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Produkttest

Die beheizbaren Handschuhe von Heat Experience: Was sie wirklich bringen

Es gibt Dinge, von denen ich dachte: «Brauch ich nicht». Warum ich die beheizbaren Handschuhe von Heat Experience trotzdem schätzen gelernt habe und was mir fehlt, erfährst du hier.

Neun Uhr morgens im Langlauf-Camp. Gleich beginnt das erste Training. Ich stehe noch im Umkleideraum. Bin ich warm genug angezogen? Denn die Einheit unter professioneller Anleitung wird sicher teils schweisstreibend, teils ruhig, wenn wir an der Technik feilen.

Zumindest bei den Handschuhen brauche ich mir keine Gedanken zu machen. Denn die Heat-Experience-Handschuhe, die ich zum Testen vom Hersteller bekommen habe, sollen meine Hände auf Knopfdruck wärmen. Also nichts wie raus in die kalte Winterluft. Und schauen, ob die Finger in der Komfortzone bleiben.

Erster Eindruck: kuschelig weich und gut zu tragen

Vorweg gesagt: Die «Heated Nordic Gloves», also mein Testmodell, sind für sportliche Aktivitäten gemacht, bei denen du selbst durch Bewegung Wärme erzeugst. Sie sind deshalb nicht besonders dick gefüttert. Das ist gerade dann ein Vorteil, wenn ich in die Schlaufen der Langlaufstöcke schlüpfen, meine Kamera einstellen oder meine Garmin-Sportuhr starten will.

Zudem gefallen mir die mit einer Touchzone ausgestatteten Finger. So kann ich das iPhone bedienen, ohne die Handschuhe auszuziehen. Die Silikonstruktur an der Innenseite gibt guten Grip, egal ob ich mit Langlaufski oder dem Bike unterwegs bin (was ich auch ausprobiert habe – mit gleichem Ergebnis).

Die Touchscreen-Zone am Zeigefinger und das Silikonmuster sind praktische Details.
Die Touchscreen-Zone am Zeigefinger und das Silikonmuster sind praktische Details.

Das Innenfleece aus Mikrofaser ist angenehm auf der Haut und isoliert bei leichten Minusgraden. Aber: Wenn die Hände feucht sind, bleiben sie manchmal im Fleece hängen. Dann ist es fast unmöglich, in die Finger des Handschuhs zu kommen. Das habe ich auch schon bei anderen zweilagigen Modellen erlebt.

Fire and Ice

Herzstück der Handschuhe sind die Akkus, die in ein Reissverschlussfach an der Manschette passen. Du kannst sie innen oder aussen am Handgelenk tragen. Wenn ich sie aussen trage, drücken sie auf meine Sportuhr. Deshalb ist für mich die Innentasche die bequemere Option.

Der Akku ist einfach angeschlossen und verstaut.
Der Akku ist einfach angeschlossen und verstaut.

Das Einschalten geht per Knopfdruck am Handschuh. Für mich ein grosses Plus. Denn wenn ich draussen bin, will ich nicht noch mit Apps oder Fernbedienungen hantieren. Ich wähle gleich mal die höchste Stufe in Rot. Die Heizdrähte im Inneren des Handschuhs erwärmen sich. Und ich spüre, wie sich die Wärme über meinen Handrücken und entlang der Finger ausbreitet. Schön.

Während der Coach des Langlauf-Camps erste Instruktionen gibt, sind meine Hände komfortabel warm. Als es dann losgeht und Herz und Kreislauf auf Touren kommen, schalte ich die Heizstufe herunter. Insgesamt gibt es drei Einstellungen, die sich überschneiden: Rot für volle Power (laut Herstellerangaben 45 bis 55 Grad), Weiss für etwas weniger (40 bis 50 Grad) und Blau für die niedrigste Stufe (35 bis 45 Grad).

Nach dem Aufwärmen reicht die niedrigste Stufe. Besser noch: Ganz ausschalten, um Akku zu sparen.
Nach dem Aufwärmen reicht die niedrigste Stufe. Besser noch: Ganz ausschalten, um Akku zu sparen.

Irgendwann haben sich meine Hände durch schweisstreibende Anstiege und zurückgelegte Loipenkilometer soweit aufgewärmt, dass ich die elektrische Hilfe abschalten kann.

Hätte ich auch ohne beheizbare Handschuhe warme Hände bekommen? Sicher. Doch warm zu starten, war viel angenehmer. Ausserdem schmerzen meine Finger oft, wenn sie ausgekühlt sind und dann wieder warm werden. Auf dieses unangenehme Gefühl kann ich dank der Heat-Experience-Handschuhe verzichten.

Tipps für optimalen Nutzen

Sind meine Hände eisig kalt und die Finger taub, wie nach einer ausgedehnten Pause beim Langlaufen oder Biken, können auch beheizbare Handschuhe nicht viel ausrichten. Mein Tipp: Schalte die Heiz-Handschuhe bereits vor dem Start und zu Beginn der Pause ein, damit deine Hände gar nicht erst auskühlen.

Übrigens: Du kannst die Handschuhe auch ohne Akku nutzen. Das gefällt mir besonders, weil ich dann nur ein Paar für Winter-Ausdauer-Aktivitäten brauche. Dank der windabweisenden Oberfläche und der Fleece-Fütterung funktionieren die Handschuhe bei leichten Plustemperaturen beim Wandern und Spazieren. Hinweis bei häufigem Gebrauch: Du kannst nur die Aussenseite der Handschuhe ohne Akku von Hand waschen.

Lade- und Laufzeit

Stichwort Akku. Die Laufzeit ist – für so grosse Akkus – nicht überragend. Auf der höchsten Stufe soll er laut Herstellerangaben für etwa zwei Stunden reichen. Bei mir waren es etwas weniger. Allerdings bei knackig-kalten Temperaturen von sechs Grad unter Null.

Auf der niedrigsten Einstellung soll der Akku rund fünf Stunden halten. Deshalb empfehle ich, die Heizfunktion ganz auszuschalten, sobald die Hände warm sind. So hast du noch Power, wenn du sie wirklich brauchst.

Das Aufladen dauert deutlich über drei Stunden. Ziemlich lang, finde ich. In Sachen Akku-Technologie gibt es sicher noch Luft nach oben.

Was ich vermisse

So zufrieden ich mit den Handschuhen auch bin – ein paar Dinge fehlen mir.

Als erstes: kleinere Akkus mit höherer Laufzeit und kürzerer Ladezeit. Das, was die Heat-Experience-Modelle bieten, entspricht zwar dem Standard für beheizbare Handschuhe, aber wenn ich mir anschaue, was es sonst für kleine, leistungsfähige Batterien gibt, müsste da mehr drin liegen.

Mein zweiter Wunsch: Akku-Ladung per USB-C. Statt des Extra-Ladekabels, das ich in die Ferien mitnehmen muss. Und aufgeschmissen bin, wenn ich es vergesse.

Mit diesem Ladekabel bin ich nicht glücklich, auch wenn ich beide Akkus gleichzeitig laden kann.
Mit diesem Ladekabel bin ich nicht glücklich, auch wenn ich beide Akkus gleichzeitig laden kann.

Mein dritter Wunsch: Eine Ladeanzeige, damit ich abschätzen kann, wieviel Laufzeit mir noch bleibt.

Zu guter Letzt: Mehr Wärme auf der höchsten Stufe. Andere Handschuhe heizen gemäss Herstellerangaben bis zu 60 Grad auf. Um bereits kalte Hände wieder aufzuwärmen, wäre ein Extra-Boost willkommen.

Fazit

Guter Wärme-Handschuh, der nicht alle Wünsche erfüllt

Insgesamt bin ich mit den «Heated Nordic Gloves» zufrieden. Denn sie haben mich von einer Skeptikerin (Handschuhe mit Batterien – wer braucht das schon?) zu einer dankbaren Nutzerin gemacht.

Sie sind kuschelig, gut verarbeitet und leicht zu bedienen. Die Wärme reicht für aktive Sportlerinnen und Sportler aus, die nur einen relativ kurzen Temperaturschub vor dem Start und während der Pausen wünschen. Für diese Zielgruppe sind die Handschuhe gemacht, deshalb hier die volle Punktzahl.

Einen Stern Abzug gibt’s dennoch für die Akkus, die nicht besonders lang halten und mit einem speziellen Ladekabel sowie ohne Ladestandsanzeige daher kommen.

Die Wärmeleistung reicht, um Pausen beim Sport zu überbrücken. Wenn meine Finger schon kalt und taub sind, wären ein paar Grad besser, damit sie wieder warm und beweglich werden.

Pro

  • gut verarbeitet
  • angenehme Fleecefütterung, windabweisend
  • Position des Akkus am Handgelenk wählbar
  • einfach einzuschalten
  • drei Wärmestufen bis 55 Grad
  • Wärme am Handrücken und an den Fingern

Contra

  • kurze Akkulaufzeit bei relativ langer Ladezeit
  • spezielles Ladekabel nötig
  • keine Akkustandanzeige

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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