(Fast) alles dabei im Advanced Skin 12 von Salomon
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(Fast) alles dabei im Advanced Skin 12 von Salomon

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 24.09.2018
Bilder: Thomas Kunz
Was zeichnet einen guten Trailrunning-Rucksack aus? Meine gesamte Ausrüstung hat darin Platz und ich spüre ihn nicht. Der Advanced Skin 12 von Salomon kann beides. Ich habe ihn für dich getestet.

Normalerweise habe ich auf Läufen von bis zu zwei Stunden nichts zu Trinken dabei. Vor und nach dem Lauf genügend Flüssigkeit aufnehmen, reicht mir vollkommen. Diesen Sommer ist aber vieles anders. Die hohen Temperaturen während Wochen machen mir zu schaffen. Und so bin ich zum ersten Mal froh, Wasser dabei zu haben.

Durst
Durst
Wasser im Überfluss
Wasser im Überfluss

Die beiden vorderen Brusttaschen bieten Stauraum für zwei Soft Flasks mit je einem halben Liter Fassungsvermögen. Der «Advanced Skin 12» von Salomon ist zusätzlich mit einer 1.5-Liter-Trinkblase kompatibel, die jedoch extra gekauft werden muss. Insgesamt kannst du so 2.5 Liter Flüssigkeit mitführen. Allerdings gibt's wegen den vorderen Soft Flasks zwischendurch auch mal belustigte Blicke und die eine oder andere Bemerkung von wegen «Bitty?».

Negativ: In der Sommerhitze wird das Wasser ziemlich rasch ziemlich warm. Ausserdem bekommt es von den Flasks ein sehr unangenehmes, künstliches Plastikaroma. Warmes Plastikwasser schmeckt widerlich, ist in der Not aber besser als zu dehydrieren. Die kompatible Trinkblase konnte ich nicht testen, da im Advanced Skin 12 zwar die leere Isolierhülle enthalten ist, die Blase aber wie gesagt separat dazugekauft werden muss. Wieso eigentlich?

Entwickelt für längere Läufe

Der Advanced Skin 12 ist mit einem Leergewicht von 276 Gramm angenehm leicht und liegt sehr eng an, auch bei grosser Zuladung. Das Volumen beträgt insgesamt 12 Liter, mehr als genug auch für lange Strecken. Heute habe ich einfach mal Folgendes eingepackt:

  • Regenjacke
  • Kappe und Handschuhe
  • Handy
  • Portemonnaie
  • Sportkopfhörer
  • Zwischenverpflegung
  • Soft Flasks (gefüllt)
  • Sicherheitsdecke
  • Isolierhülle (leer, für die Trinkblase)
Eingepackt
Eingepackt
Ausgepackt
Ausgepackt

Gepackt habe ich ehrlich gesagt nur so auf die Schnelle, ohne mir viele Gedanken darüber zu machen. Mit ein bisschen Planung und Sorgfalt bekommst du sicher noch einiges Material mehr in diesen Trailrunning-Rucksack. Zum Beispiel jede Menge Gels oder Riegel. Satt gerollt sollte sogar ein leichter Schlafsack darin Platz finden. Zur Not lässt es sich so auch mal ein, zwei Tage draussen «überleben».

Die Fächer

Der Advanced Skin 12 von Salomon bietet eine Vielzahl an Fächern für die unterschiedlichsten Anwendungen. Du kannst von oben, von hinten und von der Seite auf die diversen Fächer zugreifen. Gewisse sind mit einem Reisverschluss gesichert, andere, wie die Kängurutasche, bieten einen schnellen Zugriff auf die Ausrüstung von beiden Seiten. Viele Fächer sind auch zugänglich, ohne den Rucksack abzulegen.

Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen ...
Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen ...
... oder einfach nach hinten greifen, Patrick
... oder einfach nach hinten greifen, Patrick

Negativ: Es gibt kein wasserfestes Fach. Alles, was trocken bleiben soll, musst du in Behältern oder Plastikbeuteln mitführen.

Der Rucksack ist auch mit einem Tragesystem für Stöcke ausgestattet. Da ich nicht im Hochgebirge unterwegs bin, teste ich diese Funktion jedoch nicht. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass auch diese einwandfrei funktioniert.

Look and Feel

Eigentlich spielt es ja keine Rolle, wie so ein Teil aussieht. Oder? «Cooles Teil, das du dir da umgeschnallt hast. Sieht stark aus. Weiter so!» Eigentlich ist es noch lässig, wenn der wildfremde Lokführer einer kleinen Regionalbahn während der Fahrt das Fenster runterkurbelt und dir sowas zuruft. Oder? Also der coole Look des Advanced Skin 12 schadet sicher nicht. Es spielt jedoch eine Rolle, wie sich das Teil beim Laufen anfühlt.

Ich bin da sehr pragmatisch: Alles was ich trage und nicht merke, dass ich es trage, ist gut. Natürlich spürst du anfangs, dass du einen Rucksack auf den Schultern hast. Allerdings liegt er sehr nahe am Körper, auch voll bepackt, und verrutscht selbst bei grosser Belastung nur minimal. Das ist wirklich top. Wichtig ist, dass du die richtige Grösse wählst. Ich habe mich bei 180 cm/77 kg für Small/Medium entschieden, was fast ein wenig zu klein ist, aber gerade noch passt.

Zubehör

Der Advanced Skin 12 wird mit zwei Soft Flasks à je 0.5 Liter, einer Isolierhülle für eine 1.5-Liter-Trinkblase, einer Sicherheitsdecke und angeblich einer Rettungspfeife geliefert. Diese habe ich jedoch bis heute beim besten Willen nicht ausfindig machen können. Sie soll sich irgendwo direkt am Rucksack verarbeitet befinden.

Hier gibt's die detaillierten Spezifikationen.

keine Informationen über dieses Bild verfügbar

Fazit

Ich habe das an anderer Stelle schon geschrieben, aber ich wiederhole mich gerne: Die bei Salomon wissen, was sie tun. Kein Wunder, sind sie Marktführer in diesem Bereich. Was zeichnet einen guten Trailrunning-Rucksack aus? Er ist leicht, liegt eng am Körper und verrutscht nicht, auch bei grosser Zuladung. Meine gesamte Ausrüstung findet darin Platz und ist stets griffbereit. Der Advanced Skin 12 erfüllt alle diese Anforderungen locker.

Schade, gibt es kein wasserfestes Fach. Das wäre eine echte Aufwertung. Apropos Wasser: Ich bin ja kein Chemiker, aber mich würde schon interessieren, wie viele Plastikpartikel es im Wasser braucht, damit dieses danach schmeckt. Das ist wirklich gruusig und echt unangenehm. Allerdings bleibt dies das einzig wirklich Negative und die Tatsache, dass ich die Trillerpfeife nicht finden kann.

Kaufempfehlung? Auf jeden Fall für Runner, die oft und lange in den Bergen unterwegs sind. Zum Joggen brauchst du einen solchen Trailrunning-Rucksack nicht. Es ist wie mit einem «normalen» Rucksack. Auf einen zweistündigen Stadtbummel nimmst du auch keinen mit, auf die Bergwanderung schon.

Advanced Skin 12 M/L
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Salomon Advanced Skin 12 M/L

Come run with me auf meinem Autorenprofil.

Nachtrag: Kollege Raphael Knecht hat mich soeben darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine Pfeife und die Rettungspfeife bei einem der Fächer integriert sei. Danke. Darauf muss man ja aber auch erst mal kommen, in das Fach zu blasen. Sachen gibt's ...

Ja, wo ist sie denn?
Ja, wo ist sie denn?
Ja, da ist sie ja!
Ja, da ist sie ja!

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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