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Michelle Brändle
Produkttest

Huawei Mate X7 im Test: endlich Google-Apps ohne Kopfschmerzen

Das neueste Foldable von Huawei macht schicke Fotos und glänzt mit einem speziellen Design. Und Apps von Google kannst du nun einfacher denn je aufs Gerät laden.

Huawei-Smartphones waren in den letzten Jahren wie Sportwagen ohne Zündschlüssel: Schön anzusehen, technisch beeindruckend, aber ohne Google-Dienste für die meisten unbrauchbar.

Mit dem neuen Mate X7 räumtder Hersteller dieses Hindernis grösstenteils aus. Das Foldable punktet nicht nur mit High-End-Kameras und edlem Design: Endlich schaffe ich es, Google Maps und Co. ohne Informatiklehre zum Laufen zu bringen.

Software: Google-Installation ist endlich einfacher

Huawei darf keine Google-Services direkt anbieten. Bisher musstest du diese mit einem Workaround auf das Smartphone laden. Den hat Huawei nun deutlich vereinfacht und ebnet damit den Weg für Gmail, Google Maps und Co.

Dank Aurora Store klappt es auch mit Youtube und Co.
Dank Aurora Store klappt es auch mit Youtube und Co.

Neu kannst du den «Aurora Store», einen alternativen App Store, direkt aus der «Huawei App Gallery» laden. Dann gibst du der Software die Installationsrechte und lädst alle künftigen Apps vom «Aurora Store» direkt auf dein Smartphone. Ob SBB-App, E-Banking oder Spotify – die Installation läuft flüssig. Endlich fühle ich mich nicht mehr genötigt, Informatik studieren zu müssen, nur, um mein Handy zu nutzen. Auch den Formfaktor beachten die Apps aus dem Aurora Store: So zocke ich Games über das volle Innendisplay oder stelle das Phone halb gefaltet auf den Tisch. So kann ich Youtube auf dem oberen Display gucken.

Dafür musst du bei den vorinstallierten Apps etwas aufräumen. Der Hersteller bietet nicht nur einen eigenen App Store, sondern auch eigene Apps für Browser, E-Mail, Maps und dergleichen. Auch sonstige Bloatware, wie Temu und Co., liefert Huawei weit mehr, als mir lieb ist.

Huawei dürfte aber weniger Bloatware draufpacken.
Huawei dürfte aber weniger Bloatware draufpacken.

Auf dem Mate X7 ist Huaweis EMUI 15.0 installiert. Seit einiger Zeit hat sich Huawei von Android verabschieden müssen. Das Betriebssystem basiert zwar immer noch auf Android, aber nicht mehr auf den aktuellen Versionen. Zu Updatezeiträumen ist wenig bekannt. Mindestens vier Jahre Softwareupdates muss Huawei aber laut EU-Richtlinien liefern.

Die KI-Funktionen werden mir nicht so aufgezwungen, wie ich das inzwischen von diversen anderen Herstellern kenne. Bei der Bildbearbeitung finde ich diesbezüglich ein paar praktische Tools. Auffällig: Ich habe keine nervigen Wartezeiten, wenn ich ein Tool nutze. Möchte ich ein Objekt entfernen, klicke ich es an und zack, weg ist es! Die Ergebnisse sind zwar im Vergleich mit Samsung mangelhaft, für kleinere Sachen reicht es aber.

Display und Design: schick, schick!

Huawei setzt beim Mate X7 auf Extravaganz: Die rotbraune Kunstleder-Rückseite fühlt sich hochwertig an und ist angenehm resistent gegen Fingerabdrücke. Dominant ist das Kameramodul.

Also ich find’s nice.
Also ich find’s nice.

Mir gefällt das Design bis auf die stark abgerundeten Kanten. Immerhin liegt das Smartphone so angenehm in der Hand. Die mitgelieferte Hülle schmiegt sich in den passenden Farben an Rückseite und Scharnier und macht das Foldable kaum dicker. Praktisch: Der drehbare Standfuss. Damit stelle ich das Foldable horizontal oder vertikal auf.

Das Huawei Mate X7 liegt bei den Dimensionen zwischen dem Samsung Galaxy Z Fold 7 und dem Google Pixel 10 Pro Fold. Die Displays sind innen (rund 8 Zoll) und aussen (rund 6,5 Zoll) bei allen etwa gleich gross.

Sowohl aussen als auch innen bekommst du beim Mate X7 ein OLED-Display mit adaptiver Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hertz. So spart das Gerät je nach Nutzungsart etwas Strom und scrollt dennoch flüssig. Die Displays selbst haben beide eine kräftige Farbwiedergabe und dunkle Schwarztöne. Mit einer Spitzenhelligkeit von 1200 Nits (kurzfristig sind sogar bis zu 3000 Nits möglich) liest du auch bei strahlendem Sonnenschein alles problemlos vom Display ab.

Das Smartphone hat eine Zertifizierung von IP59. Damit ist es vor geringeren Mengen Staub und vor dauerhaftem Untertauchen in Süsswasser geschützt.

Das Display erstrahlt hell und in knalligen Farben.
Das Display erstrahlt hell und in knalligen Farben.

Das Scharnier steht der Konkurrenz in nichts nach und wirkt solide verbaut. Es lässt sich also angenehm öffnen und schliessen. Ich muss nicht zu viel Druck ausüben und nichts wackelt.

Hardware: Rechenpower dürfte besser sein

Huawei packt beim Mate X7 einen eigenen Chip rein: den Kirin 9030 Pro. In den Benchmarks schlägt er sich weniger gut als das Samsung Galaxy Z Fold 7 und das Google Pixel 10 Pro Fold. Das Öffnen und Nutzen von Apps läuft insgesamt flüssig – im Alltag merke ich also keine Mängel.

Genshin Impact kann ich nur in mieser Qualität zocken.
Genshin Impact kann ich nur in mieser Qualität zocken.

Dafür aber beim Zocken: Mein Benchmark-Spiel «Genshin Impact» lässt sich nur mit niedriger Grafik flüssig spielen. Das ist bei einem Phone dieser Preisklasse ein herber Dämpfer. Gerade auf dem riesigen 8-Zoll-Panel wäre das Mate X7 das ultimative Handheld-Gerät. Doch der Kirin-Chip bremst den Spielspass leider aus, bevor er richtig Fahrt aufnimmt.

Dem Foldable stehen 16 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Zusätzlich bekommst du 512 GB internen Speicher für Apps und Dateien. Das ist grosszügig angelegt und wichtig, weil es keinen microSD-Slot gibt.

Trotz des stattlichen 5600-mAh-Akkus ist das Mate X7 kein Langstreckenläufer. Mit rund 11 bis 12 Stunden Laufzeit im geschlossenen Zustand schlägt es sich zwar besser als das Samsung Galaxy Z Fold 7, bleibt aber insgesamt im Mittelfeld. Immerhin: Wenn der Saft weg ist, hängt es nicht lange am Kabel. Dank 66-Watt-Charging ist die Batterie in weniger als einer Stunde wieder bei 100 Prozent. Kabellos nimmt der Falter noch 50 Watt entgegen.

Kameras mit hohem Dynamikumfang

Bei den Kameras zieht Huawei alle Register. Die Hauptkamera bildet dank HDR-Technik extreme Lichtkontraste ab, ohne dass Details in den Schatten absaufen oder Lichter ausbrennen. Die Schärfe ist Huawei-typisch knackig (manchmal einen Tick zu viel des Guten) und die Dynamik der Bilder beeindruckend.

  • Hauptkamera: 50 MP, HDR (F1.49)
  • Ultraweitwinkel: 40 MP (F2.2)
  • Telefoto- und Makrokamera: 50 MP (F2.2) mit 3,5-fachem optischen Zoom
  • Aussenselfie: 8 MP (F2.4)
  • Innenselfie: 8 MP (F2.2)

Die Hauptkamera macht durchgehend schöne Fotos. In schummrigen Innenräumen liefert die Kamera immer noch gute Qualität. Sogar aus den Lichtverhältnissen nachts holt das Foldable noch gute Fotos heraus.

Drinnen bei wenig Licht macht die Kamera gute Bilder.
Drinnen bei wenig Licht macht die Kamera gute Bilder.
Sogar nachts überzeugt mich die Linse.
Sogar nachts überzeugt mich die Linse.

Die Weitwinkelkamera macht ebenfalls sehr gute Fotos im Vergleich zur Hauptkamera. Das liegt wohl am Pixel-Binning, wobei das Gerät mehrere Pixel zu einem zusammenfasst. Das erhöht die Qualität der Fotos bei wenig Licht, drückt deren Auflösung aber auf 12 Megapixel runter. Allerdings sind die Farben im Weitwinkel noch etwas knalliger, das gefällt mir persönlich in den getesteten Szenarien besser.

Bei den Selfies erkenne ich extreme Unterschiede, was mich aufgrund der Specs nicht überrascht. Fotografiere ich mit der Selfiekamera aussen, entsteht ein knalliges Ergebnis. Das Foto, bei dem meine pinken Haare stark leuchten, mag ich besonders. Mit der Hauptkamera sind die Fotos weniger knallig, aber auch die blasseren Ergebnisse finde ich gelungen.

Das Foldable erkennt übrigens automatisch, wenn ich das Handy umdrehe. Dann wechselt es auf den Aussenmodus.

Mehr Details und weniger Wumms bekomme ich mit der Hauptkamera.
Mehr Details und weniger Wumms bekomme ich mit der Hauptkamera.
Knalliger und wohl auch eher für Selfies ausgelegt ist die Frontkamera.
Knalliger und wohl auch eher für Selfies ausgelegt ist die Frontkamera.

Die Telekamera liefert bei Makroaufnahmen und bis zu 3,5-fachem Zoom gute Ergebnisse. Ich kann die Schrift beim 10-fach-Zoom sogar noch besser lesen, weil sie nur dort gross genug ist, jedoch mit Einbussen. Ab da bis zum 100-fachen Zoom wird es dürftig.

Das Makro überzeugt mich und ich erkenne die lustige Pixellandschaft in einem meiner Keycaps.
Das Makro überzeugt mich und ich erkenne die lustige Pixellandschaft in einem meiner Keycaps.
Die originale Distanz links. In der Mitte siehst du den 3,5-fachen Zoom mit scharfer Schrift. Rechts der 10-fache Zoom.
Die originale Distanz links. In der Mitte siehst du den 3,5-fachen Zoom mit scharfer Schrift. Rechts der 10-fache Zoom.

Fazit

Edles Kamera-Foldable

Das Huawei Mate X7 ist ein edles Stück Technik, das vor allem durch die starke Kamera punktet. Dass Huawei die Nutzung von Google-Apps dank «Aurora Store» nun einfach gestaltet, ist ein Pluspunkt – so fühlt sich das Gerät fast wie ein «normales» Smartphone an. Wenn du gern fotografierst und Wert auf ein schickes Display sowie eine schnelle Ladezeit legst, könnte das Mate X7 etwas für dich sein.

Allerdings trübt die Performance des Kirin-Chips das Gesamtbild für Power-User: Möchtest du grafisch anspruchsvolle Games wie «Genshin Impact» auf dem grossen Screen geniessen, wirst du enttäuscht. In dieser Preisklasse ist die schwache Leistung schwer zu schlucken.

Letztlich bleibt das Mate X7 ein Gerät für Individualisten, die das besondere Design mit Klappmechanismus lieben und bereit sind, Abstriche bei der Rechenpower zu machen. Auch zu den Update-Zeiträumen äussert sich Huawei zu wenig genau.

Bei uns im Shop ist es zurzeit nicht erhältlich, lediglich das Mate X6. Mit diesem Vorgängermodell kämpfst du bezüglich Google-Apps noch mit mühsamen Workarounds. Willst du statt der starken Kamera lieber mehr Leistung, empfehle ich dir, zu einem anderen Foldable zu greifen. Samsung, Google und Honor liefern aktuell gute Geräte.

Pro

  • schicke, helle OLED-Displays
  • starke Hauptkamera mit hohem Dynamikumfang
  • einfacherer Workaround für Google-Services
  • schnelles Laden (66W Kabel / 50W Wireless)
  • inklusive praktischem Standfuss-Case

Contra

  • schwache GPU-Leistung
  • viel Bloatware
  • KI-Bildbearbeitung im Vergleich zur Konkurrenz ungenau
Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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