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Laura Scholz
Produkttest

Ich war mit dem «90 Fun» Carry-On von Xiaomi auf Reisen – mein Fazit

Laura Scholz
16.1.2026
Bilder: Laura Scholz

Der «90 Fun» Carry-On von Xiaomi gehört zu unseren Bestsellern. Nach einer gemeinsamen London-Reise gebe ich ihm eine 7/10. Warum, liest du hier.

Wochenendtrip mit Handgepäck – der perfekte Zeitpunkt, um mal wieder einen Koffer zu testen. Weil ich ihn optisch sehr schön finde, er in den Bewertungen konstant gut abschneidet und zu unseren zehn Bestseller-Koffern gehört, nehme ich den «90 Fun» Carry-On von Xiaomi mit nach London.

Seinen ersten Pluspunkt sammelt das Alu-Köfferchen bereits, bevor es überhaupt richtig im Einsatz ist. Denn seine clevere Verpackung macht mir den Transport vom Shop bis nach Hause herrlich einfach: Der grosse Pappkarton ist mit einem stabilen Plastikgriff versehen.

Dank des Griffs lässt sich die Verpackung unkompliziert transportieren.
Dank des Griffs lässt sich die Verpackung unkompliziert transportieren.

Zu Hause angekommen, wird endlich aus- und dann eingepackt. Es gilt, den «90 Fun» aus zwei Styropor-Stossdämpfern und einem Stoffsäckchen zu befreien. Seine breit gerippte Alu-Hartschale enttäuscht auch im Realitätscheck nicht: Der Koffer wirkt hochwertig und stabil – wiegt allerdings auch leer schon gute vier Kilo. Ein klein wenig schade ist, dass die TSA-Schloss-Riegel und die Rollengelenke nur aus Plastik sind. Naja, wer ist schon perfekt? Dafür gleitet er auf seinen vier Rädern leise und wie eine Eins in alle erdenklichen Richtungen. Sein Ausziehgriff lässt sich auf Tastendruck wie geschmiert in die Höhe ziehen und auf vier verschiedenen Stufen feststellen.

Schlicht, schön, stabil – der kleine Koffer überzeugt mich auf den ersten Blick.
Schlicht, schön, stabil – der kleine Koffer überzeugt mich auf den ersten Blick.
Erster Punktabzug: Die Schliessen sind leider nur aus Plastik.
Erster Punktabzug: Die Schliessen sind leider nur aus Plastik.

Das Interieur

Die zwei Riegel gelöst, lässt sich der Xiaomi-Trolley aufklappen und hält innen … nicht viel bereit. Beide Kofferhälften sind mit je einem Y-förmigen Spanngurt mit Klettverschluss versehen, um ihre Ladung sicher an Ort und Stelle zu halten. Ausserdem gibt es eine lose, ungepolsterte Trennplatte, in deren Reissverschlussfach Kleinigkeiten wie Schlüssel oder Ladekabel eine Mitreisemöglichkeit finden. Das war’s. Aber braucht ein Kabinen-tauglicher Koffer vielleicht auch nicht mehr? Wahrscheinlich Ansichtssache.

Das Innenleben des Handkoffers ist minimalistisch gehalten.
Das Innenleben des Handkoffers ist minimalistisch gehalten.

Auf seinen 50,5 × 38,3 × 20,3 Zentimetern (Aussenmasse inklusive Rollen: 55,1 × 38,3 × 20,3 cm) bekomme ich für meinen Vier-Tages-Trip alles problemlos verstaut. Die Trennplatte lege ich (als Knitterschutz?) zwar wieder auf die gepackten Sachen, einen richtigen Nutzen kann ich ihr allerdings nicht abgewinnen. Ein kleines Seitenfach wäre mir zum Unterbringen von Krimskrams fast lieber gewesen.

Um die Verwechslungsgefahr so gering wie möglich zu halten – ich habe aus meinem letzten Test schliesslich gelernt –, schnalle ich dem Xiaomi noch einen unübersehbaren Gepäckanhänger um (laut Google Holiday 100 eh voll im Trend) und dann kann es auch schon losgehen.

In den zwei Kofferhälften bringe ich alles für meinen Kurztrip unter.
In den zwei Kofferhälften bringe ich alles für meinen Kurztrip unter.
Sicher ist sicher: Der kleine Hoptimist kennzeichnet den Koffer als meinen.
Sicher ist sicher: Der kleine Hoptimist kennzeichnet den Koffer als meinen.

Die Rückkehr

Der «90 Fun» musste donnerstags von zu Hause via S-Bahn an den Flughafen, ins Handgepäckfach, via London Tube ins Hotel. Und sonntags den gleichen Weg wieder zurück. Eine Reise, die ihre Spuren hinterlassen hat. Bei genauem Hinsehen musste der Koffer hier und da Beulen und Kratzer einstecken – so ist das mit Alu-Oberflächen. Mich stören die kleinen «Souvenirs» nicht weiter, ich mag sogar, dass der Trolley nicht mehr nigelnagelneu aussieht. Hast auch du vor, 200 Franken zu investieren, solltest du dir über die Anfälligkeit des Materials aber bewusst sein.

Die Alu-Hartschale ist sichtbar verbeult …
Die Alu-Hartschale ist sichtbar verbeult …
… und hat einige Kratzer abbekommen.
… und hat einige Kratzer abbekommen.

Fazit

Schön und praktisch mit kleinen Makeln

Für alle Fans von cleaner Alu-Optik ist der «90 Fun» Carry-On von Xiaomi ein Volltreffer – und kostet nur einen Bruchteil des vergleichbaren Rimowa-Modells. Er fasst 31 Liter, entspricht locker den Handgepäckmassen gängiger Airlines und bietet durch sein Schnickschnack-freies Interior viel Stauraum. Dank seiner vier 360°-Räder rollt er reibungslos in alle Richtungen – und das leise. Dank seiner insgesamt drei Griffe lässt er sich easy handhaben. Seine Makel: die im Vergleich zum Gehäuse etwas billig wirkenden Schlösser, das recht hohe Eigengewicht und die Anfälligkeit für Kratzer und Dellen.

Pro

  • schlicht-schönes Alugehäuse
  • vier 360°-Rollen
  • vierfach verstellbarer Teleskopgriff
  • ausreichend Stauraum bei Handgepäckgrösse
  • fairer Preis im Vergleich zu Konkurrenzmodellen

Contra

  • 4.2 kg Eigengewicht
  • Gebrauchsspuren schnell sichtbar
  • Schlösser und Rollen aus Plastik
Xiaomi Carry On (31 l)
Koffer
EUR239,–

Xiaomi Carry On

31 l

Titelbild: Laura Scholz

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