Elgato Eve Aqua: Besser als herkömmliche Bewässerungscomputer?

Elgato Eve Aqua: Besser als herkömmliche Bewässerungscomputer?

Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Zürich, am 17.08.2018
Schwarz, schlicht, hochwertig. So kommt der Bewässerungsautomat Eve Aqua von Elgato daher. Seine Aufgaben erledigt er gewissenhaft. Nur eine Sache verdirbt mir den Spass ein wenig.

Bewässerungscomputer sind aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken. Einmal nach den eigenen Bedürfnissen eingestellt, werden die Blumen tagtäglich selbstständig eingenässt. Du selbst musst keinen Finger mehr rühren. Auch während du in den Ferien bist, werden deine Pflänzchen weiter begossen. Egal ob Sonne oder Regen. Und genau das ist die Krux an der Sache. Wenn es zwei Wochen durchregnet, brauchst du normalerweise nicht mehr zusätzlich zu bewässern. Wenn dir deine Nachbarn aber nicht den Hahn zudrehen, geschieht oftmals genau das. Eve Aqua, das neue Teil von Elgato, soll Abhilfe schaffen. Mal sehen, ob das stimmt.

Schlichte Eleganz

Ich bin bei meinen Eltern zu Hause, denn für meine paar Blümchen auf dem Balkon brauche ich keine Bewässerungsanlage und habe deshalb auch keine. In der elterlichen Küche mache ich die kleine weisse Box auf. Drinnen liegt ein schwarzer Kasten und kaum Zubehör. Das freut mich schon einmal, da das normalerweise auf eine einfache Installation hinweist. Noch mehr freue ich mich, als ich zwei AA-Batterien entdecke. Das ist bei vielen Produkten nicht selbstverständlich. Der kleine Kasten liegt gut in der Hand, die Verarbeitung ist hochwertig. Was auffällt, es gibt lediglich einen Knopf, sonst nichts. Dieser schaltet die Bewässerung entweder an oder aus.

Mir gefällt,
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was ich sehe.
was ich sehe.

Ohne iOS hast du schlechte Karten

Die Batterie ist drin, der Eve Aqua kann angeschlossen werden. Er bietet einen Standardanschluss, der mit jedem Gardenasystem funktioniert. An so einem probiere ich den Bewässerungscomputer aus. Der Rasensprenger hängt dran, Zeit für den ersten Test. Ich drücke den einzigen Knopf und der Rasensprenger beginnt mit voller Wucht zu bewässern. Ich bin jetzt zwar nass, aber der Test ist bestanden. Ich gehe über zum digitalen Teil, der App. Denn die soll ja den grossen Unterschied machen. Doch schon beim Betrachten der Box wird mir klar, dass das mit meinem Android-Phone nichts wird. Ich öffne den Play Store vorsichtshalber trotzdem einmal, es ist aber wirklich keine App zu finden. Hätte ich den Produktbeschrieb richtig gelesen, wäre mir das sofort klar gewesen. Egal, schnell das alte iPhone 5 meines Vaters stibitzt und weiter geht’s.

Ruckzuck hängt das Ding am Hahn.
Ruckzuck hängt das Ding am Hahn.

Aus der Ferne bewässern

Phone und Eve Aqua müssen erst kurz gekoppelt (per Bluetooth) und konfiguriert werden, was keine grosse Sache ist. Die App ist ziemlich übersichtlich. Klickst du auf deinen installierten Bewässerungscomputer, kannst du die Bewässerungs ein- und ausschalten und einen Zeitplan erstellen. Ausserdem siehst du den geschätzten Wasserverbrauch und wie lange dein Garten schon bewässert wird. Damit hat es sich schon, viel mehr brauchst du eigentlich auch nicht. Für das beste Feature, meiner Meinung nach, musst du dein Gerät aber zusätzlich zu deinem Apple HomeKit hinzufügen. Das passiert über die Home-App auf deinem iOS-Gerät. Nachdem die Standortdienste aktiviert, der Eve Aqua gefunden und hinzugefügt und der QR-Code auf der Einleitung gescannt wurde, kannst du deine Pflanzen aus der Ferne giessen. Das heisst, dass du von überall her deine Gartenbewässerung per Smartphone steuern kannst. Das hat bei mir gut funktioniert. Ich muss aber zugeben, dass sich die Distanz in Grenzen hielt. Ich war vielleicht ein, zwei Kilometer weg und nicht auf der anderen Seite des Planeten.

Dein Rasensprenger lässt sich jetzt auch aus Timbuktu steuern.
Dein Rasensprenger lässt sich jetzt auch aus Timbuktu steuern.

Sprich mit mir

Der zweite Clou ist die Sprachsteuerung. Wenn du zu faul bist, vom Sofa aufzustehen, um den Knopf auf dem Eve Aqua zu drücken und sogar zu faul, um die App zu öffnen, dann rufe dir Siri herbei. Mit dem Schlagwort Eve Aqua und dem jeweiligen Befehl lässt sich die Bewässerung ein- oder ausschalten und die Dauer bestimmen. Anfangs hat mich Siri ein paarmal falsch verstanden, das rührt aber auch daher, dass die Befehle nicht definiert sind und ich mich wohl etwas zu umständlich ausgedrückt habe. «Eve Aqua ein/aus» hat mit Abstand am besten funktioniert. Siri ist halt keine Frau der grossen Worte.

Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten tut Siri, was ich ihr sage.
Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten tut Siri, was ich ihr sage.

Fazit

Der schwarze Kasten sieht gut aus, ist einfach zu installieren und tut, was man ihm sagt. Und am wichtigsten: Wenn ich das Gerät zum Apple HomeKit hinzufüge, kann ich die Bewässerung aus der Ferne per App steuern und meinen Giessplan den Wetterverhältnissen anpassen, ohne lauter Sensoren zu installieren. Wer meine Ring Review gelesen hat, weiss, dass ich auf viel Schnickschnack im Leben verzichten kann und kein Problem damit habe, Dinge manuell zu erledigen. Aber bei diesem Gerät macht die App einfach Sinn! Deshalb ist es umso ärgerlicher, dass es Eve Aqua nur für iOS gibt. Ich als Android-Nutzer schaue in die Röhre und kann mir das Gerät deshalb nicht anschaffen. Hätte ich aber ein iPhone würde das Ding sofort in meinem Einkaufswagen landen. Dann aber wahrscheinlich als Geschenk für meine Eltern, die meine Begeisterung teilen und tatsächlich einen Garten besitzen.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger

Editor, Zürich

Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Menschen, Gedanken und Lebenswelten kennenzulernen,. Journalistische Abenteuer lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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