An alle Fasnachts-Hasser: So überstehst du die närrischen Tage
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An alle Fasnachts-Hasser: So überstehst du die närrischen Tage

Martin Rupf
Martin Rupf
Zürich, am 01.03.2022

Jetzt sind sie wieder los die Narren: Sieben Tipps wie du als Fasnachts-Hasser die «Fünfte Jahreszeit» überstehst respektive diese bei dir (fast) keinen nachhaltigen Schaden hinterlässt.

Für die Fasnachts-Narren bildet die «Fünfte Jahreszeit», also die Tage zwischen dem schmutzigen Donnerstag und Aschermittwoch oder die «drey scheenschte Dääg» in Basel, den Höhepunkt des Jahres. Verkleidet, geschminkt und musizierend (ja, es gibt Menschen, die das Blasen von Trompeten und das Eindreschen auf Trommeln als Musik bezeichnen) ziehen die Narren durch die Strassen mit dem Ziel, den Winter zu vertreiben. Ob ihnen das wirklich gelingt, ist nicht zweifelsfrei belegt.

Nicht wenigen Menschen geht die Fasnacht am Arsch vorbei. Andere wiederum lassen sich den Namen ihrer Gugge auf ihren Hintern tätowieren.
Nicht wenigen Menschen geht die Fasnacht am Arsch vorbei. Andere wiederum lassen sich den Namen ihrer Gugge auf ihren Hintern tätowieren.

Verbürgt ist hingegen, dass es die Fasnächtler schaffen, sehr viele Menschen zu vertreiben. Denn so eingefleischt die Fasnachtszunft ist, so eingeschworen sind die Fasnachts-Hasser. Ich selber würde mich nicht gerade als Fasnachts-Hasser bezeichnen. Aber dem närrischen Treiben kann ich in der Tat (nüchtern siehe unten) nicht allzu viel abgewinnen. Weil wir aber allen den «Stinkklopfern», «Beckehödeler…äh -bödeler» und «Tönlifurzer» ihren Spass nicht verderben wollen, hier sieben Tipps, wie du dich ebenfalls zum Narren machen und dabei im Idealfall gar noch Spass haben kannst.

1. Den Kindern zu liebe: Augen zu und durch

Wie heisst es doch so schön: «Die Welt durch Kinderaugen sehen». Meine Frau und ich sind keine Fasnächtler. Aber unsere Kinder lieben es, sich zu verkleiden und haben dieses Jahr – nach zwei Jahren Corona-Auszeit – die Kinderfasnacht in der Schule regelrecht herbei gefiebert. Bei der Fasnacht verhält es sich wie bei Halloween (ich weiss, schon nur diese Analogie treibt wohl so manchem Fasnächtler die Zornesröte ins Gesicht): Die meisten Kindern finden sie toll. Da heisst es als Eltern: Augen zu und durch und hoffen, dass die Faszination schnell abnimmt oder bestenfalls in pure Abneigung kippt. So geschehen diesen Sonntag bei unserem neunjährigen Sohn, der «das Ganze einfach nur peinlich fand».

Gut, dieser Schuss kann natürlich auch nach hinten losgehen: Dann nämlich, wenn sich deine Kinder mit dem Fasnachtsvirus infizieren und sich einer Guggenmusik anschliessen.

Wenn sich Eltern vom Fasnachtsfieber ihrer Kinder anstecken lassen.
Wenn sich Eltern vom Fasnachtsfieber ihrer Kinder anstecken lassen.

2. Alles Kreative in dir kann endlich raus

Du nutzt die – auch wenn nur deinen Kindern geschuldete – Fasnachtseuphorie, um deine kreative Ader auszuleben. So habe auch ich am Sonntagmorgen kurzerhand zu Alufolie, Leim und Kartonröhren gegriffen. Gut, über das Resultat lässt sich streiten. Doch ein paar bewundernde Blicke waren mir an der Strassenfasnacht gewiss, was wiederum mein Narren-Zugehörigkeitsgefühl stark gefördert hat.

Mein Blitz-Kostüm: Schön ist anders – also passt es zur Fasnacht.
Mein Blitz-Kostüm: Schön ist anders – also passt es zur Fasnacht.

3. Verkleiden bis zur Unkenntlichkeit

Weil natürlich bei Menschen wie mir immer ein Rest (Fremd-)Schämen bleibt, empfiehlt es sich dringend, sich so zu verkleiden, dass man unerkannt bleibt. Leider macht Corona gerade jetzt eine Pause, wo wir eine Maske so dringend nötig hätten. Gut verkleidet und mit verstellter Stimme, kann man dann hartnäckig bestreiten, der zu sein, für den man (richtigerweise) gehalten wird. «De Rupf, nei de kenn i ned, aber de würd sicher nieeeee ad Fasnacht goh!…».

Verkleiden, bis man nicht mehr erkannt wird.
Verkleiden, bis man nicht mehr erkannt wird.

4. Platziere deine Botschaft

Du gehst an die Fasnacht mit einem T-Shirt, auf dem steht: «Ich hasse Fasnacht, da saufen auch die Amateure». Vorteil: So kommst du mit anderen bestimmt schnell ins Gespräch und kannst bei dieser Gelegenheit gerade auch testen, wie weit her es mit dem Humor der ach so lustigen Narren ist.

Manchmal braucht es keine Worte, um seine Botschaft zu platzieren.
Manchmal braucht es keine Worte, um seine Botschaft zu platzieren.

5. Die Narren mit ihren eigenen Waffen schlagen

Ähnlich verhält es sich, wenn du als Ein-Frau- oder Ein-Mann-Schnitzelbank auftrittst und dann gnadenlos über die Fasnächtler herziehst. Die Narren also selbst zum Inhalt deiner Verse machst. Ist doch spannend zu beobachten, ob die Fasnächtler für dieses Meta-Erlebnis empfänglich sind.

6. Maskenball ist besser als jede Singlebörse

Du hast alle Dating-Portale inklusive Tinder erfolglos ausprobiert? Kein Problem: An einem Maskenball tummelt sich nicht gerade wenig paarungswilliges Volk. Und das Gute: Dank der Fasnachts-Schminke oder Maske siehst du auch nicht so genau, auf was du dich da einlässt. Und wenn dann die Maske erst einmal gefallen sind, ist es meist eh schon zu spät. Sollte aus dem fasnächtlichem «Treiben» trotz aller Vorsichtsmassnahmen ein Kind resultieren, kann man immerhin für sich in Anspruch nehmen, für Nachwuchs in einer vom Aussterben bedrohten Tradition gesorgt zu haben.

Auch Amor treibt an der Fasnacht gerne sein Unwesen.
Auch Amor treibt an der Fasnacht gerne sein Unwesen.

7. Alkohol ist keine Lösung, kann aber helfen

Der letzte Tipp ist so trivial wie naheliegend: viel, viel Alkohol. Spätestens nach vier Bier und acht Jägermeister findest du die Klänge der Guggenmussig «doch na läss», die als Schlumpfine verkleidete Nachbarin «na e rassigi» und das ganze Treiben auf dem Dorfplatz «eifach nur e schöni Tradition und super Glegeheit, lässigi Lüüt kennezlerne». Natürlich: Der Kater am nächsten Tag ist unschön und lässt dich leiden. Doch was wäre die Alternative? Ganz einfach: Nicht an die Fasnacht gehen.

Häxetrank macht rank und schlank – nicht selten aber auch krank.
Häxetrank macht rank und schlank – nicht selten aber auch krank.

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Martin Rupf

Zweifachpapi, nein drittes Kind in der Familie, Pilzsammler und Fischer, Hardcore-Public-Viewer und Halb-Däne. Was mich interessiert: Das Leben - und zwar das reale, nicht das "Heile-Welt"-Hochglanz-Leben.


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