
Ratgeber
Der «Soft Glam Filter» von Catrice verpasst deinen Wangen ein Glow-up
von Natalie Hemengül

Achtung! Es folgt entschleunigender Beauty-Content. Es könnte sein, dass du nach diesem Beitrag ein paar Dinge von deiner Shoppingliste streichst.
«Neu ist immer besser», behauptet Seriencharakter Barney Stinson (How I Met Your Mother) die ganzen neun Staffeln hindurch. In der Beauty-Ecke des Internets findet sein Credo besonders grossen Anklang. Da jagt eine Neuheit die nächste, Hauls werden besser geklickt als das gute alte Make-up-Tutorial und Trends schlagen Flickflacks. Manchmal schlage ich mit (yay) und manchmal wird mir einfach nur schwindlig von der Schnelllebigkeit.
Deshalb habe ich entschieden, etwas auf die Bremse zu treten und meinen Fokus auf das zu richten, was ich bereits habe. Stichwort «Slow Beauty». Leicht ist das bei den vielen Ablenkungen nicht. Denn das Neue ist – zumindest in Sachen Schminke – definitiv aufregender. Doch wie diesem Prickeln widerstehen? Mein Ansatz: Mit Fürsorge und Aufmerksamkeit die Beziehung zu dem, was ich bereits besitze, pflegen. Es muss aufregend, frisch und spicy bleiben. Fast wie in einer langjährigen Beziehung. Ein Blick in meine Trickkiste.
Was viel zum Einsatz kommt, sieht oft auch so aus. Selbst wenn ich meine Schminksachen eher vorsichtig verwende, sehen sie nach einer gewissen Zeit wie vom Schicksal gebeutelt aus. Vom Lipgloss verschmierte Windungen, von Puder eingestaubte Tiegel und Spiegel, fettige Pinsel, stumpfe Lipliner, Fingerabdrücke an Flakons und und und. Ein kleiner «Frühlingsputz» für den Schminktisch lässt Altes gleich in neuem Licht glänzen.

Immer öfter lassen sich Lidschatten dank magnetischer Pfännchen aus einer Palette hebeln. Auf diese Weise kannst du sie neu anordnen. Oder du tauschst Farben aus zwei unterschiedlichen Paletten. Welche Farben nebeneinander sitzen und welche neuen Farbschemen du damit kreierst, kann deine Perspektive auf das Produkt völlig verändern und führt vielleicht zu neuen kreativen Looks. Einfach mal ausprobieren. Spass macht das allemal, weil du kurz mal in die Rolle einer Produktentwicklerin schlüpfen kannst.


In eine ähnliche Richtung geht mein nächster Tipp. Hast du ein Produkt, das du liebst, aber die Verpackung gibt den Geist auf? Und hast du ein Produkt, dessen Verpackung du liebst, aber der Inhalt selbst ist nicht so deins? Dann bring die beiden verlorenen Seelen zusammen.
Beispiel 1:
Die Facepalette, ein Werbegeschenk. Gross und klobig. Nur an einem Shade finde ich Gefallen: dem Highlighter. Also entferne ich ihn aus der Palette. Das spart Platz. Wie das geht, liest du übrigens hier. Ich bewahre den Highlighter übergangsweise in einem Tiegel auf – bis ich ein besseres Zuhause für ihn finde: das Case einer Lippenpflege, ein Goodie aus dem Adventskalender. Es hat das perfekte Format und Lippenpflege besitze ich ohnehin im Überfluss. Also schabe ich den Balm heraus, reinige alles und klebe das Highlighter-Pfännchen da rein.



Beispiel 2:
Ich liebe die neonpinke Verpackung meiner Cushion-Foundation: Stabiler Kunststoff und ein Spiegel runden das Produkt ab. Nur die Foundation-Farbe passt so gar nicht zu meinem Hautton. Zur selben Zeit in derselben Schublade klagt mein Lieblingspuder von Essence über einen Plastikdeckel, der sich vom Scharnier getrennt hat. Also löse ich das Puder vorsichtig heraus. Mit etwas Werkeln verpflanze ich es in die pinkfarbene Hülle.

Neue Farbkombinationen zu finden, macht nicht nur Spass, sondern eröffnet dir eine Bandbreite an Optionen. Nehmen wir mal einen stinknormalen braunen Creme-Lidschatten als Beispiel. Toppst du ihn mit einem glitzernden Lidschatten oder Puder-Highlighter, wirkt dein Look schon ganz anders. Oder du mischst ihn mit einem weiteren Creme-Lidschatten zu einer neuen Nuance, verwendest ihn als Eyeliner, Bronzer oder wer weiss, was noch.
Im Laufe der Jahre habe ich durch das Experimentieren viele coole Kombis und Zweckentfremdungsmöglichkeiten für mich entdeckt: Wangenrouge mit Highlighter, Highlighter mit Lippenstift, Lippenstift als Blush. Ich glaube, du verstehst, wohin das Schiff segelt. Vorab lassen sich Farbpaarungen übrigens hervorragend auf dem Handrücken testen.
Dasselbe Prinzip gilt auch für dein Naildesign. Male ein paar Flecken Nagellack auf ein weisses Stück Papier und lass sie gut trocknen. Anschliessend pinselst du verschiedene Topcoats oder andersfarbige Lacke darüber und schaust, was für schöne Nuancen dabei entstehen.
Verpackungsdesigns, die dich langweilen, kannst du mit etwas Geduld neu bemalen, mit schönem Papier einfassen oder mit Stickern bekleben. So geschehen bei einer Lidschattenpalette, deren Marke ich nicht mehr unterstützen will. Ein paar Sticker an den richtigen Stellen liessen das Branding kurzerhand verschwinden. Fertig bin ich damit bislang nicht. Neue Aufkleber folgen bald.

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.
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