Mimimi: Warum zum Teufel sind Grafikeinstellungen nie einheitlich?
HintergrundGaming

Mimimi: Warum zum Teufel sind Grafikeinstellungen nie einheitlich?

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 17.09.2018

PC-Games spiele ich wenn immer möglich in höchster Grafikpracht. Dazu muss ich nur die Details aufs Maximum stellen. Moment, was ist das Maximum? Hoch? Sehr Hoch? Ultra? Epic? Mal so mal so? Buh, warum ist das nie einheitlich?

Toll, der Code für das neue «Shadow of the Tomb Raider» liegt im E-Mail-Postfach. Gleich installieren und ausprobieren. Die letzten beiden «Tomb Raider»-Teile waren Paradebeispiele für die neusten Grafiktricks. Auch der jüngste Port von Nixxes Software verspricht besonders für PC-Spieler ein Augenschmaus zu werden. Als alteingesessener PC-Gamer ist das Grafik-Menü immer das erste, das ich bei einem neuen Spiel anklicke. Wenn die Kiste genug Pfupf hat – und eigentlich auch sonst – stell ich alle Details aufs Maximum. Die meisten Spiele haben dafür einen Preset-Regler, damit nicht alle Optionen einzeln verändert werden müssen.

Ich stelle das Preset auf «Highest». Die Bezeichnung ist selbsterklärend. Damit stellt das Spiel alle grafischen Details aufs Maximum – oder? Nein, eben nicht. Schon auf den ersten Blick sehe ich, dass der Texturenfilter nur bei 8x Anisotropisch steht. 16 ist hier normalerweise das Maximum und so ist es auch hier. Also stelle ich es von Hand auf das tatsächliche Maximum. Und Schattenqualität ist auch nur auf High statt auf Ultra. Lens Flare und Bildschirmeffekte sind sogar gänzlich deaktiviert. Wie bitte kann man «Highest» falsch verstehen? In der deutschen Version heisst's immerhin Ultrahoch, da kann ich noch ein halbes Auge zudrücken.

Den Presets glaube ich kein Wort.
Den Presets glaube ich kein Wort.

Welche Bezeichnung steht denn nun für das Maximum?

«Shadow of the Tomb Raider» ist keine Ausnahmeerscheinung. Ich wage zu behaupten, dass in den meisten Spielen die Presets nicht wirklich den versprochenen Angaben entsprechen. Aber Presets sind ja noch das eine. Was mich noch viel mehr nervt, ist, dass es keine einheitliche Bezeichnung gibt. Mal ist Hoch der höchste Wert, mal Sehr Hoch, mal Ultra und wenn der Hersteller besonders lustig drauf ist, Episch. Aber auch damit könnte ich leben, solange es wenigstens im Spiel einheitlich wäre. Kannst du knicken. In «Shadow of the Tomb Raider» geht die Texturqualität bis Ultra, Schattenqualität aber nur bis Hoch und Dynamische Haare sogar nur bis Normal. Wieso? Wiesooo?

Aber selbst damit könnte ich mich abfinden, wenn Spiele wenigstens Schieberegler verwenden würden, um die Optionen anzupassen. Dann sehe ich nämlich auf einen Blick, ob sich noch etwas verstellen lässt oder nicht. In den meisten Spielen musst du dich allerdings mühsam durch die verschiedenen Werte klicken damit du herausfindest, welcher verdammte Wert denn nun der höchste ist.

Das neuste «Call of Duty» macht es besser. Übersichtliche Regler, damit man sieht, wann Optionen auf dem Maximum sind.
Das neuste «Call of Duty» macht es besser. Übersichtliche Regler, damit man sieht, wann Optionen auf dem Maximum sind.

Es geht aber noch schlimmer: Wenn dir die Hersteller wirklich so richtig ans Bein pinkeln wollen, dann benutzen sie statt Adjektiven Fachausdrücke und die Optionen lassen sich wie ein Karussell durchklicken. Du weisst also weder, wann du am Ende angelangt bist, noch welche merkwürdige Rendertechnik, denn nun die beste ist: CSAA, MSAA, HBAO, VXAO, WTF? ZUM AUSRASTEN. Dann darfst du vor dem Spielen erst mal Google anwerfen und hoffen, dass ein anderer Spasti genauso ahnungslos ist wie du oder ein Blog bereits die Grafikeinstellungen für dich analysiert hat.

Es wird sich wohl nie ändern. Klar, so schlimm ist das Ganze eigentlich nicht. Aber ich kann dir garantieren, dass ich auch beim nächsten Game wieder jede einzelne Einstellung durchgehen werde, um zu schauen, ob sich da doch noch etwas höher stellen lässt.

Grafik-Einstellungen

Wie schwerwiegend stufst du dieses Problem ein?

  • Sehr hoch
    10%
  • Ultra
    8%
  • Episch
    15%
  • HBAO+
    65%

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Senior Editor, Zürich

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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