Die VitalSteam Gesichtssauna von Silk’n im Test

Die VitalSteam Gesichtssauna von Silk’n im Test

Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Zürich, am 08.06.2020
Ein Dampfbad fürs Gesicht soll entspannen. Ich habe die VitalSteam Gesichtssauna von Silk'n getestet und war danach alles andere als relaxed.

«Home Spa»-Geräte versprechen immer dasselbe: Entspannung pur für wenig Geld in den eigenen vier Wänden. Verlockend. Doch nicht selten landet das Gekaufte irgendwo im Keller, zwischen deinem Home Trainer (du wolltest doch nur etwas Gym Feeling) und dem Bananenschneider. Dennoch habe ich mir jetzt eine Gesichtssauna ins Haus geholt. Ob auch sie bald Bekanntschaft mit meinem Keller macht?

Bei der VitalSteam Gesichtssauna von Silk’n kannst du zwischen einer warmen und einer kalten Dampffunktion wählen.

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VitalSteam (Gesichtssauna)
Gesichtspflegegerät/>
Silk'n VitalSteam (Gesichtssauna)
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Laut dem Hersteller hilft der Bedampfer dabei

  • die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • mittels warmem Dampf die Poren zu öffnen.
  • Verunreinigungen zu entfernen.
  • mittels kaltem Dampf die Poren zu schliessen.
  • die Aufnahmefähigkeit von Hautpflegeprodukten zu verbessern.

Einige dieser Angaben decken sich nicht mit den Aussagen einer Dermatologin. Dazu aber später mehr.

Tropf, tropf – selbstverschuldet

Das Gerät verfügt neben einem 180-ml-Wassertank auch über einen Behälter, in den du ätherische Öle oder Kräuter geben kannst, um dein Dampfbad um eine Aromatherapie zu ergänzen. Ich kann wenig mit solchen Düften anfangen und verzichte in meinem Test daher darauf.

In den Wassertank darf nur destilliertes Wasser.
In den Wassertank darf nur destilliertes Wasser.
In dieses Körbchen füllst du dein ätherisches Öl.
In dieses Körbchen füllst du dein ätherisches Öl.

Ich fülle den Tank mit destilliertem Wasser auf (nicht im Lieferumfang enthalten) und ein paar Sekunden nach dem Einschalten geht's schon los. Zuerst möchte ich den warmen Dampf ausprobieren. Mit den empfohlenen 25 Zentimetern Abstand komme ich jedoch nicht klar. Auf diese Entfernung spüre ich kaum etwas. Ausserdem muss ich meinen Kopf ständig hin und her bewegen, weil die runde Düse vermeintlich unvorteilhaft designt ist. Der Dampf zieht seitwärts an der Düse vorbei und verfehlt mein Gesicht. Und dann fällt mir auf:

Ich Vollidiot habe vergessen, die Kappe von der Düse zu nehmen. Das erklärt auch, weshalb der Dampf vor zu kondensiert und mein Sideboard unter Wasser setzt.

Also neuer Versuch.

Schon besser. Viel Dampf am rechten Ort. Nur das Atmen fällt mir dadurch schwer. Mir fehlt die Möglichkeit, die Menge an Dampf zu regulieren. Und dann ist da noch dieser Plastik-Duft, der mir entgegenströmt. Angenehm ist anders. Nach der empfohlenen Behandlungsdauer von zehn Minuten ist der Tank leer. Ausschalten tut sich das Gerät nicht von selbst.

Mit der Kappe drauf ...
Mit der Kappe drauf ...
... zieht der Dampf natürlich am Ziel vorbei.
... zieht der Dampf natürlich am Ziel vorbei.

Die Kältefunktion enttäuscht. Wirklich kalt ist der Dampf nicht. Kühl ja, aber nicht kalt.

Hätte ich das vorher gewusst

Nach meinem Test bin ich weder entspannt, noch habe ich das Gefühl, dass meine Haut mitbekommen hat, welchen Aufwand ich für sie betrieben habe: Mehr als rosige Wangen nehme ich aus der Behandlung nicht mit. Auf der Suche nach Rezensionen, die meine Erfahrungen spiegeln, stosse ich auf ein Video von Dr. Dray, einer Dermatologin, deren Videos ich mir gelegentlich zu Gemüte führe. Sie rät: Finger weg von Face Steamern!

In ihrem Video entkräftet sie einige der Herstelleraussagen zum Produkt. Zum Beispiel, dass sich Poren nicht wirklich öffnen und schliessen lassen, da sie über keine muskelähnliche Funktion verfügen. Die Durchlässigkeit der Haut erfolge über die Hautbarriere, welche durch den warmen Dampf weicher werde. Pflegeprodukte können so zwar tatsächlich besser aufgenommen werden, gleichzeitig verliere die Haut dadurch jedoch Flüssigkeit, was später zu Trockenheit, Irritationen und Entzündungen führen könne. Zudem können so auch Schadstoffe leichter in die Haut gelangen. Am schlimmsten bewertet Dr. Dray solche Modelle, wie das hier vorliegende von Silk'n, die zusätzlich eine Aromatherapie-Funktion besitzen. Und zwar weil ätherische Öle häufig allergische Reaktionen hervorrufen. Der Dampf könne solche Reaktionen noch verstärken, da die Öle einfacher eindringen.

Das ganze Video von Dr. Dray findest du hier.

Nach so viel Aufregung brauche ich erst recht Entspannung.
Nach so viel Aufregung brauche ich erst recht Entspannung.

Ich brauche wohl doch kein Stück Plastik mit Stromkabel, um mein Zuhause in eine Oase der Erholung zu verwandeln. Ein warmes Bad und eine Kerze hätten in meinem Fall schon gereicht – und Platz in meinem Keller gespart. 😝

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül

Editor, Zürich

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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