Pictures ist Spiel des Jahres 2020
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Pictures ist Spiel des Jahres 2020

Ramon Schneider
Ramon Schneider
Zürich, am 20.07.2020
Der Kritikerpreis «Spiel des Jahres» geht dieses Jahr an Pictures. Ein Memory-Spiel aus der Feder von Daniela und Christian Stöhr.

Der Verein «Spiel des Jahres» verleiht jährlich die Kritikerpreise «Spiel des Jahres» und «Kennerspiel des Jahres». Anders als bisher fand die Verleihung in diesem Jahr per Liveübertragung aus dem Berliner nhow Conference Center statt.

Und der Gewinner ist...

… Pictures. Bauklötze, Schnürsenkel, Symbol-Karten und mehr. Die insgesamt fünf in «Pictures» enthaltenen Material-Sets könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem dienen sie alle demselben Zweck: Mit ihnen sollen die Spieler Fotomotive so darstellen, dass ihre Mitspieler diese in der grossen Gesamtauslage wiederfinden können. Je nach Aufgabe und Material erfordert dies kreative Ideen. Ausserdem muss der Überblick über die anderen Motive der Auslage gewahrt werden, damit man nicht versehentlich doppeldeutig werkelt. Wenn alle Spieler mit ihren Kreationen zufrieden sind, folgt das gegenseitige Erraten mit Punktevergabe. Anschliessend wird getauscht, sodass jeder Spieler jedes Material-Set einmal ausprobieren kann.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

«Die Material-Sets in Pictures wirken anfangs fast willkürlich zusammengewürfelt, sind in Wahrheit aber klug gewählt: Jedes Set fordert die Spieler auf andere Art heraus, und so ist der Anreiz zum Experimentieren enorm. Die Ergebnisse sind oft erstaunlich, weshalb die Raterunden schnell dem Besuch von Kunstausstellungen gleichen: Mit tollen Aha-Momenten und amüsierenden Rechtfertigungsversuchen des missverstandenen Künstler-Genies. Grosse Kreativität mit einfachsten Mitteln.»

Nominiert waren ausserdem «My City» von Reiner Knizia und «Nova Luna» von Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel.

Kennerspiel des Jahres

Kennerspiele richten sich an eher erfahrene Brettspieler*innen. Sie sind komplexer und meist zeitintensiver als herkömmliche Gesellschaftsspiele. Gewonnen hat in dieser Kategorie «Die Crew».

Als Teil einer Raumschiff-Crew reisen die Spieler zum neunten Planeten am Rande des Sonnensystems. Dabei begegnen ihnen allerlei typische Probleme der Raumfahrt: Defekte Triebwerke oder Sauerstoffmangel dienen als thematische Aufhänger für ein kooperatives Stichspiel, das die Spieler in 50 verschiedenen Missionen herausfordert. Zu Beginn werden dazu Aufgaben verteilt: Welches Crew-Mitglied muss welche Karte in einem Stich gewinnen? Und muss dies in einer bestimmten Reihenfolge geschehen? Beim Absolvieren der Mission sind die Kommunikationsmittel der Spieler stark eingeschränkt: Informationen über die eigene Kartenhand dürfen allenfalls bruchstückhaft mitgeteilt werden. Nur mit Teamwork, Weitblick und Ideenreichtum können die Crew-Mitglieder das ferne Ziel erreichen.

Die Jury argumentiert:

«Die Crew ist ein kooperatives Stichspiel und alleine damit schon etwas Besonderes. Doch der Reiz erschöpft sich nicht in diesem Alleinstellungsmerkmal. Kaum ein Spiel zuvor war in der Lage, den besonderen Charme von Stichspielen so auf den Punkt zu bringen. Ganz beiläufig werden die Sinne für die Feinheiten dieses Genres geschärft und die Spieler gleichzeitig auf originelle Weise herausfordert. Die Crew ist Missionar und Mentor zugleich. Eine wahrhaft grossartige Reise.»

Nominiert waren ausserdem «Der Kartograph» von Jordy Adan und «The King’s Dilemma» von Hjalmar Hach, Lorenzo Silva und Carlo Burelli.

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Ramon Schneider
Ramon Schneider

Junior Editor, Zürich

Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

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