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Netflix, Prime und Co.: Ausgeburten der Hölle?

Auf Streaming-Plattformen stehen uns Tausende Serien und Filme jederzeit und fast unbegrenzt zur Verfügung. Dabei beeinflussen Netflix und Co. unsere Sehgewohnheiten mehr, als du vielleicht denkst.

Serien boomen. Jedenfalls, seit sich Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime in unser Leben geschlichen haben. Die Zeiten, in denen es noch «die» eine Serie gab, von der eine Folge pro Woche am Fernseher lief, von allen geguckt und am nächsten Tag heiss debattiert wurde, sind längst vorbei. Dafür haben Netflix und Co. gesorgt.

Heute bieten Streaming-Anbieter eine scheinbar unerschöpfliche Quelle an Serien und Filme, die auf Abruf bereitstehen. Wer will, kann sich eine Folge nach der anderen reinziehen. Ganze Wochenenden hindurch. «Binge Watching» wird das genannt.

Aber was stellt das mit uns an?

Binge Watching, das neue Normal

61 Prozent der Netflix-Zuschauer schauen regelmässig zwei bis sechs Folgen pro Sitzung. Für die Mehrheit ist das normal. Und es entspricht in etwa jener Menge an Folgen pro Sitzung, die die Befragten als Binge Watching bezeichnen würden. Das hat eine von Netflix anno 2013 durchgeführte Umfrage ergeben. Sie ergab auch, dass Binge Watching keine negativen Assoziazionen beim Publikum auslöse. Für Netflix Grund genug, Binge Watching als «das neue Normal» auszurufen.

Nicht, dass der Streaming-Anbieter seine Zuschauer fragen müsste, um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen. Denn während wir Serien und Filme schauen, sammelt Netflix fleissig Daten. Das kalifornische Streaming-Unternehmen weiss genau, wie lange wir welche Serie schauen und wann wir abspringen. So entwickelt es gezielt Formate, die uns Zuschauer noch länger vor die Glotze bannen. Dass es sich dennoch besser macht, wenn wir ganz von alleine zum Schluss kommen, dass wir binge watchen und es normal finden, versteht sich von selbst.

Eine anno 2018 von Netflix veröffentlichten Infografik darüber, wie populär Binge Watching ist
Quelle: Netflix

Nur macht Netflix einen Sport daraus. «Binge Racing» nennt das Unternehmen das. Binge Racer sind jene, die eine komplette Staffel innert 24 Stunden nach Release schauen. Der Streaminganbieter sagt dazu: «Binge Racer sind keineswegs Couch-Kartoffeln. Es sind Super-Fans, für welche die Geschwindigkeit des Zuschauens eine Leistung ist, auf die sie stolz sein und mit der sie prahlen können. Fernsehen ist ihre Leidenschaft, und Binge Racing ihre Sportart.»

Binge Racing ist ja so super, dass wir es eigentlich alle tun sollten
Quelle: Netflix

So schöngeredet klingt das nicht einmal schlecht. Viel verreckter wird’s aber, wenn Netflix CEO Reed Hastings über die wahre Konkurrenz des Streaming-Anbieters spricht. Das seien nicht etwa andere Streamer. «Denkt darüber nach», sagt Hastings, «trotz unseres massiven Erfolgs sind auch andere Streaming-Anbieter gewachsen. Wir können koexistieren. Aber wenn Zuschauer eine Netflix-Serie sehen und süchtig werden, bleiben sie bis spät in die Nacht auf. [...] Eigentlich konkurrieren wir mit Schlaf.»

Ginge es also nach Netflix, sollten wir alle möglichst viel und möglichst oft Serien schauen und dabei so wenig wie möglich schlafen. Am besten gar nicht.

So machen uns die Streaming-Anbieter süchtig

Vielen von uns dürfte es gleich gehen: Ohne die strenge Terminplanung eines Senders, das neue Folgen nur häppchenweise zum Frass vorwirft, gibt’s kein Halten. Das ist Netflix bewusst.

«Unsere Daten zeigen, dass die Mehrheit es vorzieht, eine ganze Staffel einer Show in ihrem eigenen Tempo zu sehen», sagt Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix. Wenn er vom eigenen Tempo spricht, dann auch davon, dass 46 Prozent der Paare, die zusammen eine Serie gucken, sich gegenseitig betrügen – indem einer weiter schaut, ohne, dass der andere es merkt. Davor will schon mal gewarnt sein.

Netflix warnt im Februar 2017 davor, vom Partner beim Netflix Schauen betrogen zu werden
Quelle: Netflix

Sarandos geht weiter: «Wir befreien die Zuschauer von den Einschränkungen des linearen Fernsehens. Unsere Inhalte sind so konzipiert, dass sie sich zum multiepisodischen Betrachten eignen». Das bedeutet, dass eine Folge meist mit einem Cliffhanger endet. Ein offenes Ende, das zum Weiterschauen verleitet.

Die nächste Episode einer Serie beginnt automatisch, sobald die vorherige zu Ende ist. Netflix hat diese Funktion vor etwa sechs Jahren eingebaut (danke @Facebook-Kommentare für den Hinweis!). Das fördert das Binge Watching zusätzlich – eine vom Streamer voll gewollte Konsequenz. Es sei denn, wir stoppen den 20-sekündigen Countdown vor dem Beginn der nächsten Folge. Aber der Griff zur Fernbedienung erfolgt meistens nur, um den Countdown zu überspringen. Nicht, um ihn zu stoppen. Auch das weiss Netflix natürlich.

Du brauchst wortwörtlich nichts zu tun, um die nächste Folge zu schauen

Beängstigender ist, was das Ende einer Staffel auslöst. New-York-Times-Journalist Matthew Schneier schreibt in einem 2015 veröffentlichten Artikel über das nahende Staffelende von «Master of None»: «Ich war ängstlich, wehmütig und fühlte mich vorab beraubt. Einmal am Ende angelangt, wird es bis zur nächsten Staffel kein Futter mehr geben – wenn es überhaupt eine nächste Staffel gibt».

Passend dazu erfindet er einen neuen Begriff: Post-binge-watch-Depressionen.

Streaming-Anbieter kennen das passende Gegenmittel: Noch mehr Serien oder Filme. Ein Algorithmus sucht passende Vorschläge aus. Die Trailer dazu starten automatisch. Natürlich tun sie das. Bei der Auswahl der Vorschläge vergleicht Netflix die Datenbank mit der gerade beendeten Serie und den üblichen Sehgewohnheiten und Watchlisten. Denn Netflix, Prime und Co. wissen genau, welche Filme nach einer Serie, die soeben gebingewatched wurde, von den meisten Zuschauern als nächste geschaut werden.

Netflix zeigt anno 2016, welche Filme ihre Nutzer schauen, nachdem sie eine Serie gebinged watched haben
Quelle: Netflix

So spinnen die Anbieter ein Netzwerk an Serien und Filmen, die genau zu uns zu passen scheinen. Wir werden neugierig. Eine Folge, zwei, drei Folgen... Streaming-Anbieter wissen, dass es meist die zweite oder dritte Folge ist, die darüber entscheidet, ob wir dranbleiben, oder nicht. Deshalb wird die aussergewöhnlich unerwartete Wendung in der Geschichte meist für diese dritte Folge aufgespart. Einmal überwunden, sind wir angefixt, und bleiben im Kreislauf drin.

Serien wirken sich auch aufs Kino aus

«Wenn du den Zuschauern die Möglichkeit gibst, ganze Staffeln auf einmal zu konsumieren, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass sie es nicht tun werden», sagte Regisseur und Produzent David Fincher kurz nach Erscheinen von «House of Cards», der ersten Eigenproduktion von Netflix.

Denn was der Streaming-Anbieter damals zum ersten Mal gemacht hat, war nicht bloss eine eigene Serie zu produzieren – Netflix Originale genannt – sondern gleich alle Folgen einer Staffel gleichzeitig zu veröffentlichen. Also genau das, was Ted Sarandos mit «Befreiung von den Einschränkungen des linearen Fernsehens» gemeint hat.

Der Anfang von Binge Watching.

Egal ob am TV, auf dem Handy oder Tablet: Bingewatchen kannst du überall und jederzeit

Das Binge Watching von Serien selbst hat uns an zwei Dingen gewöhnt, die in Filmen nur schwierig nachzuahmen sind:

  1. Komplexe Handlungsstränge, die mehr als zwei Stunden Laufzeit haben, um sich zu entfalten

  2. Charaktere, die nachvollziehbare Entscheidungen treffen, weil sie in besagter Laufzeit genug Raum haben, um sich zu entwickeln

Gerade mit den Charakteren verbringen wir pro Staffel so viel Zeit, dass sie uns ans Herz wachsen. So sehr sogar, dass wir sie manchmal besser zu kennen meinen als Menschen, mit denen wir Tag für Tag zur Arbeit gehen. Und wenn eine Staffel zu Ende geht, fühlen wir uns von diesen Charakteren verlassen. Also diskutieren wir. Zum Beispiel über vergangene Geschehnisse. Oder über mögliche Entwicklungen. Bis zum Erscheinen der neuen Staffel. Anders als im Film ist in Serien bei «The End» noch lange nicht Schluss.

Das versucht Hollywood nachzuahmen. Und Hollywood ist gut darin. Das «Marvel Cinematic Universe» ist nichts anderes als eine Serie in Kinoformat: Im Juni 2019 wird es 23 Filme zählen. Andere Beispiele wären «Star Wars» oder «The Wizarding World of Harry Potter». Das funktioniert, wie ein Blick auf die zehn umsatzstärksten Filme des vergangenen Jahres zeigt.

Quelle: Box Office Mojo

«Bohemian Rhapsody» ist der einzige Film, der es in die Top 10 geschafft hat und keine Fortsetzung oder Teil eines bestehenden Film-Franchises ist. Alle anderen Streifen erzählen keine in sich abgeschlossenen Geschichten. Und wenn doch, dann beziehen sie zumindest Kontext aus ihren Vorgängern. Ähnlich, wie es Serien tun.

Serien und Streaming-Anbieter: Ausgeburten der Hölle?

Serien ändern unsere Gewohnheiten. Teils drastisch, teils tragisch. Mir fällt es beispielsweise schwer, einen Film, dessen Laufzeit zwei Stunden überschreitet, am Stück zu schauen. Das kommt mir dann wie eine lebenslange Verpflichtung vor, die bestimmt unbefriedigend enden wird. Es sei denn, ich kenne bereits die Figuren und die Handlungsbögen, in denen sie sich bewegen.

Sind Serien und ihre Schöpfer also Ausgeburten der Hölle, die uns süchtig machen?

Eine Antwort darauf zu finden, fällt mir schwer. Denn Sucht hat mit Eskapismus zu tun. Also dem Gefühl, in eine bereits bekannte Welt einzutauchen, die den grauen und stressigen Alltag für eine Weile vergessen lässt. Natürlich nutzen das Netflix und Konsorten aus. Wenn wir uns aber nicht in Serien flüchten, dann in anderen Dingen, die Spass machen. Bücher. Comics. Filme. Oder Sport. Wir brauchen alle irgendein Ventil, mit dem wir den Kopf freibekommen und alle Sorgen für ein paar Stunden pro Woche vergessen können.

Und ja: Auch ich liebe gute Serien und finde, dass ich vom enormen Serien-Angebot profitiere. Mich stört aber, wie Streaming-Anbieter unser Verhalten teils ins Krankhafte zu treiben versuchen. Etwa dann, wenn aus dem Hause Netflix verlautbart wird, dass Schlaf der eigentliche Feind sei. Oder aus suchthaftem Verhalten wie Binge Racing eine Sportart gemacht wird.

«And for what? For a little bit of money», sagt Marge Gunderson am Ende von «Fargo».

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Luca Fontana, Zürich

  • Editor
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

31 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen.

User daccurda

Ich finde es schade, dass viele neue Anbieter dazukommen und der Content sich nun auf diese Anbieter verteilt. Früher hatte Netflix alles was man will. Mittlerweile fehlen immer wieder neue Seasons oder Serien ganz weil diverse Sender nun ihre eigenen Angebote haben und Netflix ausschliessen. Wenn das so weiter geht, verlieren alle Anbieter dran, weil Torrents wieder die gemütlichere Alternative werden.

22.01.2019
User bumi84

Das ist definitiv die Kehrseite des Erfolges von Netflix. Da andere Studios gemerkt haben, dass das Konzept aufgeht und Netflix mehrere Milliarden Umsatz macht und mittlerweile grösser ist als Disney oder Comcast (reiner Net Worth), wollen andere auch ein Stück vom Kuchen haben.
Allerdings werden sich die Studios so in's eigene Fleisch schneiden. Ich lehne mich nun mal aus dem Fenster und behaupte, dass sich nur die wenigsten mehr als 1-2 Abos zulegen werden. Wenn überhaupt. Die meisten werden ziemlich Mühe damit haben, genügend Publikum zu finden.

Disney z.B. hat zwar mit Marvel, Pixar, Touchstone und Lucasfilm einige gute Filmstudios mit dabei, doch was Serien angeht sieht's bei Disney schlecht aus, abgesehen von den Marvel-Ablegern. Und letztendlich sind die Serien der Grund dafür, dass sich die meisten ein Netflix Abo zugelegt haben. Die meisten Filme interessieren gelinde gesagt kein Schwein, da man diese schon 10 im TV gsehen hat oder sich einfach eine DVD/BluRay kauft wenn man den Film wirklich mag.

Anders bei Serien: die sind als Kaufversion oftmals teuer, weil es diverse Staffeln davon gibt. Ich hätt mir z.B. die "Friends" Box längst gekauft, wenn sie nicht so schweineteuer wäre. Aber wieso kaufen wenn ich mir alle Staffeln auf Netflix ansehen kann?

Das alles wird letztendlich nur dazu führen, dass so mancher selbst sein Netflix Abo kündigt, weil plötzlich nur noch der halbe Content verfügbar und man nicht gewillt ist, sich den Rest bei anderen Anbietern zu holen. Und plötzlich kehrt jeder dem Streaming wieder den Rücken und keiner gewinnt am Ende.

22.01.2019
User Anonymous

Dass Torrents wieder Zulauf bekommen, weil mittlerweile zu viele Streaminganbieter existieren, wurde sogar belegt. Gemäss Sandvine’s Global Inernet Phenomena report nimmt die Internetpiraterie wieder zu, was darauf zurückzuführen ist, dass zu viele Streaming-Services mit Exklusivrechten existieren. Der Konsument müsste dann für seine paar Serien mehrere Anbieter abonnieren, was die monatlichen Kosten in die Höhe schiessen würde. In den meisten Fällen ist das unrealistisch.

Übrig bleibt, dass viele Konsumenten einen oder vielleicht zwei Abos abschliessen und den restlichen Exklusivinhalt durch "Piraterie" erhalten. Schon ironisch, da diese Angebote darauf ausgelegt wurden, Piraterie zu bekämpfen und den Verbrauchern eine kostengünstige, legale Alternative zu bieten. Und der Trend scheint sich weiter fortzusetzen, da z.B. Disney mit seinem geplanten Disney+ allen Anbietern die Rechte entzieht, um sie auf seiner Plattform zu streamen.

Ich vermute, dass das Thema hier einen ähnlichen Lauf nehmen wird, wie die Spieleindustrie während den 80ern: Einige Anbieter (in dem Fall Netflix) starteten sehr erfolgreich und schufen eine multimilliarden Dollar Industrie. Der Markt wird dann geflutet von vielen neuen Anbietern mit teilweise minderwertigem Inhalt, was den Markt destabilisiert und schliesslich zum Zusammenbruch führt. Am Schluss bleiben nur noch wenige Anbieter übrig, welche sich etablieren, oder der Markt verschiebt sich auch weg von den USA nach Europa/Asien.

11.02.2019
Antworten
User thomas.bj

Man kann durchaus von einer Netflix-Sucht sprechen. Man denkt sich "nur noch kurz eine Folge"... aber dann ist auch schon wieder 01:00... :-(

22.01.2019
User Philip_0706

Oder 03:30

24.01.2019
User Oxymoron

Oder Dienstag

25.01.2019
Antworten
User widi8169

Cooler Artikel. Aber kein Streaming-Anbieter zwingt uns zu irgend etwas, kann er gar nicht. Wie halt überall im Leben ist auch hier etwas Selbstdisziplin gefragt, dann kommt auch der Schlaf nicht zu kurz...

22.01.2019
User Anonymous

Kann er nicht? Was denkst du, wie oft gewisse Griffe im Einkaufszentrum wirklich bewusst von dir, deiner freien Entscheidung kommen? Es ist töricht zu behaupten, man sei Immun gegen jegliche Art der Manipulation (denn so kommt die Aussage fast schon daher, mit dem selbstverständlichen "kann er gar nicht"). Netflix gibt da ziemlich sicher Unmengen an Geld aus, um gewisse Verhaltensmuster zu erreichen. Das heisst nicht, dass man der Manipulation stets unterliegt, aber der eine oder andere Trick funktioniert vermutlich öfters als gedacht. Selbstdisziplin hin oder her

22.01.2019
User widi8169

Wir reden hier nicht von einem Einkaufszentrum, oder habe ich was nicht mitgekriegt? Ich habe auch nie behauptet, dass ich Immun gegen jegliche Art der Manipulation bin.
Aber ich sage mal, schlussendlich ist es unsere Entscheidung, ob wir noch nen Teil gucken oder nicht. Ich setzte mir ein Zeitlimit und das halte ich auch ein, egal ob einTeil grad aufhört, wenns super spannend wird. Auch wenn es nicht immer einfach ist, mit Selbstdisziplin kann man doch noch was selbst steuern...

22.01.2019
User tecritter

Die Aussage ist wohl mehr generell auf die Beeinflussung unserer "freien" Entscheidung zu beziehen. Sicherlich wird dadurch niemand durchgehend manipuliert, aber erfolgreiches Marketing funktioniert nunmal durch Auswerten und Anwenden solcher Verhaltensstudien. Schliesslich profitiert Netflix von einer Konsumentenbindung, welcher eine gewisse nennen wir es "Abhängigkeit" nicht abträglich ist. Dies mehr als Gedanke, ich kann mir kaum alle Kunden als Willenlose vorstellen, dennoch ist jederman beeinflussbar...

22.01.2019
User Cokiz1985

Sie können alle beeinflussen, aber wir müssen uns nicht beeinflussen lassen. Ich weiss selbst was,wann,wo und wieviel ich will. Zudem ist Netflix toll, aber das Angebot ist zuviel und daher verliert es wiederum den Reiz...sprich hab kein Bock alles haben zu können was ich will

22.01.2019
User Anonymous

Richtig, ich habe das Einkaufszentrum genommen, weil es sinnbildlicher ist bzw alle betrifft (da ich und andere zB kein Netflix haben). Ein Einkaufszentrum ist klassisch, dass NICHTS dem Zufall überlassen wird. Zu sagen: "Es ist am Ende der freie Wille" ist da leider zu Eindimensional gedacht. Wer sagt denn, dass der Griff ins Regal XY wirklich DEIN freier Wille ist, dass DU das willst und nichts bereits ein Gedanke "geplfanzt" wurde. Dieses Beispiel jetzt so für Netflix übernehmen. Das klassische Bsp ist, dass eine Serie dann aufhört, wenn sie den Höhepunkt hat, damit du dran bleibst. Klar kannst du jetzt sagen, egal ich schalte aus und das mag schon ein Stk sein dein "freie Wille" sein. Aber wenn du die Serie am nächsten Tag weiter schaust, ist das nicht bereits eine Art von "Manipulation"? DU könntest ja sagen: Serie ist scheisse, schaue ich nicht mehr, ich lese jetzt lieber ein Buch oder geh spazieren etc..

23.01.2019
Antworten
User timo

Den Hype um "Orange is the new Black" konnte ich noch nie verstehen...

Hab mehrfach versucht die Serie zu schauen aber ging für mich gar nicht. immer nach spätestens 3 Folgen hab ich wieder erstmal aufgegeben. Nicht mein Bier.

22.01.2019
User bkeleanor

ich gebe keiner serie eine 2. chance. wenn mich die erste folge nicht packt oder neugierig macht dann wars das. es gibt zuviele serien als das ich alle gesehen haben muss.

23.01.2019
Antworten
User Cannaprn

Verachte die Schwachen, doch am meisten, verachte die Schwäche bei dir selbst.

22.01.2019
User srdjan91

Ich war auch süchtig. Habe eine Serie nach der anderen geschaut. Doch ein Gefühl der Übersättigung hat sich seit einiger Zeit breit gemacht. Ich schaue nun praktisch keine Serien mehr. Einzige Ausnahme ist Atlanta von Donald Glover. Ich finde es mittlerweile ein Armutszeugnis, Netflix zu suchten. Dabei entwickelt man sich null weiter, verschwendet aber sehr viel Zeit. Das ist Konsumwahn auf die Spitze getrieben. Wenn ich wählen kann zwischen der Möglichkeit, eine Folge nach der anderen zu schauen, und dem Schauen von 1-2 Folgen jeden Abend im TV (wie früher beispielsweise Dragon Ball Z, wo alle immer gleich weit waren und dann in der Schule drüber sprachen), so bevorzuge ich ganz klar die zweite Variante. Diese Überangebot und diese Übersättigung und ständige Zugriffsverfügbarkeit sind meiner Meinung nach keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung. Wenn es von etwas Wertvollem auf einmal zu viel hat, dann verliert es eben diesen Wert, da der Wert eben auch daraus bestand, nicht immer sofort und in unendlichem Masse verfügbar zu sein.

25.01.2019
User mib1981

Ich schaue selten mehr als eine Folge am Stück, hab ja noch meinen Gaming-Pile-of-Shame...

22.01.2019
User sammyblaze

"Denn während wir Serien und Filme schauen, sammelt Netflix fleissig Daten. Das kalifornische Streaming-Unternehmen weiss genau, wie lange wir welche Serie schauen und wann wir abspringen."

Welche Firma, Website oder App macht das nicht? Digitec macht doch dasselbe. Sie wissen, wer welche Produkte wann ansieht, wie lange man auf der Seite verweilt, zur welchen Zeit im Jahr die besten Gewinne durch Aktionen erzielt werden kann, man erhält durch Käufe und Communitybeiträge Punkte, mit welchen man "aufleveln" kann und Badges etc bekommt, damit man so viele Produkte wie möglich kauft und, wie bei Netflix, so lange wie möglich ihre Dienste nutzt.

Lieber Luca, ich finde deine Kritik mehr oder weniger angemessen, aber ich finde sie etwas widersprüchlich wenn dein Arbeitgeber dasselbe macht, was du in deinem Artikel an den Pranger stellst.

22.01.2019
User Luca Fontana

Hey Sammyblaze. Als erstes mal danke für deinen Kommentar :-).

Ich gebe dir Recht: Es wäre widersprüchlich, wenn ich Netflix an den Pranger stellen würde, weil sie Daten über unser Nutzerverhalten sammeln – tue ich aber nicht. Hier kläre ich lediglich auf. Denn ich denke nicht, dass das allen so bewusst ist, wie dir und mir. Natürlich sammeln andere Firmen, Webseiten und Apps auch Daten. digitec ist keine Ausnahme. Aber die Meisten deklarieren «Schlaf» nicht als die eigentliche Konkurrenz...

Schau... das ist erst der Punkt, wo ich Netflix und Co. werte. Wie sie die gesammelten Daten nutzen, um suchthaftes (!) Verhalten schönzureden oder gar mehr oder weniger aktiv zu fördern – mich stört das. Ziemlich gewaltig sogar.

23.01.2019
User alshain

Apropos digitec, welche anderen Shops betreiben sonst soviel "gamification"? Weshalb habe ich "levels" und "badges" auf digitec? Das sind doch auch alles Dinge, die schlussendlich Nutzer beeinflussen und stärker an die Plattform binden sollen. Gerade bei einer Einkausseite finde ich das doch sehr fragwürdig, soweit ich sehen kann, kann man das auch nicht deaktivieren.

27.01.2019
Antworten
User Anonymous

Zitat: "Anders als im Film ist in Serien bei «The End» noch lange nicht Schluss."

Das ist der Hauptgrund, warum ich mittlerweile fast nur asiatische Serien schaue. Also japanische, koreanische, chinesische, etc. Diese haben nämlich alle beschriebenen Vorteile der westlichen Serien (komplexe Handlung, nachvollziehbare Charakterentwiklung, ...), aber zusätzlich einen entscheidenden Vorteil: Die Storys sind alle voraussehbar abgeschlossen. Und keine endlosen Bandwürmer, die ohne geplantes Ende geschrieben werden und sich im schlimmsten Fall enttäuschend im Nirvana auflösen.

23.01.2019
User JTR.ch

Netflix und Raubkopien ergänzen sich super. Ja lieber Industrie, oder habt ihr wirklich geglaubt jeder hätte 3 bis 5 Abos um alles zu sehen?

25.01.2019
User timo

So ist es, auch bei mir. Ich bin bereit mein Geld für 2 Abos auszugeben: Netflix und Usenet. Damit hat man dann wirklich alles. Und so komfortabel wie die Nutzung des Usenet ist, wohl auch Torrents, bin ich inzwischen auch schon am überlegen ob ich Netflix noch brauche.

11.02.2019
Antworten
User stefanschn

cooler Artikel! Danke ;)

25.01.2019
User Arbter

In der Werbung auf instagram für diesen Artikel steht: ‚netflix und chill ist nicht mehr wegzudenkden‘

Meine Lieben, unter Netflix&Chill versteht man was anderes als Netflixen und Chillen ;)

26.01.2019
User uttinger89

Ich glaube ganz klar auch, dass da Unmengen an Daten gesammelt werden.
Wie intelligent die Auswertung funktioniert, frage ich mich aber teilweise noch.
Zumindest bei Netflix, wird mir ein Film oder eine Serie, die ich bereits gefühlte 250 Mal nicht angewählt oder beachtet habe, immernoch vorgeschlagen. Das dümmste was mir aber je aufgefallen ist, wenn man in seiner Favoritenliste einen Film/eine Serie anwählt, kurz die Infos anschaut und zur Favoritenliste zurückkehrt - ist diese neu nach Zufall sortiert.
Meine Freundin hat etwas über 100 Filme in ihrer Favoritenliste und jedesmal wenn wir überlegen was wir schauen wollen, wird die Liste 50 Mal neu sortiert. Sorry, aber WER MACHT SOWAS?:D

Wobei ich zugeben muss, dass ich doch lieber game als Serien zu schauen. Beim TV Schauen und "reinem" konsumieren schaltet man sicher besser ab als bei einer heftigen Pixelschlacht mit Controller in den Händen. Wenn ich aber nur TV schaue, hasse ich es teilweise regelrecht, den Leuten beim Fehler machen zuzuschauen.
Als bei The Walking Dead Ricks fremdgehende, höchst Emotional gestörte Frau Lori endlich starb, stand ich auf und holte mir ein Bier. Sowas musste gefeiert werden!
Als die ganze Truppe das Gefängnis eroberte, kam es niemandem in den Sinn, Nachts auch nur eine einzelne Wache aufzustellen, die Zellentüren zu den Schlafgemächern abzuschließen oder sich halbwegs vernünftig zu schützen. In der Welt laufen Millionen Zombies rum und der Gouverneur will Ricks Truppe mit einem Panzer und 150 Mann an die Gurgel. Aber niemand steht Wache, wobei sie ja ca. 50 Personen wären.
Jeder der die Szene gesehen hat, weiss was ich meine. Das totale Chaos, die Hälfte der Truppe stirbt bis es überhaupt ein Überlebender merkt.
Und wenn Du dann da sitzt, Dir die Augen auskratzt und sowas über Dich ergehen lässt - menschlicher Fehler um Fehler - dann ist es teilweise doch entspannender, eine Stunde durch Hyrule zu reiten und ein paar Bokoblins zu verkloppen.

23.01.2019
User Eruant

TWD lebt doch davon, dass die Charaktere nie aus ihren Fehlern lernen :D

23.01.2019
Antworten
User ChristianBarten

Letzten Sommer ist mein Sohn geboren worden. Seit dem lief mein Fernseher ca. 10 Mal (Tagesschau und Wetter). Ich vermisse die Glotzerei nich im Geringsten! Nichts als Zeitverschwendung...

22.01.2019
User mib1981

Herzliche Gratulation! Es ist nun aber auch so, dass andere Menschen andere Geschmäcker haben. Ich persönlich sehe zum Beispiel lieber die dritte Staffel "Stranger Things" als Kinder grosszuziehen.

22.01.2019
User _tdc_

Also meine Kinder gehen auch mal schlafen. meist doch einige Zeit bevor ich schlafen geh.

25.01.2019
Antworten