Insetting: Mit Kompensationsgeldern den Reisanbau revolutionieren
Hinter den KulissenNachhaltigkeit

Insetting: Mit Kompensationsgeldern den Reisanbau revolutionieren

Tobias Billeter
Tobias Billeter
Zürich, am 02.05.2022

Klimaschutz und Innovation sind kein Widerspruch, sondern eine zukunftsträchtige Kombination. Ein Reisanbauprojekt in Thailand zeigt, wie die Kompensationsgelder der Migros-Gruppe helfen, den Treibhausgas-Ausstoss bei der Nahrungsmittelproduktion zu senken.

Ein Teller gebratener Reis mit Gemüse und etwas Chili-Sauce und schon träumen Asienfans vom letzten Urlaub. Für die Hälfte der Weltbevölkerung hat Reis indes eine andere Bedeutung. Das weisse Korn ist das Grundnahrungsmittel schlechthin. Während im Westen eher Weizen und Kartoffeln hungrige Mäuler stopfen, kommt Reis in Indien, Thailand oder China fast täglich auf den Tisch. 90 Prozent des weltweit angebauten Reis werden in den asiatischen Ländern verzehrt. Und genau deshalb spielt er beim Klimaschutz eine wichtige Rolle.

Methan lässt CO2 wie Luft aussehen

Die Reisproduktion trägt nach den Zahlen des Weltklimarats knapp zwei Prozent zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Dies ist deutlich mehr als der Anbau der westlichen Grundnahrungsmittel. Das liegt vor allem am Methangas, das aus den gefluteten Reisfeldern verdunstet und als Treibhausgas gegen 25 mal so stark wirkt wie Kohlendioxid – also CO2. Produziert wird Methan von Mikroorganismen, die im Schlamm Pflanzenreste und anderes organisches Material abbauen. Den klimaschonenden Reisanbau zu fördern, heisst also, den Treibhausgasausstoss beträchtlich zu mindern.

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Weil sich die Umstellung des Geschäftsmodels von Digitec Galaxus auf Netto-Null nicht über Nacht realisieren lässt, kompensieren wir seit dem 1.1.2022 unsere eigenen Treibhausgasemissionen. Dies tun wir ausschliesslich über Klimaschutzprojekte, die innerhalb der Lieferkette der Migros-Gruppe liegen. In der Fachterminologie heisst diese Methode «Insetting». Das macht die Klimakompensation zwar teurer und zeitlich aufwändiger, weil der MGB die Projekte selbst suchen und entwickeln muss. Gleichzeitig haben wir aber die Sicherheit, dass das Geld wirkungsvollen und langfristig angedachten Projekten zugutekommt. Dies mit dem Ziel, die bei der Produktion unserer Konsumgüter entstehenden Klimagase bis 2050 Schritt für Schritt auf Netto Null abzusenken. Wie Insetting genau funktioniert und was es bewirkt, zeigt besagtes Reisanbauprojekt in Thailand.

Klimaschutz bringt mehr Einkommen

Das mit den MGB-Kompensationsgeldern unterstützte Projekt in Thailand schult derzeit 1000 Bauernfamilien auf eine klimaverträglichere Reisanbau-Methode um. Denn dank angepassten Produktionsmethoden kann der Methanausstoss um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Und die Reisbauern selbst profitieren nachhaltig von der Umstellung. Die neue Anbaumethode sorgt nicht nur für höhere Ernteerträge und somit mehr Einkommen. Sie schützt auch langfristig den Lebensraum der Bauernfamilien. Zudem wird der Wasserverbrauch halbiert und die Kosten für Saatgut, Dünger sowie kostspielige und umweltschädliche Pflanzenschutzmittel wird drastisch reduziert.

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Ähnliche Projekte für die Vieh-, Milch- und Agrarwirtschaft sind in Vorbereitung. Die Migros-Gruppe ist überzeugt, dass über diese und ähnliche Projekte die Treibhausgasemissionen in der eigenen Lieferkette bis 2030 um nahezu 30 Prozent reduziert werden können.

Mehr Details zum Reisprojekt und ähnlichen Projekten findet ihr hier:

Findest Du Klimaschutzprojekte innerhalb unserer eigenen Wertschöpfungskette sinnvoll oder ist es dir egal, wo die Kompensationsgelder hinfliessen? Sag uns deine Meinung und diskutiere mit.

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Tobias Billeter
Tobias Billeter

Head of Corporate Communications, Zürich

Mitarbeitende und Medien auf dem Laufenden zu halten, das ist mein Job. Ohne reichlich frische Luft geht bei mir allerdings nix! In der Natur hole ich mir den langen Atem, um stets dran zu bleiben. Und beim Jazz die Ruhe, um meine Teenager zu bändigen.

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