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Meinung

Eineinhalb Jahre nach Launch: Macht «Two Point Museum» 2026 immer noch Spass?

Auch kleinere Games werden von Entwicklerstudios mit neuen Inhalten immer länger unterstützt. Aktuelles Beispiel: «Two Point Museum». Nach eineinhalb Jahren tauche ich wieder in die Museums-Sim ein und teste den neuesten DLC. Mein Fazit: «Mehr» ist nicht immer besser.

Die Spiele der Two Point Studios versprühen mit ihrer niedlichen Grafik, witzigen Ideen und frechen Sprüchen einen besonderen Charme. Die Museums-Sim «Two Point Museum» unterstützt das Studio seit dem Launch im März 2025 regelmässig mit Updates. Ich tauche nach langer Absenz wieder in das süsse Simulationsspiel ein – und merke, dass das Studio mit dem neuesten DLC übers Ziel hinausgeschossen ist.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine traditionelle Review mit Sternebewertung. Ich schaue mir an, wie sich das Game nach eineinhalb Jahren und einigen Updates schlägt.

Es war einmal ein Museum

Das Basisspiel von «Two Point Museum» hat meine Kollegin Debora bereits Ende Februar 2025 getestet. Ihr Fazit: Die knuddelige Museumssimulation fesselt zwar nicht auf Dauer, aber sie bot schon damals kurzweiligen und zugänglichen Spielspaß.

Das liegt vor allem an dem typischen Charme der «Two Point»-Games und den vielen Freiheiten im Baumodus, die ich als Museumskuratorin habe. Ich kann für jede Ausstellung eigene Räume schaffen oder die Exponate frei im Raum aufstellen.

Am besten gefällt mir die menschenfressende Pflanze, die ihre Opfer als Clowns kostümiert ausspuckt. Durch verschiedene Exponate aus der ganzen Welt entsteht im Museum ein bunter Mix aus Séance-Bereich mit Geistern, vereisten Kühlschränken und Armadillo-Figuren aus der Steinzeit. Solange jedes Exponat eine Infotafel sowie eine Spendenbox in der Nähe hat, rollt der Rubel.

Um meine Museumsbewertung zu steigern, bilde ich Mitarbeiter zu Tourguides aus. Das erhöht die Zufriedenheit der Besucher maßgeblich. Wissen ist Macht! Und vor allem Geld. Die verdienten Scheine gebe ich auch eineinhalb Jahre nach Release am liebsten für gefährliche Expeditionen aus, um neue Exponate für mein Museum zu finden. Auf diesen Erkundungen verschwindet hin und wieder einer meiner Lieblingsmitarbeiter oder kommt verletzt zurück. Ein bisschen Schwund ist immer.

Der Kern von «Two Point Museum» macht Spass wie eh und je.
Der Kern von «Two Point Museum» macht Spass wie eh und je.

Die Entwicklung von «Two Point Museum»

Seit dem Release gab es einige kostenfreie Verbesserungen und neue Inhalte für «Two Point Museum». Ich habe dank Selbstbedienungskassen etwa weniger Personalbedarf im Souvenirshop, kann gezielter Ausschreibungen für bestimmte Jobs erstellen und sogar neue Enden für die Kampagne freischalten. Dazu kommen Bugfixes sowie vier kostenpflichtige DLCs: «Fantasy Finds», «Zooseum», «Arty-Facts» und «Rides & Relics».

Im Souvenirshop gibt es viele Gegenstände, die dem Museum reichlich Einnahmen bringen.
Im Souvenirshop gibt es viele Gegenstände, die dem Museum reichlich Einnahmen bringen.

Im DLC «Fantasy Finds» toben sich Zauberer, Barden und Co. auf einer Karte im «Dungeons & Dragons»-Stil aus. «Zooseum» bringt ebenfalls eine neue Karte, neue Museumsexperten und Exponate sowie zusätzliche Expeditionsziele. Außerdem kann ich Tiere gesund pflegen und wieder in die Wildnis entlassen, was als erfrischendes Gameplay-Element heraussticht. Der dritte DLC mit dem Namen «Arty-Facts» stellt verschiedene Künste in den Vordergrund: Von Pizza-Skulpturen bis zu Shakespeare auf der Bühne geht hier das Kunst- und Kulturherz auf.

Die ersten drei Zusatzinhalte haben das Grundspiel sinnvoll ergänzt, da sie sich gut in das Konzept eines Museums einfügen. Der dritte DLC schiesst über das Ziel hinaus.

«Two Point Museum» wird zu einem wilden Ritt

«Rides & Relics» ist die neueste Erweiterung, die für «Two Point Museum» erhältlich ist. Mit einer zusätzlichen 5-Sterne-Kampagne, zahlreichen Dekorationsartikeln und allerlei Bauten rund um das Jahrmarktsthema werde ich inoffiziell zur Freizeitparkchefin befördert. Im Kern möchte «Rides & Relics» weiterhin Teil des «Two Point Museum»-Spiels sein, verliert sich aber völlig in Achterbahnsimulationen und Popcornständen.

Im DLC «Rides & Relics» kann ich verrückte Achterbahnen mit Loopings bauen, um die Museumsgäste zu unterhalten.
Im DLC «Rides & Relics» kann ich verrückte Achterbahnen mit Loopings bauen, um die Museumsgäste zu unterhalten.

Die neue Kampagne versucht zu vermitteln, dass Attraktionen wie ein historisches Pferdekarussell und ein Tea Cup Ride genau das Richtige für die Außenfläche meines Museums sind. Den Zusammenhang zwischen Museum und Freizeitpark habe ich leider auch nach einigen Spielstunden nicht verstanden. Stattdessen habe ich bei «Rides & Relics» pausenlos das Gefühl, zwei Spiele gleichzeitig zu spielen. Und keines davon fühlt sich wirklich rund an, weil die Entwickler zu viel auf einmal wollen.

Es ist, als wollte man unbedingt einen Freizeitpark-Sim erschaffen, aber dafür kein neues Spiel auf den Markt bringen. Also werden Warteschlangenmanagement, Achterbahn-Blaupausen und eine Schiffschaukel in das vorhandene System reingequetscht. Das Ergebnis ist eine zusammengewürfelter Sim, die keiner klaren Linie folgt.

Was machen eine Schiffschaukel und die Kraken-Attraktion im Museum?
Was machen eine Schiffschaukel und die Kraken-Attraktion im Museum?

Beim Erstellen einer Achterbahn mit Loopings und Geschwindigkeitsboost vergesse ich regelmäßig, dass es im Museum eigentlich um Höhlenmenschen, Infotafeln und Dinosaurier geht. Zwischen Rutschen mit geschmolzenem Käse und Maskottchenstationen geht der Fokus des Hauptspiels unter.

Im neuen Vergnügungspark kann ich, wie von anderen Freizeitpark-Simulationen gewohnt, Ticketpreise anpassen, Mitarbeiter einstellen und sie schulen sowie die Zufriedenheit meiner Besucher durch neue Gegenstände steigern. Doch insgesamt kratzt der Vergnügungspark-Sim nur an der Oberfläche. Mir fehlt die Tiefe, die andere Simulationsspiele mit Freizeitpark-Thema bieten. Ich möchte zum Beispiel salziges und süßes Popcorn zu verschiedenen Preisen anbieten und tiefer in die wirtschaftlichen Punkte eintauchen. Doch dafür ist kein Platz, denn die grundlegenden Museumsmechaniken müssen parallel betreut werden.

Die Käserutsche im «Rides & Relics»-DLC ist ganz schön klebrig!
Die Käserutsche im «Rides & Relics»-DLC ist ganz schön klebrig!

«Two Point Museum» lohnt sich immer noch – mit einer Ausnahme

Die Stärke der «Two Point Studios» liegt in den aberwitzigen Mechaniken des Grundspiels. Neue Inhalte sollten damit verschmelzen, wie es die bisherigen DLCs vorgemacht haben. Die Mischung aus modernen Freizeitpark-Elementen von «Rides & Relics» und ein paar losen Museumsaufgaben wirkt wild zusammengewürfelt und nicht stimmig. Das haben die älteren Erweiterungen besser gelöst.

Möchtest du auch wieder in die Welt von «Two Point Museum» eintauchen, kannst du dir das neueste Update «Rides & Relics» getrost sparen.

«Two Point Museum» und alle DLCs sind erhätlich für PS5, Xbox Series X/S, Switch 2 und PC. Sega hat mir die PC-Version zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

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Ich hatte als Kind weder einen Gameboy noch einen Super Nintendo. Darum stieg ich erst mit fünfzehn Jahren in die Welt des Gamings ein. Seither versuche ich, den Rückstand mit allen Mitteln gutzumachen. Schaue ich mir die jährlich steigende Zahl der Game-Releases an, scheint sich aber die gesamte Branche gegen mich verschworen zu haben. 


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