
Hintergrund
Ich kam mit einer Tinktur, ich ging mit Tabletten
von Martin Jungfer

Die Nachfrage nach Anti-Haarausfall-Produkten wächst bei Galaxus seit Jahren. Insbesondere Unter-25-Jährige setzen immer häufiger auf Tinkturen und Shampoos. Und das, obwohl längst belegt ist, dass die meisten kaum wirken.
Bis zu 70 % der Männer und etwa 40 % der Frauen sind im Verlauf ihres Lebens von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Schütteres Haar verändert nicht nur das Aussehen, sondern wirkt sich auch auf die Psyche der Betroffenen aus. Studien berichten von sozialen Phobien, Depressionen und anhaltenden Angstzuständen. Manche Betroffene leiden auch unter Schlafstörungen, Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen.
Für andere ist diese Verzweiflung ein Geldsegen. Auf dem Markt wimmelt es von Shampoos, Ölen und Seren, die versprechen, Haarausfall zu stoppen oder das Wachstum neuer Haare anzuregen. Und die Leute kaufen sie fleissig.
Eins vorweg: Der Galaxus-Selbsttest zeigt, dass die im freien Verkauf erhältlichen Mittelchen und Shampoos Haarausfall kaum stoppen können. Das ist nichts Neues und wissenschaftlich belegt. Trotzdem hat sich der Absatz von Haarölen und -seren mit den Wirkversprechen «Anti-Haarausfall» oder «Haarwachstum» bei Galaxus in den letzten drei Jahren verdreifacht. Der Verkauf von Shampoos mit solchen Versprechen legte in diesem Zeitraum um 150 Prozent zu.
Insbesondere Jüngere setzen immer früher auf Prävention. Während 2022 noch eine von 100 Personen unter 25 Jahren Seren und Öle kaufte, die gegen Haarausfall helfen sollen, war es 2025 bereits jede zehnte. Aktuell liegt der Kaufanteil der Unter-25-Jährigen sogar bei 16 Prozent. Auch die 25- bis 34-Jährigen kämpfen immer häufiger gegen Geheimratsecken und lichtes Haar. Ihr Anteil hat sich in den letzten fünf Jahren auf mittlerweile 40 Prozent verdoppelt. Damit liegen sie an der Spitze des Rankings. Im Januar 2026 waren die Unter-35-Jährigen zudem erstmals für mehr als die Hälfte aller Verkäufe bei Galaxus verantwortlich.
Auch bei den Shampoos wächst der Anteil der jungen Käuferinnen und Käufer, wenn auch langsamer als bei den Seren und Ölen. Shampoo als Doping für die Haare ist weiterhin eher etwas für Personen mittleren Alters.
Es fällt auf, dass immer mehr Frauen in den Erhalt ihrer Haarpracht investieren. Mittlerweile gehen bei Galaxus zwei von drei Anti-Haarausfall-Ölen und -Seren an Kundinnen. Vor fünf Jahren waren es noch nicht einmal die Hälfte. Auch bei den Shampoos ist der Gender-Gap mittlerweile verschwunden.
Neben dem Versprechen, Haarausfall zu stoppen, bieten viele dieser Mittelchen und Shampoos auch Pflegeeigenschaften. Diese können durchaus ihre Wirkung zeigen – nur eben selten beim Stoppen des Haarausfalls. Um schütteres Haar effektiv vorzubeugen oder zu behandeln, empfehlen Expertinnen, einen spezialisierten Arzt zu konsultieren. Denn erst wenn die Ursachen für den Haarausfall bekannt sind, können diese zielgerichtet und mit den geeigneten Mitteln bekämpft werden.
Bist du von Haarausfall betroffen? Unternimmst du etwas dagegen oder setzt du sogar präventiv auf unterstützende Mittel? Wir sind gespannt auf deine Tipps.
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