Allo heisst der neue Messenger aus dem Hause Google.
Allo heisst der neue Messenger aus dem Hause Google.
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Allo: Wie schlägt sich Googles neuer Messenger im Vergleich mit WhatsApp und Co.?

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 22.09.2016
Mit Allo hat Google einen neuen Messenger ins Feld geführt. Damit kommt die Frage auf, welcher Messenger dann der beste ist. Die Antwort: Tja… kommt drauf an.

Google Allo soll den Messenger neu erfinden, hofft Google. Allo soll alle anderen Messenger überflüssig machen, hoffen Android-Fans. Was ist Allo überhaupt, fragt sich der Rest der Welt.

Fangen wir am Anfang an. Allo hat einen Werbespot. Der sieht so aus:

Sieht definitiv wie ein Messenger aus.

In der Schweiz ist Allo zwar noch nicht offiziell erhältlich, die digitec Redaktion konnte die App dennoch bereits testen. Die App spricht derzeit nur Englisch, aber da wir dieser Sprache mächtig sind, war das kein grosses Hindernis.

Der erste Eindruck: Allo sieht sehr schick aus. Im Vergleich mit WhatsApp fühlt sich das Interface modern und leicht an. Zu Beginn war es noch etwas kahl und steril, doch schon nach einem kurzen Gespräch mit dem Redaktionskollegen und dem Versand erster Bilder stellt sich heraus, wieso das Interface ein bewusstes Understatement ist: Die versendeten Inhalte nehmen den Grossteil des Bildschirms ein

Allo nutzt viel Platz für versendete Inhalte und wenig für Layout

Inhalt wird gross geschrieben. Emojis werden nicht auf den Bildschirm gekleckert, sondern sie dominieren den Handy-Bildschirm. Das ist ganz angenehm. Die Chat-Schrift kann grösser und kleiner versendet werden, was wohl lautes Reden oder Brüllen simulieren soll.

Assistant als starkes Feature

Das mit Abstand stärkste Argument für Allo ist der Google-Assistent. Im Chat mit meinem Redaktionskollegen Philipp Rüegg konnte ich einfach Suchresultate für das Mittagessen einbinden, was die Frage nach dem «Wohin?» extrem abgekürzt hat.

Allo bindet Google-Suchresultate direkt in den Chat ein

Okay, das sind Geodaten und Angaben aus dem Telefonbuch. Für Google und deren starke Datenkorrelations-Engine ist das kein Problem. Wir testen also weiter. Versteht die App Kontext? Ja, tut sie. Nach der Frage, wie das Wetter heute in Zürich ist, reicht die Frage «Und wie sieht’s am Wochenende aus?» um den namenlosen Assistenten dazu zu bringen, die Wetterdaten der kommenden Tage anzuzeigen. Die Fragen an den Assistenten können sowohl schriftlich wie auch mündlich gestellt werden.

Die Frage nach dem Wetter zeigt: Allo kann Kontext

Das Wetter ist ganz okay, aber vielleicht wollen wir ins Kino. Fragen wir den Assistenten nach den Filmen. Auch das funktioniert tadellos. Google krallt sich Ort, Zeit und Datum sowie Filmtitel und stellt uns dar, wann wir welchen Film wo sehen könnten. Damit Nutzer mehr erfahren können blendet Allo nach jeder Anfrage am unteren Bildschirmrand Vorschläge ein, was denn sonst noch so von Interesse sein könnte. Zum Beispiel die Schauspieler, das Budget des Films oder wie gross die Hauptdarstellerin ist.

Private Daten im privaten Chat.

Der Assistant ist nicht nur in Unterhaltungen eingebaut sondern kann auch als Gesprächspartner verwendet werden. Das ist der Punkt, an dem Allo etwas verwirrend wird. Was ist der Sinn hinter diesem Chat-Kanal? Der Assistent kann zwar auf private Daten zugreifen und mir Fotos, die ich geschossen habe, anzeigen, aber das kann die Photos app auch. Allo fragt mich nach meinen Präferenzen, wie meinem Lieblingsfilm und kann darauf kontextuell reagieren, aber welchen Nutzen ziehe ich als User daraus?

Allo zeigt mir meine Fotos an und erinnert sich an meinen Lieblingsfilm

Weder Lieblingsfilm noch Bilder aus dem persönlichen Fotostream können im Chat mit Freunden angezeigt werden. Ich kann zwar Bilder manuell anhängen, aber die praktische Funktion analog dem Einblenden von Suchresultaten gibt es nicht. Damit ist der private Chat mit dem Assistenten irgendwie merkwürdig und scheint nur ein Spielchen zu sein.

Der Messenger-Vergleich

Die Frage, die Smartphone-Fans beschäftigt, ist: Kann Allo andere Messenger verdrängen? Die Antwort darauf kann mit «Kommt darauf an...» begonnen werden. Allo ist ein Messenger, der einiges kann, anderes aber nicht. Je nach Präferenzen der Nutzer bietet sich Allo an, oder halt auch nicht. Persönlich bin ich ein Fan davon, wenn eine Chat-App einen Web Client hat. Anderen Nutzern ist das egal, dafür echauffieren sich gefühlte tausende Nutzer darüber, dass Allo keine SMS-Integration hat und entschieden unambitioniert wirkt.

Am einfachsten ist es, Allo anderen Messengern direkt gegenüber zu stellen.

Allos Assistant funktioniert nur, wenn die Kommunikation nicht verschlüsselt ist

Allo ist spannend im Kontext der integrativen Suche im Internet, da es ja das ist, was Google zu dem gemacht hat, was es heute ist. Allo ist derzeit nur als Preview erhältlich. Gerüchten zufolge soll es mit dem Launch des neuen Google-Phones, das wohl unter dem Namen Pixel veröffentlicht wird, ein grosses Update geben.


Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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