LEGO: Sind die fetten Jahre vorbei?
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LEGO: Sind die fetten Jahre vorbei?

Ramon Schneider
Ramon Schneider
Zürich, am 18.09.2019
Zum ersten Mal seit 30 Jahren hat LEGO wieder eine Werbekampagne auf ihre Marke gestartet. Unter dem Slogan «Rebuild the World» wollen sie die Kreativität und Vorstellungskraft der nächsten Generation anregen.

Für die Kampagne hat LEGO zusammen mit dem Traktor-Kollektiv einen Film gedreht. Darin ist das Abenteuer eines Kaninchens und eines Jägers zu sehen, die sich eine rasante Verfolgungsjagd durch die Stadt liefern. Jeder Charakter, jedes Tier und jedes Fahrzeug im Film basiert auf einem existierenden oder vergangenen LEGO-Spielzeug. Menschliche Köpfe drehen sich um 360 Grad, Alltagsgegenstände sind überdimensioniert dargestellt und ein Boot kann plötzlich mit der Hilfe einer Palme fliegen.

Neben dem Video sind auch eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen in verschiedenen Städten geplant, bei denen Kinder und Erwachsene mit LEGO-Steinen Dinge bauen können. Dazu gehört auch der Bau eines riesigen Herzens auf der Seite der East Side Gallery in Berlin.

Wieso braucht LEGO diese Kampagne?

Eine Frage aber bleibt: Warum jetzt, nach 30 Jahren? Was hat sich geändert? Sind die fetten Jahre vorbei? Die heutigen Kinder scheinen sich für andere Dinge zu interessieren: Digitale Inhalte und Computerspiele sind höher im Kurs als Bausteine. Muss LEGO also um ihre Zielgruppe bangen? Eher nicht, denn nach der Beinah-Pleite im Jahr 2003 hat das dänische Traditionsunternehmen die Kurve gekriegt und ist erfolgreicher denn je. Dass die neue Kampagne ein Hilfeschrei ist, um ihre Zielgruppe wieder auf sich aufmerksam zu machen, kann daher nicht behauptet werden.

Produkte hat LEGO auch in den letzten Jahren immer wieder beworben. Macht Sinn, da ihre Sets raffiniert umgesetzt und schön anzuschauen sind, doch die meisten Fans hat die Marke aufgrund der Möglichkeit, eigene Kreationen mit den Klemmbausteinen zu entwerfen. Und darauf scheint sich LEGO mit der neuen Kampagne wieder zurück zu besinnen.

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Ramon Schneider
Ramon Schneider

Junior Editor, Zürich

Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

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