Marshall Stockwell II & Kilburn II im Test: Einmal Bass zum Mitnehmen, bitte

Marshall Stockwell II & Kilburn II im Test: Einmal Bass zum Mitnehmen, bitte

Jan Johannsen
Hamburg, am 24.07.2019

Marshall verpasst seinen Bluetooth-Lautsprechern ein Update, der an die Verstärker erinnernde Look erhält ebenfalls einen neuen Anstrich. Was der neue Bluetooth-Standard beim Stockwell II und beim Kilburn II bringt und wie unterschiedlich die beiden Boxen klingen, erfährst du hier.

Damit du den Stockwell II und den Kilburn II bequem mit dir herumtragen kannst, hat Marshall ihnen eine Trageschlaufe aus Leder und Samt verpasst. Sie erinnert optisch an einen Gitarrengurt und das Innere eines Gitarrenkoffers. Damit lassen sich die beiden Bluetooth-Boxen trotz 1.4 und 2.5 Kilogramm Gewicht bequem mit der Hand tragen — wenn der Weg nicht zu weit ist.

Der Stockwell II ohne Trageschlaufe.
Der Stockwell II ohne Trageschlaufe.

Dreh den Bass auf

Optisch sind die Bluetooth-Boxen von Marshall zwar bei der Rockmusik zuhause. Hören kannst du aber alles mit ihnen. Dank kräftigem Bass pumpt der Beat nicht nur bei Hip Hop. Und Bass haben beide Lautsprecher jede Menge zu bieten, der kleinere Stockwell II meiner Meinung nach sogar etwas mehr. Mit dem richtigen Musikstück fängt er sogar an zu hüpfen. Die Höhen gehen trotzdem nicht verloren, sondern erklingen klar und deutlich. Die Mitten nisten sich dazwischen ein und bleiben unspektakulär gut.

Von seinen Amps hat Marshall die charakteristischen Drehknöpfe übernommen. Mit ihnen stellst du beim Stockwell II und Kilburn II nicht nur die Lautstärke ein. Zusätzlich passt du den Bass und die Höhen an deinen persönlichen Geschmack an. Die Veränderungen sind deutlich hörbar und solche Anpassungsmöglichkeiten bei Bluetooth-Lautsprechern eine Seltenheit.

Die Drehknöpfe auf der Oberseite.
Die Drehknöpfe auf der Oberseite.

Dass der kleine Stockwell II leiser ist als der Kilburn II — Marshall spricht von 80 und 100,4 Dezibel — ist keine Überraschung und völlig in Ordnung. Was mich allerdings stört, ist dass ich bei maximaler Lautstärke auf dem Smartphone erst etwas im Lautsprecher höre, wenn der Drehknopf bei der «5» ankommt. Da ist die halbe Skala verschenkt. Zudem reicht der kleine Bluetooth-Lautsprecher nur aus, wenn du dich alleine in einem Zimmer mit Musik beschallen willst. Für eine Gruppe von Menschen musst du zum Kilburn II greifen.

Musik von zwei Smartphones abspielen

Zu den Neuerungen den beiden Marshall-Speaker gehört Bluetooth 5.0. Neben einer größeren Reichweite — du kannst dich jetzt mit deinem Smartphone ein paar Meter weiter von den Lautsprechern entfernen — gehört die Multi-Host-Funktion zu den wichtigen Neuerungen. Das bedeutet, du kannst für die Übertragung im aptx-Standard gleichzeitig zwei Geräte mit dem Stockwell II oder dem Kilburn II verbinden und nahtlos zwischen ihnen hin und her wechseln. Der Start der Wiedergabe auf einem Gerät stoppt sie auf dem anderen.

Im Vergleich zu den Vorgängermodellen hat sich die Akkulaufzeit zwar etwas verkürzt, reicht mit 20 Stunden aber immer noch problemlos für einen ganzen Tag aus. Vor allem, da nun eine Schnellladefunktion vorhanden ist, mit der du dem Stockwell II in 20 Minuten Energie für sechs Stunden und dem Kilburn II Strom für drei Stunden verpasst. Der größere der beiden Lautsprecher braucht fürs komplette Aufladen mit seinem Stromkabel nur 2.5 Stunden. Beim Stockwell II sind es über den USB-C-Anschluss dagegen fünf Stunden. Und das auch nur mit dem richtigen Netzteil, das 3A liefern muss und nicht im Lieferumfang des Lautsprechers enthalten ist. Ob Energienachschub nötig ist, siehst du auf der praktischen Akkuanzeige auf der Oberseite der Speaker.

USB-C-Anschluss an der Seite des Stockwell II.
USB-C-Anschluss an der Seite des Stockwell II.

Wenn es regnet, musst du die Lautsprecher von Marshall ins Trockene holen. Mit IPX4 (Stockwell II) und IPX2 (Kilburn II) sind sie nur vor Spritzwasser geschützt. Mehr als einen Spritzer aus dem Pool oder vom umkippenden Glas sollte es auf keinen Fall sein.

Fast vergessen: Du kannst bei beiden Lautsprechern auch Wiedergabegeräte ohne Bluetooth verbinden. Dafür haben sie einen 3.5-Millimeter-Audioanschluss.

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Fazit: Guter Sound mit viel Gewicht

Pluspunkte sammeln die Marshall-Speaker mit Bluetooth 5.0, ihrem Klang inklusive dem kräftigen Bass und den Drehknöpfen für Bass und Höhen. Transportabel sind sie nur für kurze Strecken und für das Design zahlst du beim Preis einen Aufschlag. Zum Vergleich: Der UE Boom 3 hat zwar keine Drehknöpfe, aber einen sehr guten Sound, lässt sich gut überallhin mitnehmen und kostet nur halb so viel.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen

Content Development Editor, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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