Exerbell: die Kettlebell aus Wasser
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Exerbell: die Kettlebell aus Wasser

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 10.02.2021
Ein Sack und ein bisschen Wasser – fertig ist die Exerbell. Ein Personaltrainer aus Zürich will damit den Fitnessmarkt aufmischen. Fast 150000 Franken hat er auf Kickstarter für sein neues Produkt bereits gesammelt.

Vor Corona war Tommy Chang Fitnesstrainer in Zürich. Dann beendete der erste Shutdown seine ambitionierten Wachstumsziele. Er hatte geplant, seine Groupfitness-Kurse auch in Basel und Zug anzubieten. Doch daraus wird vorerst nichts. Im Sommer hatte der studierte Marketingfachmann dann eine ebenso simple wie clevere Idee. Nimm einen Sack und fülle ihn mit Wasser: Fertig ist die Exerbell.

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Chang stellte sich die Frage, wie das Fitnesstraining der Zukunft aussieht und vor allem: Wo es stattfindet? Vermutlich werden auch nach dem Ende der Pandemie viele Menschen weiterhin zuhause trainieren. Er geht davon aus, dass sich die Fitnessindustrie zu einem Hybridmodell aus Fitnesscentern und Home-Gyms entwickeln wird. Das ist durchaus möglich, wie ich gerade am eigenen Leib erfahre.

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Die Krise als Chance

Wie so viele verlagerte auch Tommy Chang vergangnenen Frühling während des ersten Shutdowns seine Kurse ins Netz. Allerdings führte das Training mit Eigenkörpergewicht nur begrenzt zum gewünschten Erfolg. Also kamen in einem nächsten Schritt Wasserflaschen, Rucksäcke oder Dufflebags gefüllt mit Büchern zum Einsatz. Schwierig war jedoch, für ihn als Coach aber auch für die Teilnehmenden, das passende Gewicht zu definieren. Gewichte aus Eisen waren entweder ausverkauft oder seine Kursteilnehmer*innen wollten diese nicht für zuhause.

Einerseits kosten Hanteln schnell ein paar hundert Franken, andererseits stehen sie die meiste Zeit ungenutzt herum. Ausserdem sehen sie nicht schön aus, können den Boden beschädigen und sind gefährlich für Kinder.

Chang überlegte, wie er die Hilfsmittel, mit denen er bereits in seinen Online-Sessions arbeitete, vereinheitlichen und idealerweise auch ansehnlicher machen könnte. Er fing an, mit verschiedenen Materialien Taschen zu basteln, testete diese über Monate immer wieder und zeigte sie unterschiedlichen Leuten. Bis eines Tages jemand sagte: «Das würde ich kaufen, was kostet es?» Mit diesem Prototyp startete Chang anschliessend seine Kampagne auf Kickstarter. Die Finanzierung scheint fürs erste gesichert zu sein, sind doch bisher fast 150000 Franken zusammengekommen.

Exerbell, die bessere Kettlebell?

Die Exerbell ist ein zusammenklappbares, tragbares Fitnessgerät. Du kannst damit zuhause, im Freien oder unterwegs funktionelles Fitnesstraining betreiben. Durch die Verwendung von Wasser als Gewicht werden einfache Übungen schwieriger, da die Dynamik des sich bewegenden Wassers Instabilität erzeugt und den Körper auf neue Weise herausfordert. Dabei sorgt ein Auslaufschutz für ein sicheres Training in Innenräumen.

Die klassische Kettlebell hingegen ist eine Metallkugel mit Haltegriff. Die Konstruktion aus Gussmetall kann rasch Kratzer oder Dellen im Boden oder den Wänden verursachen. Hier setzt Chang mit seiner weichen Exerbell an, die aus recyceltem PET besteht. Du kannst sie übrigens auch mit Sand füllen. Unterschiedlich befüllt wiegt sie zwischen 2 und 14 Kilogramm. Nach dem Training leerst du sie und verstaust sie trocken und zusammengelegt in einer Schublade. Je nach Ausführung kostet eine Exerbell zwischen 36 und 52 Franken.

Eine Innovation, die auf den ersten Blick durchaus interessant scheint und ich gerne mal testen werde, sobald das Teil verfügbar ist. Ob ich mir dann auch den Post-Workout-Shake darin anrühre, bleibt abzuwarten 😋.

Es ist noch offen, ob und ab wann das Produkt bei Galaxus verfügbar sein wird. Unser Produktmanagement ist bemüht, die Verfügbarkeit sicherzustellen.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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