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Nintendos grösster Flop, der Virtual Boy, kommt zurück
von Domagoj Belancic

Du hast eine Switch 2? Hier erfährst du, welche Spiele-Highlights und Gadgets du dir vormerken solltest.
Blutrünstige Zombies, Killerroboter und chaotische Mario-Multiplayer-Action. Auf der Switch 2 ist in den kommenden Wochen ganz schön was los. Damit nicht genug: Neue Hardware gibt’s auch. Nintendo feiert ausgerechnet die Rückkehr seines grössten Konsolen-Flops und überrascht mit einem bizarren Blumen-Gadget fürs Wohnzimmer.
An einem Preview-Event konnte ich Nintendos kommende Spiele- und Gadget-Highlights testen. Hier erfährst du, auf welche Releases du dich freuen kannst – und welche du aus dem Kalender streichen solltest.

Nintendo überrascht immer wieder mit ulkigen Hardware-Releases – zuletzt mit dem Game-Wecker «Alarmo», der mich mit Sounds aus Nintendo-Spielen weckt.
Für 2026 hat der Spielehersteller zwei weitere merkwürdige Gadgets angekündigt, die ich am Preview-Event ausprobieren durfte.
Andere Unternehmen würden den grössten Misserfolg ihrer Firmengeschichte für immer totschweigen. Aber Nintendo ist nicht wie andere Unternehmen. Nintendo macht eben Nintendo-Dinge und zelebriert ihren Rekord-Flop mit einem grandiosen Retro-Revival.
Die Games für den Virtual Boy werden in der Retro-Bibliothek des «Nintendo Switch Online + Expansion Pak»-Abos neu aufgelegt. Gleichzeitig erscheint eine Replika der roten «Taucherbrille». Ohne diese Zusatzhardware sind die Retro-Games im Abo nicht spielbar.
Mein Ersteindruck von der Hardware: Verdammt, das fühlt sich genau wie das Original an. Das ist keine billige Kopie, sondern ein detaillierter Nachbau der Retro-Konsole. Die Knöpfe, die komischen Standbeine, die roten Linsen … alles zum Verwechseln ähnlich.
Mit einem entscheidenden Unterschied: Die Replika ist lediglich eine leere Hülle – kein Motherboard, kein verbauter Bildschirm.

Um das Zubehör zu nutzen, muss ich zunächst eine Switch oder Switch 2 von oben einschieben. Den Switch-Bildschirm betrachte ich dann durch die zwei separaten, rot gefärbten Linsen. So entsteht ein stereoskopischer 3D-Effekt, der den pixeligen Welten eine verblüffende Tiefe verleiht. Einen speziellen Controller für die Games gibt es nicht – ich steuere alles mit den Joy-Cons.
Die Spiele sehen durch die Replika-Linsen authentisch aus. Der grösste Unterschied liegt in der Helligkeit. Während das Original oft finstere Bilder produziert, liefert die eingeschobene Switch 2 ein viel helleres und damit schöneres Gesamtbild.

Die Authentizität ist lobenswert, bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Der Virtual Boy ist auch in der Neuauflage äusserst unbequem. Um in die Brille zu gucken, muss ich mich unnatürlich verrenken. Aus Erfahrung mit dem Original kann ich sagen: Das gibt schnell Nackenschmerzen. Auch der unangenehme Rotstich nervt. Schon nach wenigen Minuten muss ich aus der Replika «rauskommen», um meinen Augen eine kurze Pause zu gönnen. Immerhin: Nintendo verspricht, dass ein kommendes Software-Update auch angenehmere Färbungen zulassen wird – unter anderem eine schlichte Schwarz-Weiss-Kombi.
Zum Start werden sieben Spiele im Retro-Katalog verfügbar sein – darunter auch bisher unveröffentlichte Games. Am Preview-Event spiele ich drei davon. Offiziell gab es lediglich 22 Spiele für den Virtual Boy.
«Teleroboxer»: Ein simples Boxspiel, in dem ich als Roboter kämpfe. Ich muss Schlägen ausweichen und kontern. Der 3D-Effekt kommt bei gegnerischen Angriffen gut zur Geltung. Insgesamt bietet der Titel eher seichtes Gameplay, das nur für kurze Zeit unterhält.

«Galactic Pinball»: Pinball. Nicht mehr und nicht weniger. Der 3D-Effekt ist subtil, funktioniert aber gut.

«Virtual Boy Wario Land»: Das unangefochtene Highlight im Launch-Lineup. Ein klassisches Wario-Jump'n'Run, wie ich es aus Game-Boy-Zeiten kenne und liebe. Der 3D-Effekt kommt bei Spezialeffekten sowie bei Warios häufigen Wechseln zwischen Vorder- und Hintergrund zur Geltung.

Zwischen den ausgestellten Virtual Boys erblicke ich ein weiteres Gadget, das gerade erst angekündigt wurde: die Plauderblume aus «Super Mario Bros. Wonder».
Die batteriebetriebene Blume erfüllt keinen Zweck. Ich platziere sie irgendwo bei mir zu Hause und lebe mit ihr. Gelegentlich redet das Teil mit sich selbst. Die Blume kann ausserdem Musik abspielen, sich über die Temperatur beklagen, mir sagen, wie spät es ist und mich morgens wecken.
Drücke ich auf den einzigen Knopf auf der Vorderseite, redet sie auf Kommando mit mir. Das teste ich vor Ort und erhalte folgende Reaktionen:
«Gab's schon was zu essen?»
«Tolles Wetter für ein Schläfchen.»
«Man sagt, dass der Ozean nach Tränen schmeckt.»
«Oh! Ich bin richtig aufgeregt.»
«Mir geht's wundervoll.»
«Vor Bowser sind wir hier sicher, oder?»
Süss. Und lustig. Aber: Schon nach wenigen Klicks höre ich erste Wiederholungen. Für ein Gadget, das primär zum Labern da ist, ist das enttäuschend.
Immerhin: Die fertige Version soll je nach Tageszeit unterschiedliche Reaktionen liefern.

Optisch überzeugt das Gadget. Die Plauderblume wurde dem Original aus dem Game detailgetreu nachempfunden und ist hochwertig verarbeitet. Das labernde Spielzeug ist zudem schön kompakt und passt auf jeden noch so chaotischen und vollen Schreibtisch.
Die Games, die Nintendo an das Preview-Event gebracht hat, sollen vor allem eines signalisieren: Nintendo ist für alle da. Neben hauseigenen Mario-Titeln durfte ich an zwei Krachern von Capcom Hand anlegen.
Zunächst schwinge ich den virtuellen Tennisschläger in «Mario Tennis Fever». Ich gehe mit einer gesunden Portion Skepsis an die Session heran. Bei Marios Sportspielen weiss man nie, ob sie zu den Multiplayer-Highlights des Jahres gehören oder seelenlose Cashgrabs mit minimalem Inhalt sind (hust, «Mario Strikers: Battle League Football», hust).
Ich kann Entwarnung geben – «Mario Tennis Fever» wird ein Hit, da bin ich mir sicher.

Ich spiele mich zunächst durch ein Tutorial. Die Steuerung ist intuitiv, schnell, präzise. Nichts einzuwenden. Danach trete ich gegen einen niederländischen Journalisten an, der neben mir zockt. Zum Schluss messe ich mich mit dem Niederländer im Doppel gegen ein anderes Paar. Ich gebe zu: Ruhmreich ist unser Auftritt nicht. Spass habe ich trotzdem.
Was mir bei allen Spielmodi auffällt, ist die wahnsinnig grosse Auswahl an spielbaren Mario-Charakteren – 38 an der Zahl. Hinzu kommen über 30 spezielle «Fever»-Schläger, die in den hitzigen Partien mit Spezialkräften glänzen. Einige elektrisieren Gegner mit Blitzen, andere frieren den Tennisplatz ein oder setzen ihn in Brand. Herrlich chaotisch.

Neu in «Mario Tennis Fever» sind die Wunderblumen aus «Super Mario Bros. Wonder». Treffe ich diese in bestimmten Spielmodi, dreht das Game für kurze Zeit durch. In einem Match hüpfen Nilpferde in Ballform über den Platz. In einem anderen steigen Röhren aus dem Boden empor und schiessen mit Kugelbällen umher. Es gilt, irgendwie zu überleben. Und mehr Punkte zu sammeln als die Gegner. Plötzlich ist der Spuk vorbei und das Match geht wie gewohnt weiter.
Ein Fiebertraum, den ich am liebsten noch stundenlang weitergespielt hätte.
Wer denkt sich nur diese unglaublich langen und unnötig präzisen Titel bei Nintendo aus? Aber hey, immerhin weisst du so ganz genau, was dich erwartet.
Hierbei handelt es sich um eine technisch überarbeitete Switch-2-Version von «Super Mario Bros. Wonder» – dem meiner Meinung nach besten 2D-Mario aller Zeiten. Das heisst: Das Spiel läuft in einer höheren Auflösung und bietet schnellere Ladezeiten.

Weil das Upgrade nicht kostenlos ist, spendiert Nintendo dem Re-Release neue Multiplayer-Inhalte: den «Bellabel-Park». Auf dieser virtuellen Spielwiese gibt es eine Reihe von Attraktionen (sprich: Minispiele), in denen ich gegen andere Spieler antrete oder zusammen mit ihnen arbeite. Mein Eindruck nach dem Anspielen: Erinnert mich an «Mario Party»-Minispiele. Nur besser. Und in 2D.
In einem Minispiel müssen wir zu viert eine Bombe ans Ende eines Levels transportieren. Das Game sagt uns jeweils, wer die Bombe gerade tragen muss. Ist sie bei der falschen Person, zählt ein Countdown runter. Bei Null explodiert sie. Lustiges Chaos, bei dem man seine Mitspieler am liebsten anschreien würde (hätte ich auch gemacht, wenn es nicht wildfremde Leute gewesen wären).

In einem anderen Minispiel muss ich mich in einem Level verstecken. Ich tarne mich als Wolke oder als Plauderblume und versuche, mich unauffällig zu verhalten. Ein Gegner ist mit einer verfluchten Maske unterwegs. Findet er mich, trage ich die Maske. Wer sie bei Ablauf der Zeit trägt, verliert. Eine nette Idee, die aber bereits nach dem ersten Durchlauf ihren Reiz verliert.
Am besten gefallen mir zwei Renn-Minispiele. Zunächst schwebe ich auf einer Pusteblume durch ein Level und versuche, das Ziel als Erster zu erreichen. Danach hüpfe ich in Ballform umher – gar nicht so einfach, die Kontrolle zu behalten. Schade, dauern die Rennen nur so kurz.

Erst vor Kurzem war ich bei Capcom und habe das meist erwartete Horror-Game 2026 ausführlich auf der PS5 Pro getestet. Meine Eindrücke liest du hier:
Bei Nintendo zocke ich das grafische Meisterwerk erstmals auf der Switch 2 – es handelt sich um den Abschnitt, den ich an der letztjährigen Gamescom bereits gespielt habe. Auch auf der kleinen Tablet-Konsole sieht das Game fantastisch aus!
Klar, an die PS5-Pro-Version kommt der Port nicht ran. Das Entwicklerteam ist aber an den richtigen Stellen Kompromisse eingegangen. Der grösste visuelle Unterschied ist das fehlende Raytracing. Das wirkt sich primär auf die Beleuchtung aus, die auf der PS5 Pro dynamischer und atmosphärischer wirkt. Vereinzelt fallen mir einige verwaschene Texturen auf. Die Haare der Protagonistin wirken auch viel steifer als auf Sonys Konsole. Zudem läuft das Spiel in einer niedrigeren Auflösung – aber trotzdem mit 60 FPS!

Trotzdem: Auf der Switch 2 sieht das Spiel immer noch verdammt gut aus und versprüht eine gelungene Horror-Atmosphäre. Gelegentliche Kreischer und «Oh mein Gott»-Schreie der Kolleginnen und Kollegen vor Ort bestätigen dies.
Das Game bekräftigt einmal mehr meine Theorie: Auf der Switch 2 gibt es keine «unmöglichen Ports» mehr. Alles ist möglich, auch AAA-Kracher wie «Resident Evil Requiem».
Ein weiterer Capcom-Titel, den ich bereits auf der PS5 gespielt habe und nun auf der Switch 2 neu kennenlerne. Meine Eindrücke zum Spiel von der letztjährigen Gamescom liest du hier:
Die Gameplay-Mechanik ist einfach genial. Mit einem futuristischen Waffenarsenal kämpfe ich gegen blutrünstige Killerroboter. Während ich die Blechbüchsen niederballere, hacke ich sie gleichzeitig in einem Minispiel, das auf der rechten Bildschirmseite eingeblendet wird.
Das Multitasking-Gameplay verlangt mir einiges ab und fühlt sich herrlich frisch und unverbraucht an. Glaub mir, «Pragmata» ist ein waschechter GOTY-Anwärter.

Der Switch-2-Port ist auch bei «Pragmata» gelungen. Capcom geht ähnliche Kompromisse, wie bei «Resident Evil Requiem» ein: niedrigere Auflösung, einige verwaschene Texturen, steife Haare, kein Raytracing. Hier gibt es aber nur 30 FPS (soweit ich das beurteilen kann).
Auch hier bleibt die visuelle Identität des Sci-Fi-Shooters erhalten. Bei einigen schnelleren Baller-Abschnitten hätte ich mir jedoch einige Frames pro Sekunde mehr gewünscht.
Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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Hintergrund
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