HBO Max: Erste Details zum neuen Streamingdienst
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HBO Max: Erste Details zum neuen Streamingdienst

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 10.07.2019
Ab Frühling 2020 kommt Warner Medias «HBO Max». Zumindest in den USA. Der Streamingdienst soll die neue, ernstzunehmende Konkurrenz für Netflix und Amazon Prime Video sein. Nun gibt das Medienunternehmen erste Details bekannt.

HBO Max. Vor wenigen Tagen sickerte der Name des neuen Streamingdienstes aus dem Hause Warner Media bei einigen Brancheninsidern durch. Nun hat sich das amerikanische Medienunternehmen mit Sitz in New York selber zu Wort gemeldet. Mit einer Medienmitteilung und einem Ankündigungstrailer. Dessen Versprechen: HBO und vieles, vieles mehr.

Release und Portfolio – aber noch keine Preise

In der Medienmitteilung schwärmt Warner: «Verankert und inspiriert durch das Vermächtnis von HBOs Exzellenz und preisgekröntem Storytelling, wird der neue Service mit einer umfangreichen Sammlung exklusiver Originalprogramme, Max Originals, und den Besten der Besten aus dem enormen Warner-Media-Portfolio an geliebten Marken und Programmen maximiert.»

«Maximiert». Daher auch das «Max» in HBO Max. Aus der Mitteilung lässt sich weiter entnehmen, dass der Dienst im Frühjahr 2020 starten wird. Zumindest in den USA. Ein internationaler Start ist auch geplant, allerdings nicht vor 2021. Damit hat Disneys Streamingdienst – Disney Plus – zumindest vom Timing her die Nase vorn.

Über die Preisgestaltung lässt sich Warner Media noch nicht aus. Dafür gibt’s einen Einblick ins Portfolio, das auf drei Standbeine aufgebaut ist. Das sind einerseits Eigenproduktionen, die exklusiv für HBO Max produziert werden – sogenannte «Max Originals». Andererseits sind das eingekaufte Serienklassiker mit hoher Folgenzahl und, als drittes Standbein, Produktionen aller Warner-Media-Marken. Etwa Warner Bros., DC Entertainment und New Line Cinema.

Max Originals: Die neuen Eigenproduktionen

Warner Media hat bereits zahlreiche Max Originale in Auftrag gegeben. Darunter das auf dem Buch von Brian Herbert und Kevin Anderson basierende «Dune: The Sisterhood» oder eine animierte Neuinterpretation der «Gremlins». Ebenfalls sind Spielfilme in Zusammenarbeit mit Hollywood-Produzent Greg Berlanti und Schauspielerin Reese Witherspoon geplant.

Gremlins als Animationsserie?
Gremlins als Animationsserie?
Warner Bros.

Darüber hinaus werden alle laufenden und kommenden HBO-Produktionen zum HBO-Max-Programm gehören. Etwa Stephen King’s «The Outsider», mit Ben Mendelsohn in der Hauptrolle, das kommende «Game of Thrones»-Spin-Off, so George R. R. Martin in der Medienmitteilung selbst, und die Romanadaption von Philip Pullmans «His Dark Materials».

Noch unklar ist, ob HBO selbst als eigenständiges, separates Einzelangebot bestehen bleibt oder gänzlich in HBO Max integriert wird. Möchte Warner Media seinen Streamingdienst als starke Marke gegen Netflix und Amazons Prime Video etablieren, ist von letzterem auszugehen.

Serienklassiker und das DC-Verse

Mit Eigenproduktionen will Warner Media neue Abonnenten anlocken. Zum Bleiben animieren will sie das New Yorker Unternehmen mit Serienklassiker wie «Friends». Dessen Exklusivrechte sind bei Netflix abgelaufen, was von den Kaliforniern umgehend mit einem bedauernden Tweet kommentiert worden ist. Weitere Dauerbrenner sind «Pretty Little Liars» sowie 90er-Jahre-Hit «The Fresh Prince of Bel-Air».

Ebenfalls in die Bibliothek eingegliedert werden Produktionen der bekannten Warner-Media-Marken. Dazu gehören Filme von Warner Bros., etwa alle «Harry Potter»- und «Fantastic Beasts»-Filme, sämtliche DC-Comicverfilmungen und die «Lord of the Rings»- oder «Hobbit»-Verfilmungen von Tochterunternehmen New Line Cinema.

Dazu kommen die Animationsprogramme von Cartoon Networks und Adult Swim, Serien und Formate von TNT und TBS, Kinderprogramme von Boomerang sowie CNN-Produktionen. HBO Max wird ebenfalls die neue Streaming-Heimat für alle Serien sein, die Warner Bros. für The CW Network produziert – darunter die DC-Serien «Arrow», «The Flash» und das kommende «Batwoman».

Weil The CW Network nur zur Hälfte von Warner Media kontrolliert wird, werden die DC-Serien bereits 30 Tage vor Startdatum auf HBO Max abrufbar sein. The CW Network wird aber eigenständig bestehen bleiben und kein fester Bestandteil vom neuen Streamingdienst werden.

Warner Media wird also den Trend fortsetzen, als Content-Eigentümer die eigenen Shows und Filme auf einer eigenen Streamingplattform zu vertreiben. Die Streaming-Blase bläst sich weiter auf. Bleibt nur die Frage, wann sie platzt.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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