
Kritik
«Pokémon Pokopia» ist ein gefährlich guter Zeitfresser
von Domagoj Belancic

«Pokémon Pokopia» ist eine cozy Life-Sim mit erstaunlich tiefgreifenden Gameplay-Mechaniken. In diesem Guide findest du Tipps für den perfekten Einstieg.
«Pokémon Pokopia» ist ein spannender Genre-Mix. Ein bisschen Life Sim, eine Prise Crafting und ein Schuss Exploration. Das Ergebnis: eines der besten «Pokémon»-Spiele seit Jahren.
Damit du dich in der Fülle an Gameplay-Mechaniken zurechtfindest, habe ich fünfzehn essenzielle Einsteiger-Tipps zusammengetragen, die dir dein «Pokémon»-Leben erleichtern sollen.
«Pokémon Pokopia» lässt dich schon sehr früh eine Online-Insel eröffnen, um mit anderen zu spielen. Widerstehe dieser Versuchung und konzentriere dich zunächst auf die Singleplayer-Story.
Baue die verschiedenen Städteruinen wieder auf und hilf den süssen Pokémon. Nur so bekommst du Zugang zu praktischen Items, mehr AP für deine Attacken, einem bedeutend grösseren Inventar und wichtigen Fähigkeiten.

Spiele mindestens bis zur vierten Stadt, Glitzerwolkia. Dort erlernst du die «Gleiten»-Fähigkeit von Dragoran. Einfach der Geschichte folgen und ein Habitat für das Drachen-Pokémon basteln, damit es erscheint und dir die Attacke beibringt (Kanu im Wasser an einem hohen Ort mit zwei Wasserlinsen – keine Angst, das Spiel sagt dir, wie du vorgehen musst).
Lass dir aber auch «Walzer» (Kargbergia, Georok), «Surfer» (Trübküstia, Lapras) und «Kaskade» (Glitzerwolkia, Garados) nicht entgehen. Das sind Attacken, die du nicht zwingend lernen musst, bevor du ins nächste Gebiet vorrückst. Es lohnt sich aber, sie so schnell wie möglich freizuschalten. Mit ihnen zerstörst du viele Blöcke auf einmal («Walzer»), schwimmst auf dem Wasser («Surfer») und sogar Wasserfälle hoch («Kaskade»).
Garados findest du in einer versteckten Location in Glitzerwolkia (siehe Screenshot unten). Sprich es an und erledige eine Aufgabe, um die Attacke zu lernen. Georok und Lapras sind nicht von Anfang an auf der Map – du musst sie zunächst mit Habitaten anlocken. Für Georok gilt: vier Moosflächen neben einem moosbedeckten Felsen (diese findest du in den feuchten Höhlen von Kargbergia). Lapras wünscht sich: Meerwasser, Palme, vier beliebige Büsche (alles Sachen, die du in Trübküstia zu Hauf findest).

Falls du alles freischalten möchtest, musst du die Story komplett durchspielen. Als Belohnung gibt's eine Fähigkeit, die das ganze Spiel auf den Kopf stellt und dir enorme Freiheit beim Bauen gibt.
Um das Umgebungslevel einer Stadt zu erhöhen, musst du dich um das Wohlbefinden deiner Pokémon kümmern. Das Spiel sagt dir nicht klar, welche Schritte du konkret unternehmen musst, um das Level effizient zu steigern. Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

Du musst keine teuren Bausets kaufen und stundenlang warten, bis die Häuser fertig gebaut sind. Die Definition eines Gebäudes im Spiel ist: vier Wände und eine Tür. Die Wände können nur einen Bauklotz hoch sein, bei der Tür reicht die billigste Holzvariante. So kreierst du binnen Sekunden neue «Häuser» für deine Viecher.
Alternativ restaurierst du eine der Ruinen in der Spielumgebung. Meist fehlen nur wenige Bauklötze, ein paar Fenster und eine Tür, bis die Häuser ihre alte Form zurückgewinnen.

Kommst du in ein neues Spielgebiet, solltest du so schnell wie möglich eine eigene Unterkunft errichten und für dich beanspruchen. Nur so kannst du zwischen den Arealen per Fast Travel hin- und herreisen. Eine Unterkunft gehört dir, sobald du eine Ditto-Fahne auf dein Grundstück platzierst.
Auch hier gilt: Deine Bleibe muss kein «echtes» Haus sein, das mit einem Bausatz entsteht. Es reichen vier mickrige, selbst gebaute Wände, eine Tür und die Ditto-Fahne. Baust du dir eine solche Outdoor-Unterkunft, bringt das weitere Vorteile mit sich: Du landest beim Schnellreisen direkt auf der Map statt in einem Innenraum. Dadurch entfällt die zusätzliche Lade-Sequenz beim Verlassen des Gebäudes – und du kannst dich ohne Wartezeit ins Getümmel stürzen.

Für Bauprojekte benötigst du Ressourcen und Pokémon, die du dazu verdonnerst, auf der Baustelle zu schuften. Einige Aufgaben erfordern bestimmte Talente. Befindest du dich in einem neuen Gebiet, in dem gerade keine passenden Taschenmonster für den Job leben, musst du nicht auf Teufel komm raus neue Habitate errichten und hoffen, dass das richtige Viech erscheint.
Reise stattdessen in ein früheres Gebiet zurück und rekrutiere dort die passenden Helfer. Sage ihnen einfach, dass sie dir folgen sollen (bis zu fünf gleichzeitig). Selbst bei der Schnellreise bleiben sie an deiner Seite. Im neuen Gebiet angekommen, kannst du sie dann zur Baustelle locken und dort einsetzen.
Achtung: Einige Pokémon werden dir nicht in ein anderes Gebiet folgen, wenn du wichtige Quests noch nicht abgeschlossen hast.

Sammle alles ein, was du siehst – Müll, Bauklötze, Ressourcen. Vor allem im späteren Spielverlauf werden einige Items und Bauprojekte richtig teuer. Also, sei ein Staubsauger und verschlinge mit Dittos Spezialattacke (lange auf den Y-Knopf drücken) alles, was du findest.
Ja, es kann nerven, wenn dein Inventar ständig voll ist. Aber weisst du, was noch nerviger ist? Wenn dir für ein wichtiges Item noch fünf Meerglassplitter fehlen, aber du keine Ahnung hast, wo du diese herbekommst.

Im ersten Spielgebiet schaltest du das Ballon-Pokémon Driftlon frei (Habitat: drei Lagerfeuer nebeneinander). Dieses komische Tierchen bringt dich auf Wunsch auf eine sogenannte Wunderinsel. Alles, was du dafür tun musst: mit einem der zahlreichen Plüsch-Pokémon interagieren, die du im Spielverlauf findest.
Jedes Plüschie bringt dich auf eine andere Wunderinsel. Auf diesen gibt es unterschiedliche Ressourcen zum Abbauen. Wenn dir für ein grösseres Projekt etwas fehlt, lohnt es sich, mit Driftlon zu reisen und dort im grossen Stil zu sammeln. Beachte: Pro Tag kannst du nur eine Wunderinsel aufsuchen. Überlege dir also gut, welche Ressourcen du gerade brauchst.

Sei kein Messi wie ich. Zum Spielbeginn habe ich alle meine Ressourcen in irgendwelche Kisten geschmissen. Das ist dumm. Nimm dir von Anfang an vor, organisiert zu bleiben. Baue zum Beispiel eine Kiste, in der du nur Bauklötze lagerst. Eine Kiste für spezielle Items. Eine Kiste für Samen. Und so weiter.
Platziere die Kisten mit Rohmaterialien direkt neben den Werkbänken. So musst du die benötigten Ressourcen nicht zuerst von der Kiste in dein Inventar verschieben, sondern kannst direkt losbasteln.

Im Spielverlauf lernst du, wie du Rohmaterialien wie Lehm oder Eisen zu Ziegelsteinen oder Eisenbarren verarbeitest. Dafür benötigst du Öfen und die Hilfe von Feuer-Pokémon, die den Ofen anheizen. Die Verarbeitung dauert oft mehrere Stunden.
Deshalb: Baue dir in jeder Stadt eine kleine Produktionsstätte. Fülle die Öfen bei jedem Besuch mit Ressourcen und hole das fertige Produkt beim nächsten Besuch ab. So umgehst du die Wartezeit und lässt das Game im Hintergrund arbeiten. Es lohnt sich, keinen Leerlauf in der Produktion zu haben, besonders wenn du viel bauen möchtest.
Übrigens lügt das Tutorial: Du musst Feuer-Pokémon nicht manuell zum Ofen führen, damit sie sich ihrer Aufgabe annehmen. Das passiert ganz von alleine, wenn du weg bist. Brave, pflichtbewusste Monster.

Installiere in jeder Stadt eine Kochinsel (Brotofen, Herd mit Pfanne und Kochtopf, Schneidebrett). Im Spielverlauf lernst du, wie man damit leckere Gerichte herbeizaubert. Sie helfen dir, deine Attacken zu verstärken. So kannst du nach dem Verzehr eines Bratlings (mehrere Bohnen in die Pfanne) plötzlich Steine mit dem «Zertrümmerer» zerbrechen, die vorher zu hart für dich waren.
Sobald du Ressourcen wie Bohnen, Weizen oder Tomaten gesammelt hast, solltest du sie verarbeiten. Es gibt nichts Frustrierenderes, als wenn du vor einem Felsbrocken stehst und ihn nicht zerschlagen kannst. Nimm immer genügend Essen mit, damit du gross und stark bleibst.
Übrigens: Kochst du mit speziellen Pokémon zusammen, kreierst du besondere Gerichte, die du für das Erstellen von neuen Habitaten benutzen kannst.

«Pokémon Pokopia» ist nicht nur eine hervorragende cozy Life-Sim, sondern auch ein richtig gutes Adventure-Spiel. Es gibt so viele coole Details und Geheimnisse zu entdecken. Vor allem langjährige «Pokémon»-Fans werden bei all den nostalgischen Verweisen Tränen verdrücken. Deshalb: Nimm dir neben all dem Bauen und Reden auch Zeit, um die Umgebung zu erkunden.
Wenn du gründlich erkundest, wirst du auf viele mysteriöse Steintafeln stossen. Was du mit diesen anstellst, erfährst du in der Spoilerbox:
Mir gefallen die Default-Kameraeinstellungen nicht. Die Kamera ist viel zu nahe am Geschehen dran, zu langsam und zickig. Meine Empfehlung nach rund 50 Stunden Spielzeit:
Zu den letzten beiden Optionen: Die «Automatische Ausrichtung» sorgt dafür, dass die Kamera Hindernissen ausweicht. Es empfiehlt sich, diese Option zu aktivieren, weil du sonst nicht ins Innere von Block-Konstruktionen siehst (die Kamera bleibt ausserhalb eines Gebäudes, statt mit dir hineinzugehen). Die Zielverfolgung schalte ich aus, weil ich es hasse, wenn die Kamera sich automatisch der Laufrichtung meiner Spielfigur ausrichtet – vor allem in einem Spiel wie «Pokémon Pokopia», in dem ich mich oft umschaue.

Per Default rennst du mit dem B-Knopf und mit dem R-Knopf springst du. Mit gedrücktem B-Knopf kannst du die Kamera mit dem rechten Stick nicht gleichzeitig bedienen. Mit der Option «Steuerung (Laufen/Springen)» kannst du diese Knopfbelegung umkehren. So springst du mit B und rennst mit R.
Ist dir diese Anpassung nicht genug, kannst du im Menü ganz unten alle einzelnen Knöpfe selbst neu belegen.
Die Attackenauswahl in «Pokémon Pokopia» erfolgt meist über das Listenmenü in der unteren rechten Ecke des Bildschirms. Je mehr Attacken du lernst, desto mühsamer wird das Umschalten und Scrollen. Gefällt dir die Reihenfolge der Attacken nicht, kannst du sie zum Glück anpassen. Die Option ist aber gut versteckt.
Öffne das Ring-Menü mit L, wähle eine Attacke mit dem linken Analogstick aus und drücke X. Du kommst in ein Menü, in dem du die ausgewählte Attacke mit einer anderen ersetzen kannst. Das ist praktisch, wenn du merkst, dass du oft zwischen zwei Attacken hin- und herwechselst, die in der Liste nicht direkt nebeneinander stehen.

«Pokémon Pokopia» bietet eine Maussteuerung mit den Joy-Con-2-Controllern. Das wird im Game jedoch nicht angepriesen – nur eine Option in den Einstellungen deutet darauf hin. Vollkommen unverständlich, wie ich finde, denn der Mausmodus ist ein Gamechanger.
Spielst du mit der Maus, kannst du viel präziser bauen. Objekte lassen sich so pixelgenau an der richtigen Stelle platzieren. Beim Entfernen von Objekten kommt es so auch zu weniger Fehlgriffen. Ebenfalls praktisch: Du hast eine viel grössere Reichweite und kannst auch weit entfernte Items bearbeiten.

Zudem kannst du mit der Maus den «Zertrümmerer» viel flexibler nutzen. Du wählst präzise aus, welche Blöcke du zerstören möchtest – ohne Kollateralschaden. Sogar weit entfernte Blöcke zertrümmerst du, ohne dich vom Fleck zu bewegen. Besonders praktisch bei all den lästigen schwebenden Blöcken, die oft übrig bleiben, wenn ich eine grosse Fläche geräumt habe.

Meinen ausführlichen Test zum Spiel liest du hier:
Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.
Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.
Alle anzeigen