

«Dito!» ist das Spiel des Jahres 2026
Mit einem Party-Wortspiel aus Indonesien holt ein Schweizer Verlag den Hauptpreis: «Dito!» ist das Spiel des Jahres 2026. «Rebirth» gewinnt die Kategorie Kennerspiel, «Die Insel der Mookies» ist das beste Kinderspiel.
Was tragen Menschen im Gesicht? Brille! Nase! Pokerface! Bei «Dito!» gewinnt nicht die originellste Antwort. Punkte sammelt, wer dasselbe notiert wie andere am Tisch. Dieses einfache Spielprinzip überzeugte die Jury.
Am Sonntagabend vergab das Expertengremium in Berlin die Preise für das Spiel, Kennerspiel und Kinderspiel des Jahres. Sie wählte aus einer Rekordzahl von 571 Neuerscheinungen. Das Ergebnis liefert in allen drei Kategorien eine Premiere.
Erstmals gewinnt ein Spiel aus Indonesien
Martin Ang aus Indonesien entwickelte «Dito!». Im Original heisst das Spiel «JinxO». Game Factory, eine Marke der Carletto AG mit Sitz in Brunnen (Kanton Schwyz), veröffentlichte die deutschsprachige Ausgabe unter dem neuen Namen.
Laut dem Verein Spiel des Jahres gewinnt damit erstmals ein Spiel aus Indonesien den Hauptpreis. «Dito!» setzt sich gegen «Cozy Sticker Ville» und «Morty Sorty Magic Shop» durch.

Quelle: Frederic Schweizer für Spiel des Jahres e.V.
So funktioniert das Siegerspiel für drei bis sieben Personen ab zehn Jahren, das rund 30 Minuten dauert. In jeder der drei Runden wählt die Gruppe drei Kategorien. Alle tragen zu jeder Kategorie drei Begriffe in ein Raster mit neun Feldern ein. Übereinstimmungen bringen Punkte. Notieren genau zwei Personen denselben Begriff, erhalten beide zusätzlich einen sogenannten BFF-Stern. Bestehen alle drei Felder einer Reihe oder Spalte aus Übereinstimmungen, gibt es weitere Bonuspunkte.
Auf den ersten Blick wirkt «Dito!» wie ein weiteres Partyspiel mit Begriffen. Der Reiz entsteht aus zwei Ebenen: Die Spielenden müssen abschätzen, was andere notieren, und zugleich taktisch entscheiden, wo ihre Begriffe im Raster landen. Laut Jury lernen sie dabei, andere Sichtweisen nachzuvollziehen. Daraus entsteht eine positive Dynamik am Tisch.

Schon bei der Vorstellung der Nominierten fiel auf: Viele Titel dieses Jahrgangs verzichten auf komplizierte Regeln und setzen auf direkte soziale Momente. «Dito!» macht diesen Ansatz zum gesamten Spiel.
Reiner Knizia holt den fehlenden Pöppel
Reiner Knizia nimmt seinen Preis im Schottenrock entgegen. Das passt zu «Rebirth»: Frosted Games und Mighty Boards veröffentlichten das Spiel, das nach Schottland und Irland führt.

Quelle: Frederic Schweizer für Spiel des Jahres e.V.
Zwei bis vier Personen platzieren dabei Energieanlagen, Farmen und Siedlungen. Sie vergrössern Gebiete und kämpfen um Burgen. Das Grundprinzip erschliesst sich schnell. Die Konkurrenz auf dem gemeinsamen Spielplan schafft laut Jury taktische Tiefe.
Mit dem Sieg schliesst Knizia die letzte Lücke in seiner Sammlung. Bereits 2008 gewann er mit «Keltis» das Spiel des Jahres und mit «Wer war’s?» das Kinderspiel des Jahres. Damit ist Knizia der erste Spieleautor mit Auszeichnungen in allen drei Kategorien.
Erstmals gewinnt ein Kinderspiel für genau zwei Personen
Florian Sirieix entwickelte «Die Insel der Mookies». Kosmos und Scorpion Masqué veröffentlichten das Spiel für zwei Kinder ab vier Jahren. Auf dem Tisch liegen zwei Kartenstapel. In jedem Zug wählen die Spielenden einen Stapel und eine Kartenseite. So sammeln sie Wesen aus fünf Familien und kämpfen um die jeweiligen Trophäen.

Quelle: Frederic Schweizer für Spiel des Jahres e.V.
Die Regeln bleiben knapp und erfordern dennoch taktische Entscheidungen. Eine Partie dauert rund 15 Minuten. Sirieix entwickelte das Spiel für sein Kind, das sich eine kurze Partie gewünscht hatte. Nun gewinnt mit «Die Insel der Mookies» erstmals ein reines Zwei-Personen-Spiel den Preis als Kinderspiel des Jahres.
Im Mai wirkten die beiden Nominationen von Game Factory noch wie eine Schweizer Randnotiz. Nach der Preisverleihung ist daraus die Hauptgeschichte geworden: «Verflixt verzaubert» geht beim Kinderspiel leer aus, doch «Dito!» holt den Hauptpreis.
Damals schrieb ich: Bis zur Entscheidung bleibt genug Zeit, im Freundeskreis mit maximaler Überzeugung die falschen Favoriten zu tippen. Wer auf «Dito!» gesetzt hat, darf nun wie ich überzeugt sagen: Ich hab’s doch gewusst.
Hättest du gleich entschieden wie die Jury? Sag es in den Kommentaren.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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