch machen!».

Doch bitte erst mal Ruhe bewahren. Tolle Landschaftsbilder müssen nicht zwingend im Ausland entstehen. Auch hier in der Schweiz können mit Geduld und guter Planung tolle Bilder entstehen. Ich erklär euch das Vorgehen, welche Ausrüstung ihr benötigt und auf was ihr achten müsst.

1. Planung

Die Planung ist mitunter einer der wichtigsten Aspekte wenn es darum geht, schöne, stimmungsvolle und gelungene Landschaftsbilder zu schiessen. Einige der besten Fotos entstehen durch sorgfältige Planung und viel Zeit. Das Motto «Zur rechten Zeit, am rechten Ort» kann wörtlich genommen werden! In den seltensten Fällen werden Sonnenuntergänge am Strand in Luzern um 13:00 Uhr aufgenommen. Gerne werde ich aber eines Besseren belehrt.

Wie plant man nun das perfekte Bild? Zuerst muss man sich genau damit befassen, was man fotografieren möchte und um welche Zeit. Ein Beispiel: Ich möchte den Sempachersee im Abendrot ablichten. Somit prüfe ich zuerst den Wetterbericht der kommenden Tage. Wenn möglich, sehe ich mir die verschiedenen Stellen zum Fotografieren – die in Frage kommen – vor Ort an. Danach entscheide ich, welcher mir passt und von welchem ich denke, das schönste Motiv zu erhalten. Wichtig zu wissen ist auch, wo und zu welcher Zeit die Sonne untergeht. Hier wirkt die Gratissoftware «The Photographer's Ephemeris» wahre Wunder.

2. Ausrüstung

Sicherlich schon mal eine Kamera mit Objektiv, vorzugsweise Weitwinkel. Da meist mit längeren Belichtungszeiten gearbeitet wird, benötigt man nicht zwingend lichtstarke Optiken. 18-55mm Kitlinsen reichen hier völlig. Ein Stativ ist eigentlich ein Muss, da man bei der Landschaftsfotografie nicht immer aus der Hand fotografieren kann oder sollte. Das Stativ hält die Kamera ruhig, was besonders bei längeren Belichtungszeiten unumgänglich ist, da Fotos ansonsten unscharf oder verwackelt werden.

Optional aber sehr von Vorteil, wären zudem ein Funkfernauslöser sowie ein Polfilter (evtl. auch ein Grauverlaufsfilter). Der Funkfernauslöser hilft, Vibrationen durch das Betätigen des Auslösers zu eliminieren. Wer keinen hat, kann auch die Auslöseverzögerung der Kamera nutzen. Der Polfilter hilft, Kontraste und Sättigung des Bildes zu erhöhen und reduziert zudem ungewollte Reflektionen auf der Wasseroberfläche oder auf Glas. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Die Ergebnisse, die man durch den Polfilter erhält, sind abhängig vom Winkel der Kamera zur Sonne (im Idealfall 90°)

3. Bildkomposition

Bei der Komposition des Bildes helfen der «Goldene Schnitt» oder auch die «Drittel-Regel» weiter. Bei der Drittel-Regel wird das Bild gedanklich in neun gleiche Teile geschnitten. Man zieht zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien, sodass alle neun Teile gleich gross sind. Das zu fotografierende Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte oder längs an einer Linie platziert.

Die Schärfe-Einstellhilfen vieler Kameras sind in der Suchermitte angeordnet, somit liegt auch das Hauptmotiv häufig zentral im Bild. Solche Bilder wirken oft wenig harmonisch, langweilig und statisch. Hier dient die Drittel-Regel als einfaches Hilfsmittel, um dem entgegenzuwirken.

4. Einstellungen

Zur Einstellung an den Filtern:

Der Polfilter kann soweit gedreht werden, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Meist zur Reduzierung von unerwünschten Reflektionen oder zum Erhöhen von Kontrast und Sättigung.

Zur Einstellung an der Kamera:

Um möglichst gute Bildqualität zu erreichen, empfiehlt es sich, den ISO (zu Analogzeiten ASA) möglichst tief zu halten (ISO 64, 100) um Bildrauschen zu minimieren. Bei der Wahl der Blende ist man mit f/5.6 oder f/8.0 recht gut beraten. Je nach gewünschter Schärfentiefe auch mehr wie z.B. f/16. Die Verschlusszeit richtet sich dann nach dem gewählten ISO und der gewählten Blende und ist somit meist eher tiefer (z.b. 1/8sek oder tiefer, je nach vorhandenem Licht). Da die Kamera idealerweise auf einem Stativ steht, spielt dies weniger eine Rolle. Wer jedoch Wasser auf dem Foto haben möchte, welches viel Bewegung ins Bild bringt, der benötigt eine höhere Verschlusszeit. Hierfür muss entweder die Blende reduziert oder ISO erhöht werden. Wer ohne Funkfernauslöser arbeitet, dem empfiehlt sich die Auslöseverzögerung (und falls vorhanden die «Spiegelvorauslösung») der Kamera zu aktivieren, um kleine Erschütterungen zu minimieren. Kleiner Tipp: Stativ nicht zu hoch einstellen, sondern eine tiefere Position für die Kamera wählen, oft wirkt dies interessanter. Am besten selber ausprobieren und vergleichen.

5. Bildbearbeitung

Da die meisten Fotos im «.jpg»-Format gespeichert werden ist die Nachbearbeitung am heimischen PC eigentlich fast unnötig. Zum einen weil sich JPGs nur bedingt zur Nachbearbeitung eignen, zum anderen verfügen aktuelle Kameras bereits über sehr gute Bildverarbeitung. So werden Spitzlichter reduziert und dunkle Partien bereits leicht nachbelichtet, was ganz gute Ergebnisse liefert. Wer jedoch im «.raw»-Format fotografiert, kann in Photoshop noch einiges aus seiner Datei herausholen. Je nach Bild können Kontrast und Sättigung erhöht und gut nachgeschärft werden, falls nötig. Wer ein Fan von HDR ist, findet online auch gute Freeware, welche dies recht gut umsetzt.

Und jetzt raus mit euch!

Das waren also meine 5 Tipps für das Fotografieren von Landschaften. Ich hoffe, sie waren verständlich und helfen euch dabei, (noch) bessere Fotos zu schiessen! Zudem freue ich mich über jegliches Feedback in den Kommentaren.

Anbei findet ihr noch meine Empfehlungen für Nikon- und Canon-Fans in jeweils drei verschiedenen Preiskategorien. Ich wünsche euch viel Spass und tolle Stunden hinter der Kamera. Und nicht vergessen, Übung macht den Meister.

Nikon – Die Ausrüstung

Die günstige Preiskategorie

Nikon D5300 Body (24.78MP, 5FPS, GPS, WLAN)
438,–
Sigma 17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro C, Nikon F DX

Die mittlere Preiskategorie

Nikon D750 Body (24.30MP, 6.50FPS, WLAN)

Die «Geld interessiert mich nicht»-Preiskategorie

Kamera
Nikon D810 Body - 3 Jahre Nikon Swiss Garantie (36.30MP, 7FPS)
17

Canon – Die Ausrüstung

Die günstige Preiskategorie

Kamera
Canon EOS 100D Body (18.50MP)
419,–
Sigma 17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro (C), Canon EF-S

Die mittlere Preiskategorie

Kamera
Canon EOS 6D Body (20.20MP, 4.50FPS, GPS, WLAN)
23
EF 17-40mm f/4L USM
Objektiv
Canon EF 17-40mm f/4L USM
4

Die «Geld interessiert mich nicht»-Preiskategorie

Canon EOS 5D Mark IV Body 3 Jahre Premium-Garantie (30.40MP, 7FPS, GPS, WLAN)
Objektiv
Canon EF 16-35mm, f/2.8L III USM
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Manuel Bachmann
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Senior Returns Assistant, Hauptlager Wohlen

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