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Siri Schubert
Produkttest

Mein neues Lieblingsstück – eine Tasche aus gebrauchtem Segel

Das Aussehen der 360-Grad-Slingbag gefällt mir auf Anhieb. Die Story hinter der Tasche auch. Aber hält sie im Alltag, was sie verspricht? Der Praxistest zeigt’s.

Ich mag das nautische Flair. Die groben Nähte, die noch von den Original-Segeln stammen. Den leicht knittrigen Look. Und die Story, die hinter den 360-Grad-Taschen steckt.

Die Herkunft ist klar erkennbar: Hier finden alte Segel eine neue Aufgabe.
Die Herkunft ist klar erkennbar: Hier finden alte Segel eine neue Aufgabe.

Von der ersten Messengerbag zu Reisetasche und Slingbag

Seit den 90er-Jahren experimentiert der Firmengründer Edzard Kramer mit Taschen aus Segeltuch. Zunächst in der elterlichen Garage, mit einem alten Segel seines wassersportbegeisterten Vaters, wie er in dem Making-of-Video von 360 Grad erzählt.

Während seines Design-Studiums in Hamburg konzentrierte sich Edzard stärker auf die Funktionalität der Taschen. Grössere Bags für den Einkaufsbummel ergänzten Messenger- und Hüfttaschen. Heute produziert die Marke Taschen für ganz unterschiedliche Bedürfnisse – vom Weekender bis zur Handytasche.

360Grad Reisetasche Container XL (54 l)
Tasche

360Grad Reisetasche Container XL

54 l

360Grad Rucksack / Backpack Landgang (20 l)
Rucksack

360Grad Rucksack / Backpack Landgang

20 l

360Grad Reisetasche Container XL (54 l)

360Grad Reisetasche Container XL

54 l

360Grad Rucksack / Backpack Landgang (20 l)

360Grad Rucksack / Backpack Landgang

20 l

Unkompliziert und mit einer windigen Vergangenheit

Meine Slingbag ist ein Geschenk von meinem Mann, einem erfahrenen Segler. Er weiss, dass ich unkomplizierte Taschen mag, die genug Platz für Smartphone, Portemonnaie und andere Kleinigkeiten bieten.

Wichtig ist mir ein Reissverschluss, damit sich der Schlüssel nicht unversehens davonstiehlt. Und ein Äusseres, das ein bisschen Regen verträgt und sich leicht reinigen lässt. Die 360-Grad-Slingbag punktet in all diesen Bereichen. Zudem ist die Tasche in meinen Augen ein gelungenes Beispiel für Upcycling – ein weiteres Plus.

Seglerinnen und Segler können gebrauchtes Material weiterverkaufen, statt es wegzuwerfen.
Seglerinnen und Segler können gebrauchtes Material weiterverkaufen, statt es wegzuwerfen.

Das Material sammelt die Firma selbst: Wer gebrauchte, gerissene oder sonst nicht mehr nutzbare Segel aus dem Polyester Dacron verkaufen möchte, kann sich direkt bei 360 Grad melden. Auch Spinnaker-Tücher sind willkommen. Genäht werden die Taschen nach Angaben des Herstellers von einem Familienbetrieb in Polen.

Im Gebrauch: robust und geräumig

Die Tasche begleitet mich jetzt seit einigen Wochen. Die Grösse ist perfekt – sei es für einen ausgedehnten Stadtbummel oder einen Spaziergang, bei dem neben den üblichen Utensilien noch ein kleines Notizbuch für spontane Ideen, Sonnenbrille, Sonnencreme und Snacks Platz finden.

Die Tasche bietet Platz für Sonnenbrille, Portemonnaie und andere Kleinigkeiten.
Die Tasche bietet Platz für Sonnenbrille, Portemonnaie und andere Kleinigkeiten.

Vor allem das separate, kleinere und ebenfalls mit einem Reissverschluss geschützte Aussenfach hat es mir angetan. So kann ich meinen Schlüssel an der Wohnungstür greifen, ohne lang zu kramen. Innen gibt es zudem noch ein offenes Extra-Fach, beispielsweise fürs Smartphone oder Lipbalm.

Zwei separate Fächer mit Reissverschluss – so spare ich mir das Suchen nach Schlüssel & Co.
Zwei separate Fächer mit Reissverschluss – so spare ich mir das Suchen nach Schlüssel & Co.

Die Tasche ist wasserabweisend und das Dacron-Material unempfindlich. Es ist schnelltrocknend, UV-beständig und leiert nicht aus. Selbst wenn neuere Materialien wie Carbon, Kevlar oder Dyneema das Polyester in leistungsorientierten Regattasegeln weitgehend ersetzt haben, wird Dacron (gewebtes Polyester, genauer gesagt Polyethylenterephthalat) weiterhin in vielen Segeln genutzt. Der Stoff soll zudem bioverträglich sein und wird auch in der Medizintechnik verwendet.

Wasserdicht ist meine Slingbag nicht, aber einem kurzen Schauer hält sie stand. Das liegt vor allem an der zweilagigen Konstruktion des Hauptfaches. Das kleinere Aussenfach hat nur eine Stoffschicht. Deshalb solltest du hier nur Dinge verstauen, denen Feuchtigkeit nichts ausmacht.

Die Slingbag war schon auf der Nordsee

Dass mir die Tasche so gefällt, liegt auch am Look, der mich vom Rauschen des Meeres und dem Wind über den Wellen träumen lässt. Alles Fantasie? Nicht ganz. Denn ein Herkunftslabel zeigt mir, woher das Material stammt und welche Gewässer das Segeltuch schon durchquert hat.

Welche Stürme die Tasche im früheren Leben wohl schon überstanden hat?
Welche Stürme die Tasche im früheren Leben wohl schon überstanden hat?

Meine Tasche war früher ein Grosssegel und auf der Nordsee unterwegs – eine raue Vergangenheit, zumindest stelle ich mir das so vor. Und fühle mich gleich verwegen und abenteuerlustig.

Fazit

Gelungenes Accessoire für Wassersport-Fans

Die Slingbag ist eine praktische, unempfindliche Tasche für alle, denen der Wassersport-Look gefällt und die von Wind und Wellen träumen. Sie bietet genug Raum für Portemonnaie, Smartphone und andere nützliche Kleinigkeiten. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und die Details sind durchdacht ohne Schnörkel oder Schnickschnack.

Was die Tasche so besonders macht, ist ihre Vergangenheit als Segel. Sie ist ein gelungenes Beispiel für Upcycling und lässt mich von Abenteuern auf dem Meer träumen. Bleibt für mich nur eine Frage: Warum habe ich den Brand aus Hamburg eigentlich nicht schon früher entdeckt?

Pro

  • geräumig mit separaten Fächern
  • robuste Reissverschlüsse
  • unempfindlich und abwischbar
  • schnelltrocknend
  • aus recyceltem Material
  • sportliches Aussehen
Titelbild: Siri Schubert

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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