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Michelle Brändle
Produkttest

Das aktuell beste Android-Tablet für Kunst: Huawei Matepad 12X

Das Matepad 12X von Huawei punktet mit einem matten Display. In Kombination mit dem neuen Stylus und seinen verschiedenen Spitzen sticht es bei der digitalen Kunst sogar Apple-Produkte aus.

Ich nutze mein iPad als Allrounder für meine Hobbies: malen, schreiben, lesen und Musik machen. Huawei bietet schon länger eine top Alternative für das Apple-Universum an. Und zwar mit ihren Tablets mit mattem Display und einer eigenen Malsoftware.

Ihr neuester Stylus als Zubehör dazu hat drei verschiedene Stiftspitzen für drei Anwendungsbereiche im Lieferumfang. Das ist einzigartig – und praktisch!

Highlight: M-Pencil Pro mit drei verschiedenen Minen

Spannend ist der neue M-Pencil Pro, der mit diesem Tablet kompatibel ist – nicht jedoch mit dem [OLED-Modell[(/huawei-matepad-pro-122-mattes-oled-tablet-zum-malen-und-lesen-38454). Er bietet ähnliche Funktionen wie der Apple Pencil Pro, etwa haptisches Feedback sowie Druck- und Rotationsempfindlichkeit. Das Highlight: Huawei legt drei verschiedene Aufsätze bei. Zwei fürs Schreiben (feinere und dickere Kunststoffspitze) und eine fürs Malen (weiche Spitze).

Die austauschbaren Spitzen habe ich schon verloren, sie waren aber äusserst praktisch.
Die austauschbaren Spitzen habe ich schon verloren, sie waren aber äusserst praktisch.

Vorneweg: Den Stylus musst du separat zu einem Tablet von Huawei erwerben, er lohnt sich aber auf jeden Fall, wenn du gestalterisch unterwegs bist. Ersatzspitzen gibt es zu einem erschwinglichen Preis – allerdings nur bei Huawei selbst oder über Aliexpress. Falls du deinen Stylus wie ich gerne fallen lässt und damit die Spitze kaputt machst (oder – ebenfalls wie ich – sie verlierst), empfehle ich dir unbedingt, Ersatz bereit zu haben.

Display und Design: matt und hell

Huawei hat ein gutes Gespür für elegantes Design. Mir jedenfalls gefällt die Rückseite des Matepad 12x extrem gut. Das Perlmutt schimmert mir in frischem Grün entgegen. Als zweite Farbe ist das Gerät in Perlmutt-Weiss erhältlich.

Shiney! Die Rückseite schimmert in sanftem Jadegrün.
Shiney! Die Rückseite schimmert in sanftem Jadegrün.

Das 12-Zoll-LCD löst mit 2800 × 1840 Pixeln auf und bietet eine Bildfrequenz von 30 bis 144 Hertz. Dank matter Beschichtung und 1000 Nits male ich auch draussen bei strahlendem Sonnenschein mit klarem Blick auf mein Kunstwerk. Ich habe zu keinem Zeitpunkt vermisst, dass es sich nicht um ein OLED-Panel handelt – auch wenn dort Farben noch etwas kräftiger und kontrastreicher wären.

Mit 555 Gramm und einer Dicke von 5,9 Millimetern ist es bestens geeignet fürs leichte Gepäck. Auch wenn es etwas sperriger und schwerer ist als mein iPad Pro mit Nanotexturglas. Jenes wiegt 450 Gramm und ist 5,3 Millimeter dick – ist mit 11 Zoll aber auch einen Tick kleiner.

Das schicke LCD des Matepad 12X.
Das schicke LCD des Matepad 12X.

Hardware

Huawei verbaut den hauseigenen Kirin 9000E als Chip. Der bringt in den Benchmarks im Vergleich zu Samsung keine Meisterleistung. Für Büroarbeiten, zum Zocken und fürs Zeichnen reicht er aber mehr als aus. Hier der Vergleich mit dem Samsung Galaxy Tab S11 (Mediatek Dimensity 9400+) und dem Huawei Matepad Pro 12,2 (Kirin T91).

Dank den 12 Gigabyte (GB) RAM und 256 GB internem Speicher bin ich gut ausgerüstet fürs Zeichnen, Zocken und Office-Anwendungen. Sollte der interne Speicher nicht ausreichen, habe ich allerdings keine Möglichkeit, ihn zu erweitern: Einen microSD-Slot gibt es nicht.

Das Matepad 12X hat mich beim Akkutest positiv überrascht. In meinem Test erreicht das Gerät eine Laufzeit von knapp 20 Stunden mit seinem 10 100 mAh-Akku. Im Standby hält das Gerät gefühlt ewig durch – während mein iPad schnell schlapp macht. Anschliessend lade ich es äusserst schnell wieder auf – sofern ich das passende Schnelllade-Netzteil mit 66 Watt besitze. In knapp 90 Minuten ist das Tablet zu 100 Prozent startklar.

Fast 20 Stunden Akku? Mehr brauche ich wirklich nicht.
Fast 20 Stunden Akku? Mehr brauche ich wirklich nicht.

Huawei hat das Matepad 12X mit zwei Kameras ausgestattet. Die Frontkamera mit 8 Megapixeln (MP) reicht für Videocalls ganz gut aus. Angetan bin ich von der 50-MP-Hauptkamera. Sowas ist in Tablets selten. Meist benötige ich sie nur für das Scannen von Dokumenten oder zum Festhalten von Referenzmotiven. Mit dem Matepad kann ich aber tatsächlich gute Bilder für meinen Referenzkatalog sammeln – sogar mit Bokeh.

Die Selfiekamera für Videocalls geht in Ordnung.
Die Selfiekamera für Videocalls geht in Ordnung.
Richtig schick und mit gutem Bokeh werden Fotos der Hauptkamera.
Richtig schick und mit gutem Bokeh werden Fotos der Hauptkamera.

Das Tablet wird ausserdem mit einer abnehmbaren Tastatur geliefert. Für mich ein absolutes Must-Have. Die Tastatur kommt mit deutschem ISO-Layout und bietet ein angenehmes Tippgefühl. Damit kann ich gut Texte und Mails verfassen. Dank Funktionstasten bediene ich das Tablet noch einfacher, wenn ich beispielsweise Lautstärke und Helligkeit einstellen oder einen Screenshot machen möchte.

Die Tastatur tippt sich angenehm und hat praktische Funktionstasten.
Die Tastatur tippt sich angenehm und hat praktische Funktionstasten.

Die Tastatur funktioniert zwar auch als Hülle, das Tablet ist damit aber nicht rundum geschützt, da die Ränder frei bleiben.

Keine Google-Software? Kein Problem!

Huawei liefert das Matepad 12X mit dem Betriebssystem HarmonyOS 4.2 – das auf Android basiert. Der Hersteller garantiert Updates in einem Zeitrahmen von 5 Jahren ab Produktionsdatum. Das wäre in diesem Falle noch bis mindestens 2030.

Wegen des US-Handelsembargos hat Huawei seit 2019 keinen Zugriff auf Google-Dienste. Darunter befinden sich auch der Play Store und Youtube. Das schreckt gerade Smartphone-Nutzende ab, ein Gerät von Huawei zu erwerben. Auf dem Matepad 12X lassen sie sich problemlos nachinstallieren:

Lade hierzu über die Huawei AppGallery den Aurora Store herunter. Bei der Installation bekommst du automatisch auch MicroG. Das ist eine quelloffene Nachbildung der Google-Play-Dienste. Damit kannst du Apps nutzen, die eigentlich Google-Dienste benötigen, ohne diese installieren zu müssen – weil MicroG einfach behauptet, sie seien vorhanden. Mit diesem automatischen Schritt hat Huawei den Workaround erheblich vereinfacht.

Dank dem Aurorastore muss ich auf nichts verzichten, auch nicht auf Google.
Dank dem Aurorastore muss ich auf nichts verzichten, auch nicht auf Google.

Ich selbst benötige auf einem Tablet zudem weitaus weniger Apps von Google als beispielsweise auf meinem Handy oder PC. Gerade deshalb finde ich das Matepad 12X eine grossartige Alternative zu meinem iPad Pro. Dieses verwende ich lediglich zum Zeichnen, Fotos bearbeiten, als Notenblock beim Gitarre spielen und zum Filmegucken. Das ist hier alles auch ohne Aurora möglich.

Malen auf dem matten Display

Gerade fürs Malen ist Huaweis Hardware inzwischen so gut wie die von Apple. Die eigens entwickelte App «GoPaint» hat Huawei stark an die iPad-Malapp «Procreate» angelehnt. Sie ist extrem gut und falls du «Procreate» schon kennst, findest du dich schnell zurecht. Auch sonst ist sie übersichtlich und einfach. Zusammen mit dem matten Display bietet sie die perfekte Voraussetzung für digitale Kunst.

Mit GoPaint macht die digitale Kunst sehr viel Spass.
Mit GoPaint macht die digitale Kunst sehr viel Spass.

Halt. Nicht ganz: Ein guter Stylus ist ebenfalls Pflicht. Da könnte Android-Konkurrent Samsung beispielsweise noch etwas aufholen. Huawei hat seinen Stylus hingegen super erweitert und überholt damit auch den Apple-Pencil.

Denn der M-Pencil Pro (3. Gen) lässt sich stark personalisieren. Zum einen mit den bereits erwähnten verschiedenen Spitzen. Aber auch in der Nutzung: Drücke ich ihn zusammen, erscheint ein kleines Menü mit einer Schnellauswahl. Da ich normalerweise den Stift immer etwas zusammendrücke, erscheint das Menü oft versehentlich. Kein Problem: Ich kann die Empfindlichkeit anpassen und wähle eine etwas kräftigere Option aus.

Ein einziger Nachteil begegnet mir beim Zeichnen im Vergleich zur iPad-Procreate-Kombo die stärker eingeschränkte Anzahl Ebenen. Da meckere ich aber auf hohem Niveau, denn auch für ein A2-Poster kann ich immerhin noch knapp 30 Ebenen erstellen.

Die Ebenen sind je nach Dateigrösse begrenzt, aber auch für grosse Plakate sollte es ausreichen.
Die Ebenen sind je nach Dateigrösse begrenzt, aber auch für grosse Plakate sollte es ausreichen.

Notizen mit den beiden anderen Stift-Spitzen

Die beiden Spitzen, die Huawei explizit fürs Schreiben empfiehlt, finde ich auch für Outlines beim Malen angenehm. Fürs Schreiben habe ich damit gerade bei kleiner Schrift noch mehr Kontrolle, als mit der etwas dickeren Kunststoffspitze.

In Huaweis Notizapp kann ich mich damit wunderbar ausleben. Dort habe ich alle erdenklichen Möglichkeiten: von verschiedenen Pinselwerkzeugen und Farben über Sticker und Formen bis hin zu eigenen Bildern einfügen. Das Arbeiten mit dem Stylus auf dem matten Display ist auch hier äusserst angenehm.

Auch an der Notizapp finde ich Gefallen und nutze die verschiedenen Spitzen je nach Schriftgrösse.
Auch an der Notizapp finde ich Gefallen und nutze die verschiedenen Spitzen je nach Schriftgrösse.

Fazit

Perfekte Mischung aus guter Hardware und Software

Ein Tablet ist nur so gut, wie seine Software. Das hat sich Huawei zu Herzen genommen und bestückt das ausdauernde Matepad 12X mit praktischen Apps. Zum Zeichnen und für Notizen stellt mir Huawei gratis eigene Apps zur Verfügung. In Kombination mit dem M-Pencil Pro stehen dem Festhalten meiner Kunst und Gedanken nichts im Wege. Und dank der starken Akkulaufzeit habe ich über zwei volle Tage lang meinen Spass damit. Den Stylus muss ich allerdings separat erwerben – er ist so teuer wie ein Apple-Pencil.

Das Gesamtpaket ist dennoch nur halb so teuer wie ein aktuelles iPad Pro mit mattem Display. Dafür verzichtest du bei Huawei auf OLED. Aber auch das LCD liefert ein kontrastreiches Bild. Eine Tastatur gibt es zudem mit im Lieferumfang, falls ich doch mal zu faul für handschriftliche Texte bin oder eine Mail verfassen möchte.

Brauchst du Apps von Google, musst du mit einem Workaround leben und den Aurora-Store nutzen. Dann bist du jedoch nicht mehr eingeschränkt und kannst dich in Youtube, Google Maps und Co. austoben.

Pro

  • mattes Display
  • guter Chip
  • gratis erstklassige Kunst- und Notizsoftware
  • Tastatur im Lieferumfang
  • guter Stylus als Zubehör (separat erhältlich)

Contra

  • Google-Services nur mit Workaround nutzbar
Huawei Matepad 12 X (nur WLAN, 12", 256 GB, Greenery)
Tablet
EUR584,87

Huawei Matepad 12 X

nur WLAN, 12", 256 GB, Greenery

Energielabel G
Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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