Muskeln aus der Steckdose? EMS-Anzug im Test

Muskeln aus der Steckdose? EMS-Anzug im Test

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 03.09.2020
Bilder: Thomas Kunz
Elektrische Muskelstimulation, kurz EMS, verspricht schnellen Erfolg mit geringem Zeitaufwand: mehr Muskeln, weniger Fett, bessere Leistung. Ist das so? Zwei Probanden sollen es für uns herausfinden.

Wer sucht, der findet. Ich habe Simon und Yannick gefunden. Die Brüder aus Küttigen bei Aarau haben sich auf meinen Aufruf gemeldet. Sie wollen sich der elektrisierenden Challenge stellen und den EMS-Anzug im professionellen Rahmen testen.

Gesucht, gefunden: *Zwillinge für EMS-Test**
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Simon und Yannick sind eineiige Zwillinge und damit geeignete Probanden, um diese Frage zu beantworten: Stimmt es tatsächlich, dass einige Minuten Training in einem EMS-Anzug stundenlanges Schwitzen im Fitnesscenter ersetzen? Yannick trainiert die nächsten drei Monate mit dem Anzug von Fortis, Simon macht klassisches Krafttraining ohne Strom.

Yannick wird mit ...
Yannick wird mit ...
... Simon ohne EMS-Anzug trainieren.
... Simon ohne EMS-Anzug trainieren.

Das Höferlin Institut

Nun fehlt noch ein Partner, der diesen Test professionell begleitet. Auch hier werde ich fündig und stosse auf das Höferlin Institut in Basel. Das Familienunternehmen hat sich neben Physiotherapie und personalisiertem Training auch auf medizinisches EMS-Training spezialisiert.

Judith und Andreas Höferlin checken Simon und Yannick als Erstes gründlich durch. Das beinhaltet eine Bioelektrische Impedanzanalyse. Diese dient der Bestimmung der Körperzusammensetzung. Ausserdem vermessen sie die Wirbelsäulen der beiden und erstellen eine physiotherapeutische Analyse.

Yannick bei der bioelektrischen Impedanzanalyse.
Yannick bei der bioelektrischen Impedanzanalyse.
 Simon beim Vermessen der Wirbelsäule.
Simon beim Vermessen der Wirbelsäule.

Die Ausgangslage

Dabei kommen viele Daten zusammen, die für Simon und Yannick interessant sind. Wir konzentrieren uns auf zwei Parameter: das Körperfett und die aktive Körperzellmasse, kurz BCM. Diese umfasst alle stoffwechselaktiven Bereiche des Körpers, unter anderem auch die Skelettmuskulatur. Insgesamt schneidet hier Yannick leicht besser ab als sein Bruder:

  • Yannick: 15,7% Fett / 33,2 kg BCM
  • Simon: 17,2% Fett / 32 kg BCM

Yannick hat, einfach gesagt, mehr Muskeln und weniger Fett als Simon. Dafür ist dieser beweglicher, in den Beinen koordinativ stabiler und hat mehr Sprungkraft.

Von blossem Auge sind die Unterschiede nicht zu erkennen.
Von blossem Auge sind die Unterschiede nicht zu erkennen.

Die Challenge

Jetzt brauchen wir noch einen Trainingsplan für die nächsten drei Monate und die Challenge ist komplett. Dabei werden Simon und Yannick ihre Trainings jeweils mit der Mywellness-App aufzeichnen. Diese gibt es im Apple Store und bei Google Play. Judith Höferlin stellt zwei Programme zusammen: ein funktionelles Training und eines, das auf Kraft ausgelegt ist. Die Brüder absolvieren die gleichen Workouts. Gleiche Übungen, an denselben Tagen, mit identischen Sätzen und Wiederholungen. Allerdings wird Yannick bei drei Workouts für jeweils 20 Minuten im Anzug trainieren.

Da die beiden im selben Haushalt wohnen und einen praktisch identischen Alltag haben, ernähren sie sich auch auf sehr ähnliche Weise. Deshalb müssen wir bei der Ernährung keine speziellen Massnahmen treffen.

Nach sechs Wochen ziehen wir eine Zwischenbilanz, nach zwölf Wochen schauen wir, wer die Challenge am besten gemeistert hat. Wer hat mehr Körperzellmasse zugelegt und Körperfett reduziert? Yannick mit dem EMS-Anzug von Fortis oder Simon, der ohne Strom trainiert.

Auch der EMS-Anzug von Fortis wird über eine App gesteuert.
Auch der EMS-Anzug von Fortis wird über eine App gesteuert.
Yannick ferngesteuert?
Yannick ferngesteuert?

Eineiige Zwillinge, Muskeln aus der Steckdose und eine elektrisierende Challenge. Hier folgst du meinem Autorenprofil und bleibst hautnah an Simon und Yannick dran.

Möge der Bessere gewinnen.
Möge der Bessere gewinnen.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Senior Editor, Zürich
Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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