
Der Traum von der Handy-Tastatur – und warum er platzt
Ich bin Fan echter Tastaturen – auch bei Smartphones. Mit Touchscreens habe ich mich nie anfreunden können. Auf das Clicks Power Keyboard habe ich mich daher sehr gefreut. Doch ich wurde enttäuscht.
Diesen Text schreibe ich nicht wie sonst mit der Tastatur des MacBooks, sondern auf einer Hardware-Tastatur für mein Handy. Das Clicks Power Keyboard ist magnetisch auf der Rückseite meines Google Pixel angedockt und per Bluetooth verbunden. Die Tastatur slide ich nach unten und tippe mit den Daumen darauf – wie damals bei Blackberry und Co.

Als Tastatur-Fan mit Touchscreens nie warm geworden
Ich war einer dieser Fans von echten Tasten beim Mobiltelefon. Einen Blackberry habe ich zwar nie besessen, aber in den 2000er-Jahren mehrere Nokia Communicators. Darauf habe ich ganze Artikel getippt – immer dann, wenn ich die damals zwei bis drei Kilogramm schweren Laptop-Monster nicht benutzen wollte.
So wie jetzt im überfüllten ICE nach Hamburg. Das MacBook hat kaum Platz auf dem Tischchen, eine Handy-Tastatur ist in diesem Moment perfekt. Natürlich könnte ich direkt auf dem Touchscreen tippen, aber ich finde das auch nach fast 20 Jahren unbequem. Und so schnell wie damals auf dem Nokia bin ich nicht.

Darum habe ich mir das Power Keyboard gleich für rund 80 Franken oder Euro bestellt, als es vom englischen Start-up Clicks lanciert wurde. Endlich wieder auf echten Tasten schnell tippen – das ist mein Traum.
Gute Hardware, schlechte Gewichtsverteilung
Das jähe Erwachen folgt kurz nach der Auslieferung. Der Hersteller mag noch so viele gute Ideen eingebaut haben, das Keyboard scheitert in einem zentralen Punkt: Es lässt sich nicht bequem mit zwei Händen halten. Das Problem ist die Gewichtsverteilung, die Konstruktion ist zu kopflastig. Ich brauche so viel Kraft, dass ich nicht entspannt tippen kann.
Das liegt am angedockten Smartphone. Mein Google Pixel 10 Pro ist nicht einmal besonders gross und schwer, bringt aber die magnetische Tastatur bereits aus der Balance. Dasselbe Problem habe ich auch mit einem iPhone 15 Pro – mit und ohne Case. Mit den XL- und Max-Versionen dürfte sich das Problem noch verschlimmern.
Bei aller Liebe zur Tastatur: Für mich ist das Power Keyboard von Clicks unbrauchbar. Auch wenn ich mich problemlos an die kleinen runden Tasten gewöhnt habe und nach kurzer Zeit bereits schneller tippe als auf dem Touchscreen –mehr als ein paar Minuten halte ich nicht durch.

Und das reicht mir nicht: Wenn ich 180 Gramm zusätzliches Gewicht und den unförmigen Buckel an der Smartphone-Rückseite mitschleppe, will ich damit über längere Zeit arbeiten können. Kurze Nachrichten oder Mails tippe ich per Touchscreen – oder diktiere sie mit der Spracherkennung.

Die Hoffnung tippt zuletzt
Da spielen dann auch die vielen positiven Punkte des Clicks-Keyboards keine Rolle mehr: die hochwertige Verarbeitung; die zwar kleinen, aber sehr angenehmen Tasten mit Hintergrundbeleuchtung; der eingebaute 2300-mAh-Akku, der das Handy drahtlos laden kann; das stabile Scharnier, das auch gleich das Keyboard ein- und ausschaltet; und die Software, die unzählige Shortcuts und Bedienfunktionen per Tastatur unterstützt.

Ganz gebe ich die Hoffnung nicht auf. Denn lege ich das Smartphone auf einen Tisch und nutze das Power Keyboard einfach per Bluetooth aus der Ferne, dann merke ich, wie das Tipp-Feeling aufkommt. Und ich freue mich auf den Clicks Communicator, den ich auch bereits bestellt habe. Hier dürfte die Gewichtsverteilung besser sein, weil das Gerät von Anfang an als Smartphone mit Tastatur geplant wurde. Mit dem Unihertz Titan 2 kommt ein zweites vielversprechendes Keyboard-Handy auf den Markt.
Wann und ob überhaupt das Clicks Power Keyboard bei uns im Sortiment erhältlich sein wird, ist noch unklar. Das ist nicht schlimm, weil es das Versprechen einer guten Zubehör-Tastatur nicht erfüllt.
Übrigens: Nach zwei Absätzen habe ich dann doch zurück zum MacBook gewechselt, um diesen Text fertigzuschreiben. Die Clicks-Tastatur war mir zu mühsam. Falls jemand echtes Interesse am Power Keyboard hat, kann er mir gerne über mein Autorenprofil eine Mail schreiben. Wer die besten Argumente hat, bekommt das Gadget gratis zugeschickt.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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