Hinter den Kulissen

Galaxus sei Dank! Wie ich zur überzeugten Schminkpinsel-Jüngerin wurde

Anika Schulz
10.11.2022

An der Frage «Womit trage ich Make-up auf?» scheiden sich die Geister. Pinsel, Beauty-Blender oder Finger: Es gibt mindestens drei Methoden, um die flüssige Farbe mit der Gesichtshaut zu verschmelzen.

Welche die beste ist, ist natürlich Geschmackssache. Aber manchmal steckt auch eine lustige Geschichte dahinter. Beispielsweise darüber, wie ein Video über Schminkpinsel mir den Anstoß zu diesem Artikel gab. Ein Blick hinter die Kulissen.

Was die Eingangsfrage betrifft, war ich bisher klar in der Fraktion «Make-up mit den Fingern auftragen». Warum? Weil a) meine Mutti es genauso gemacht hat und der Mensch nun mal durch Imitation lernt. Und weil ich b) der Meinung war, dass ich dann mehr Kontrolle beim Auftragen der Foundation habe. Einmal hatte ich es mit einem Beauty-Blender versucht und war von dem Schwämmchen in Ei-Form enttäuscht, weil er das Make-up größtenteils selbst aufsaugte, anstatt es ebenmäßig auf meinem Gesicht zu verteilen.

Darüber hinaus fühlte ich mich in guter Gesellschaft, denn Miranda Kerr schwört auf das Make-up-Auftragen via Fingerspitzen: «Benutz deine Finger zum Auftragen, weil die Körperwärme dafür sorgt, dass die Make-up-Formel regelrecht mit deiner Haut verschmilzt.» Und da Frau Kerr eine eigene Beauty-Marke hat, Kora, muss sie es ja wissen, oder? Damit war das Thema für mich erledigt und Model Miranda jahrelang mein Beauty-Guru.

Bis ich anfing, bei Galaxus zu arbeiten und meine Redaktionskollegin Natalie kennenlernte, die das Format #beautymitnati auf unserem YouTube-Kanal bespielt. Insbesondere das Video, in dem Natalie ihre Meinung zu meiner Frage «Womit trage ich Make-up auf?» kundtut, ließ mich laut lachen. Und ich fand mich sehr doll wieder in ihrem Kommentar: «Es ist einfach sooo schmierig und man muss hinterher Hände waschen. Uuuurrggg …» Wo Nati Recht hat, hat sie Recht. Denn wie oft hatte ich schon das Händewaschen nach dem Schminken vergessen und infolgedessen Make-up-Fingerabdrücke auf Klamotten und Möbeln hinterlassen? Oft. Zu oft.

Es war also an der Zeit für meinen Erstversuch mit einem Foundation-Pinsel. Nati empfahl mir, einen Pinsel von den Marken Nyx oder Morphe zu probieren, die seien «anfängerfreundlich und haben vernünftige Preise», versicherte mir unsere firmeninterne Beauty-Expertin.

Und was soll ich sagen? Ich bin zum Pinseltum konvertiert! Anfangs musste ich ein bisschen rumprobieren, bis ich die richtige Menge an Make-up für meinen Brush gefunden hatte. Aber seitdem bin ich begeistert. Kein Geschmiere mehr, der Auftrag ist wesentlich ebenmäßiger als mit den Fingern und mit dem Pinsel kann ich im Anschluss auch gleich noch mein Rouge verblenden. Nati hat Miranda als Beauty-Queen den Rang abgelaufen – bei mir zumindest.

Und damit auch unsere Leserinnen und Leser unsere YouTuberin und Beauty-Redakteurin Natalie ein bisschen besser kennenlernen, hier ein kleines Interview mit ihr:

Warum machst du Make-up-Tutorials auf YouTube?
Natalie: Vor etwa zehn Jahren entschied ich mich, meine Meinung zu Beauty-Kram auf einem Blog namens «Bitches Love Candy» festzuhalten. Zu der Zeit schaute ich mir in jeder freien Minute Make-up-Tutorials auf YouTube an. Ich war fasziniert von der Wandelbarkeit, die so ein bisschen Farbe mit sich bringen kann. Da lag der Schritt, selbst Videos zu machen, auf der Hand. Erst privat, dann auch hier auf Galaxus. Den Anstoß dazu gab mir unsere Video-Producerin Valentina Sproge. Ihr verdanke ich das fantastische Set-up, den knackigen Schnitt und dass ich mich vor der Kamera wohlfühle.

Wie bereitest du dich auf einen Dreh vor?
Vor jedem Dreh herrscht in meinem Kopf Chaos. Deshalb schreiben wir vorher genau auf, was wir für den Dreh benötigen: Make-up, Tools, Accessoires, Outfits, Requisiten etc. Ich schreibe dann einen Skript-Entwurf dazu, den Valentina prüft, um sicherzugehen, dass der Inhalt pointiert genug für ihren Schnitt ist. Geübt wird nicht. Vor dem Dreh gehen wir aber am Set nochmals den Ablauf durch und besprechen die einzelnen Videoeinstellungen. Also wo was gezeigt wird, wann Nahaufnahmen und Voice-Overs sinnvoll sind, welche Lichtfarben passend wären und so weiter. Während dem Dreh bin ich dann auf Valentinas Engelsgeduld angewiesen, weil ich mir keinen geraden Satz merken kann und sich immer wieder Versprecher und Wortwiederholungen einschleichen.

Bist du in echt auch so witzig wie in den Videos?
Du findest mich in den Videos witzig?

Ja, total!
Das freut mich. Auch wenn mir bewusst ist, dass das nicht jeder so empfindet. Ich komme beim Filmen nicht drum herum, auf allen Ebenen eine Spur stärker aus mir herauszugehen. Die Mimik ist dann ausgeprägter, die Emotionen aufgebauschter, die Sprüche frecher, die Stimme lauter und das Make-up kräftiger. Die Kamera schluckt und dämpft sonst vieles. Also im Grunde bin das ich mit mehreren Espressi intus.

Braucht man wirklich für alles verschiedene Pinsel: Lidschatten, Rouge, Puder, Foundation? Das ist ja eine Wissenschaft für sich.
Die vernünftige Antwort auf diese Frage lautet: Du kannst problemlos mit demselben Pinsel dein Gesichtspuder, deinen Bronzer, Blush und Highlighter auftragen und mit einem weiteren Pinsel deine Augen schminken. Aber der Beauty-Freak in mir würde dir gern für jede Gesichtspartie einen anderen Pinsel aufschwatzen. Besonders bei Lidschattenpinseln merke ich persönlich, wie die Wahl des richtigen Designs und Materials je nach Look zu saubereren Übergängen, präziseren Details und kräftiger leuchtenden Farben beiträgt.

Werde ich jetzt pinselsüchtig? Es gibt ja Schminkpinsel für alles Mögliche.
Es gibt nur einen Weg das herauszufinden: Du musst noch mehr Pinsel kaufen und es ausprobieren.

Gibt es eigentlich eine Selbsthilfegruppe für Pinsel- und Schminksüchtige?
Auf YouTube finden viele Betroffene zusammen. Leider mit dem Nebeneffekt, dass auch Empfehlungen ausgetauscht werden und noch mehr Geld fließt.

Fun Fact am Rande: Ursprünglich hatte ich angefangen, Natalies Videos zu gucken, um Schweizerdeutsch zu lernen. In meinen Hamburger Ohren sind meine Schweizer Kolleginnen und Kollegen nämlich manchmal etwas schwer zu verstehen – und ich will ihnen nicht ewig zumuten, nur meinetwegen Hochdeutsch zu reden. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.


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