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Produkttest

DxO PhotoLab 9: abofreier RAW-Konverter im Test

David Lee
21.5.2026
Bilder: David Lee

Wenn bei DxO alles so gut wäre wie das Entrauschen, wäre der Kaufentscheid einfach. So aber musst du abwägen, was dir wichtig ist.

Zusammen mit Capture One gehört DxO PhotoLab zu den renommiertesten Konkurrenten von Adobe Lightroom. Und zu den teuersten. 260 Franken oder 240 Euro verlangt DxO für seinen RAW-Konverter. Besitzer der Versionen 7 und 8 können für die Hälfte auf das aktuelle PhotoLab 9 upgraden. Anders als bei Capture One gibt es hier keine Abo-Version.

Du kannst PhotoLab 30 Tage lang kostenlos ausprobieren. Ich empfehle, das vor dem Kauf zu tun. So kannst du die Sachen testen, die für dich wichtig sind.

Bedienung und Oberfläche

Wie viele RAW-Konverter gliedert sich die Software in einen Verwaltungs- und einen Bearbeitungsteil. Bilder exportieren kannst du von beiden Orten aus. Eine Vergleichsansicht mit zahlreichen Optionen steht in beiden Modulen zur Verfügung: Seite an Seite, Zweiteilung, beides horizontal oder vertikal. Im Verwaltungsmodus lässt sich auch ein Bild als Referenzbild festlegen und mit anderen Bildern vergleichen.

Zum Vergleichen lässt sich ein Referenzbild festlegen.
Zum Vergleichen lässt sich ein Referenzbild festlegen.

Ebenso kannst du überall gleichzeitig Miniaturen und ein Bild in Grossansicht anzeigen. Du musst nicht hin und her wechseln. Mehr oder weniger Miniaturen lässt du dir im Verwaltungsteil einfach durch das Hochziehen des entsprechenden Bereichs anzeigen. Bis hin zu gar keinen Miniaturen oder gar keinem Einzelbild. Der Bildbrowser lässt sich auch als separates Fenster herauslösen.

Die Oberfläche gefällt mir insgesamt gut und sie ist auch gut verständlich. Ein nettes Zückerli ist die Darstellung der wichtigsten Exif-Daten in Form von Symbolen wie auf einem Kamera-Display.

Die Darstellung der Exif-Daten gefällt mir.
Die Darstellung der Exif-Daten gefällt mir.

DxO lässt sich nicht so frei individualisieren wie Capture One. Die Hintergrundfarbe kannst du nur für den Einzelbildbereich anpassen, der Rest bleibt immer dunkelgrau. Die Oberfläche lässt sich in der Grundstruktur nicht ändern und auch die Tastenkürzel bleiben, wie sie sind.

Bildverwaltung ohne Kataloge, dafür mit einem Problem

Die Bildverwaltung von DxO PhotoLab ist grundsätzlich gut. Sie bringt alle üblichen Funktionen mit, etwa Sternebewertungen, Annehmen und Ablehnen, Stichwörter oder virtuelle Kopien.

PhotoLab kennt allerdings das Konzept von Katalogen nicht. Die Bilder werden in der physischen Ordnerstruktur verwaltet. In einem Projekt kannst du Fotos aus beliebigen Ordnern zusammenstellen – das ist also eine Art virtueller Ordner. So etwas wie die Smart-Sammlungen in Lightroom gibt es nicht. Das wären virtuelle Ordner, die sich aufgrund bestimmter Kriterien selbst füllen.

Ohne Kataloge braucht es nicht zwingend eine Importfunktion. Es wäre trotzdem nett, eine zu haben. So muss ich mit dem Windows Explorer oder dem Finder die Fotos manuell von der Karte kopieren. Dabei die richtige Auswahl zu treffen, ist wesentlich schwieriger. Manche Leute erstellen für jedes Projekt ein Verzeichnis auf der Speicherkarte. Mir ist das zu blöd. Ich will meine Dateien nicht mit der Kamera verwalten, das ist nach meinem Verständnis der Job des RAW-Konverters.

PhotoLab zeigt keine Bilder in Unterverzeichnissen an. Das ist für mich der grösste Minuspunkt in der Verwaltung, denn dies schränkt den Nutzen der Filter stark ein. Meine Fotos befinden sich nicht alle in einem Ordner, sondern sind hierarchisch organisiert. So kann ich zum Beispiel nicht alle Bilder mit fünf Sternen aus meinem Bestand filtern.

Stell dich doch nicht so dumm an.
Stell dich doch nicht so dumm an.

Die Suche funktioniert zum Glück nicht nur im gerade selektierten Ordner. Sie erstreckt sich immer über den ganzen Bestand. Auch hier wäre allerdings der gewählte Ordner mitsamt Unterverzeichnissen besser – ich könnte dann den Suchbereich selbst festlegen.

Zum schnellen Anzeigen der Bilder legt PhotoLab einen Cache an, dessen Grösse du selbst festlegst. Bei mir läuft die Verwaltung flott. Änderungen speichert die Software in einer zentralen Datenbank und zusätzlich, falls gewünscht, in einer Begleitdatei.

Aus dem Verwaltungsmodus heraus kannst du Presets anwenden sowie Einstellungen kopieren und einsetzen. Ich arbeite kaum mit Presets, aber sie scheinen mir brauchbar, da sie nicht übertrieben oder effekthascherisch sind. Im Bearbeitungsteil kannst du auch eigene Presets erstellen. Eine globale vollautomatische Bildoptimierung, die sich schon aus der Bibliothek anwenden liesse, gibt es nicht.

Bearbeitung: umfangreich und ausgereift

Für die Bearbeitung gilt wie bei allen RAW-Konvertern, dass ich nicht alles systematisch durchteste. Ich habe mir einen Überblick über die Funktionen verschafft und einige davon genauer angeschaut.

Alle wichtigen Funktionen sind an Bord – ich vermisse grundsätzlich nichts. DxO war meines Wissens der erste Hersteller, der automatische Objektivkorrekturen mit Profilen anbot. Das war vor über 20 Jahren. Heute ist das mehr oder weniger Standard, es gibt aber immer noch RAW-Konverter, die das nicht können, etwa Photomator. DxO deckt eine sehr grosse Zahl an Objektiven mit Profilen ab. Falls kein Profil vorhanden ist, gibt es auch eine manuelle Objektivkorrektur.

Für die Tonwertkorrektur gibt es drei Hebel. Smart Lighting hellt automatisch Schatten auf und senkt Lichter ab. Die Berechnung erfolgt aufgrund des gesamten Bilds oder eines frei wählbaren Teilbereichs. Es handelt sich nicht um eine Ein-Klick-Korrektur, sondern um einen Schieberegler.

Daneben kannst du mit vier Reglern für unterschiedliche Helligkeitsbereiche auch eine manuelle Tonwertkorrektur vornehmen. Schon kleine Veränderungen an den Reglern haben grosse Auswirkungen, du musst sehr vorsichtig damit umgehen. Ich finde das gewöhnungsbedürftig. Ganz sicher gerät man so eher in Versuchung, es zu übertreiben.

Die Tonwertkorrektur ist leistungsfähig, geht aber recht grob zu Werke.
Die Tonwertkorrektur ist leistungsfähig, geht aber recht grob zu Werke.

Die dritte Art für Tonwertkorrekturen ist die Gradationskurve, wo du auch einen Gamma-Wert einstellen kannst. Die drei Methoden funktionieren unabhängig voneinander und lassen sich kombinieren.

Neben dem Kontrast-Regler gibt es auch «Mikrokontrast» – das ist etwas Ähnliches wie «Klarheit» in Lightroom. Die Farbkorrektur funktioniert sehr ähnlich wie in Lightroom.

DxO Clear View Plus entspricht ungefähr «Dunst entfernen» in Lightroom. Die Funktion hebt durch Dunst verwässerte Landschaftsteile hervor. Im Unterschied zu Lightroom peppt sie aber auch Dinge im Vordergrund auf. Das wirkt zuweilen unnatürlich. Im Beispiel unten wäre die Akzentuierung der entfernten Berge erwünscht, die Gräser im Vordergrund müssten aber nicht zum Leuchten gebracht werden.

Motiverkennung für lokale Korrekturen enttäuschend

Genau für solche Fälle gibt es lokale Korrekturen. Ich wähle den Himmel und die verblassten Hügel aus und wende den Klarsicht-Regler nur auf diese Teile an. Doch hier zeigt sich eine der grössten Schwächen gegenüber Lightroom: Es ist deutlich aufwendiger und schwieriger, die Teile korrekt auszuwählen.

Der Himmel ist der einzige Landschaftsteil, den PhotoLab automatisch erkennen kann. Im obigen, sehr einfachen Beispiel funktioniert das. Im schwierigen Testfoto, das ich für alle RAW-Konverter nutze, klappt es überhaupt nicht. Auch in zahlreichen weiteren Versuchen war die Auswahl fehlerhaft.

Unvollständig und falsch: Die rot eingefärbten Teile hat DxO PhotoLab als Himmel erkannt.
Unvollständig und falsch: Die rot eingefärbten Teile hat DxO PhotoLab als Himmel erkannt.

Für lokale Korrekturen gibt es diverse Werkzeuge wie Verlaufsfilter oder Luminanzmasken. Auch ein automatischer Pinsel, der entlang von Konturen fährt, steht zur Verfügung. Du kommst also schon irgendwie ans Ziel – aber es dauert viel länger als mit automatischer Landschaftserkennung und das Ergebnis ist meist weniger exakt.

Motiv und Hintergrund kann PhotoLab in vielen Fällen perfekt separieren. Im Testbild erkannte die Software auch die Person korrekt. Die Haare hat sie allerdings nicht erkannt, und für andere Gesichtsteile gibt es, anders als in Lightroom und Capture One, gar keine Funktion.

Die Software erkennt die umrisse der Person und erstellt automatisch eine Maske.
Die Software erkennt die umrisse der Person und erstellt automatisch eine Maske.
Lightroom und Capture One (Bild) können aber mehr – sie erkennen auch Gesichtsteile.
Lightroom und Capture One (Bild) können aber mehr – sie erkennen auch Gesichtsteile.

Entrauschen hervorragend

Doch in einer KI-gestützten Disziplin glänzt DxO PhotoLab: beim Entrauschen. Die DeepPrime-Funktion – bei DxO haben alle Funktionen fancy Marketing-Namen – ist etwas vom Besten, was ich bislang gesehen habe. Wenn nicht das Beste überhaupt.

Selbst das stark verrauschte Testbild mit 12 800 ISO bekommt PhotoLab vollständig rauschfrei und gestochen scharf hin – und es treten auch keine skurrilen Artefakte auf. Klar, irgendwann stösst auch PhotoLab an die Grenzen: Bei noch stärker verrauschten Bildern wird das Rauschen gelegentlich als Textur interpretiert und daher nicht entfernt. Insgesamt ist das Ergebnis aber so gut, dass sich Sport- und Wildtierfotografen eine Spezialsoftware wie Topaz Photo AI sparen können.

Weitere Stärke: automatisch ausrichten

Eine Funktion, die ich häufig brauche: Den Horizont ausrichten, so dass zum Beispiel der Meeresspiegel gerade verläuft. In Lightroom mache ich das oft manuell, weil die Software in der Automatik auf wortwörtlich schräge Ideen kommt. Umso erfreulicher zu sehen, dass es mit DxO PhotoLab meistens klappt.

Echt schwierig ist anscheinend die Korrektur der Perspektive, also zum Beispiel stürzende Linien begradigen. Hier versagen selbst die besten Automatiken regelmässig. Manuell kann das ziemlich lange dauern. DxO verbucht hier einen weiteren Pluspunkt: Die Linien werden erfreulich oft korrekt begradigt. Das gilt selbst für eine komplexe Situation wie im Testbild, mit schräg verlaufenden Linien in allen möglichen Richtungen.

Fazit

Gutes, etwas teures Gesamtpaket

DxO PhotoLab ist ein sehr solider RAW-Konverter mit vielen Stärken – aber auch einigen Schwächen, die ich bei dem hohen Preis nicht erwartet habe.

Dank dem einfachen, gut verständlichen Bedienkonzept fällt der Einstieg leicht. Bei der Bildverwaltung fehlt mir eine Importfunktion sowie die Möglichkeit, Fotos mit Unterverzeichnissen darzustellen und zu filtern. Im Bearbeitungsabschnitt überzeugt mich vor allem die hervorragende Entrauschen-Funktion, aber auch das automatische Ausrichten klappt überdurchschnittlich gut. Weniger stark ist DxO bei der KI-gestützten Auswahl von Landschafts- oder Gesichtsteilen. Lokale Korrekturen brauchen deshalb länger und sind weniger genau.

Aufgrund der Entrauschen-Funktion scheint mir DxO vor allem für die Sport- und Wildtierfotografie eine interessante Alternative oder Ergänzung. Für die Studiofotografie sehe ich eher Capture One im Vorteil, und für die schnelle und präzise Korrektur von Landschaftsaufnahmen geht nichts über Lightroom – trotz Abozwang.

Pro

  • praktisches Bedienkonzept
  • umfassende Bearbeitungsfunktionen
  • top beim KI-gestützten Entrauschen
  • perspektivische Korrektur mit guter Automatik
  • als Einmalkauf erhältlich

Contra

  • keine Importfunktion
  • KI-Erkennung von Landschaftsteilen enttäuschend
  • Bildverwaltung scannt keine Unterordner
  • teuer

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


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