Das Ende des gläsernen Sportlers
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Das Ende des gläsernen Sportlers

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 02.03.2020
Bilder: Manuel Wenk
Die digitale Aufklärung im Sport. Nichts weniger verspricht das Schweizer Start-up VORN. Und läutet gemäss eigener Aussage das Ende des gläsernen Sportlers ein.

Zwei Milliarden Dollar liess sich Google die Fitbit-Übernahme letztes Jahr kosten. Und kam so auf einen Schlag an die Gesundheitsdaten von 28 Millionen Nutzern. Die Vermarktung dieser Daten wird Google in den nächsten Jahren ein Mehrfaches des Kaufpreises in die Kasse spülen. Und wie steht es mit dem Datenschutz? Fitness-Tracker fallen bei diesem Thema seit längerem negativ auf. So wurden im Jahr 2017 durch Strava geheime US-Militärbasen geleakt.

Fitness-Device mit KI & Kryptoverschlüsselung

In Wollerau am Zürichsee arbeitet das Schweizer Start-up VORN gemäss eigenen Angaben zusammen mit Leistungssportlern und Medizinern an einem neuen Fitness- und Gesundheitsdevice. Es bestehen Kooperationen mit dem Fraunhofer Institut, der Hochschule Luzern oder der Qnective AG. Der neuartige Tracker soll sowohl im Breiten- als auch im Profisport eingesetzt werden und Daten in bisher ungekannter Fülle und Genauigkeit liefern. So soll es zum Beispiel möglich sein, mit dem Gerät ein medizinisches EKG durchzuführen.

«We do not guess. We know every inch of your motion – to the millisecond.»
VORN
Never judge a book by its cover oder einen Fitnesstracker anhand seiner Grösse.
Never judge a book by its cover oder einen Fitnesstracker anhand seiner Grösse.

Oberstes Ziel von VORN sei es, Sportlern die Hoheit über ihre Vitaldaten zurückzugeben, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Die erfassten Werte würden durch kryptische Verschlüsselung geschützt. Dabei würde Technologie von Qnective verwendet, die auch auf Regierungsebene zum Schutz sicherheitsrelevanter Kommunikationsinfrastrukturen zum Einsatz komme. Die Verschlüsselung erfolge dabei bereits auf dem Gerät. Auch die durch künstliche Intelligenz gestützte Auswertung erfolge verschlüsselt.

Das Personal Wallet speichere die Daten mit maximaler Sicherheit und schütze sie vor dem Zugriff Dritter. Sie würden ohne Erlaubnis der User nicht mit anderen Unternehmen geteilt oder weiterverkauft. Die Daten gehörten ausschliesslich dem Nutzer und jeder Zugriff müsse von diesem genehmigt werden.

Die Markteinführung sei für Sommer/Herbst dieses Jahres geplant.

Sieht auf jeden Fall schon mal abgespaced aus.
Sieht auf jeden Fall schon mal abgespaced aus.

Weitere News aus der Welt des Sports findest du in meinem Autorenprofil. Dazu viele Hintergrundberichte, Reportagen und Produktvorstellungen.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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