

Retro News: Wie aus Kuchenblechen Frisbees wurden
Es gibt wohl kaum einen Besuch im Park ohne die Gefahr, ein Frisbee an den Kopf geworfen zu bekommen. Heute vor 67 Jahren begann der weltweite Siegeszug der beliebten Wurfscheibe.
Am 13. Januar 1957 startete die amerikanische Spielzeugfirma Wham-O unter dem Namen «Pluto Platter» den Verkauf der ersten Wurfscheiben. Erst später benannte das Unternehmen ihre Scheibe in Frisbee um. Die Idee, zum Spaß Scheiben herumfliegen zu lassen, ist allerdings schon viel älter.
Von fliegenden Popcorn-Deckeln und Kuchenblechen
Wurfspiele gibt es seit jeher. Wer erstmals auf die Idee kam, dafür Teller-artige Gegenstände zu nutzen, ist nicht bekannt. Der Mann, der aber erstmals damit Geld verdienen wollte, war Walter Frederick Morrison (1920 – 2010). Er und seine Frau hatten Freude daran, sich Deckel von Popcorn-Behältern zuzuwerfen, die aber keine besonders guten Flugeigenschaften hatten. So kam er auf runde, flache Kuchenbleche mit hochgezogenem Rand.
Noch vor dem zweiten Weltkrieg begann Morrison, Kuchenbleche als «Flyin' Cake Pans» in Parks und an den Stränden von Los Angeles zu verkaufen. Nach dem Krieg tüftelte er an den Blechen herum, um stabilere Flugbahnen zu ermöglichen. Heraus kam Anfang der 1950er Jahre der «Pluto Platter», eine Kunststoffscheibe, die schon stark den heutigen Frisbees ähnelte. Auch diese Scheibe verkaufte Morrison – und hatte damit so viel Erfolg, dass die kalifornische Spielzeugfirma Wham-O aufmerksam wurde. Wham-O hat einen Riecher für erfolgreiche Konzepte: Sie war auch die erste Firma, die Hula-Hoop-Ringe produzierte und verkaufte.
Und so gelangte der «Pluto Platter» ins Sortiment und schließlich in die Picknicktaschen der Menschen. Seine Rechte daran verkaufte Morrison zehn Tage nach dem Verkaufsstart direkt an Wham-O.
Studenten gaben dem Frisbee seinen Namen
Der Markenname «Pluto Platter» setzte sich aber nicht durch. Die Gründer von Wham-O stellten fest, dass Studenten die Wurfscheibe stattdessen Frisbie nannten – nach der «Frisbie Pie Company», einer Großbäckerei in Connecticut, die unter anderem die Yale-Universität mit Kuchen belieferte.
Schon in den 1940er Jahren hatten Studenten die übriggebliebenen Kuchenbleche mit dem eingestanzten Schriftzug «Frisbies Pies» auf dem Campus herumgeworfen. So hatte sich die Bezeichnung «Frisbie» verbreitet, bevor das bekannte Produkt auf den Markt kam. Um markenrechtliche Probleme zu umgehen, änderte Wham-O die Schreibweise des Namens nur leicht ab. Die Wurfscheibe hatte großen Erfolg: Bis 2010 gingen 200 Millionen Frisbees über die Ladentheken.
Falls du keines hast und dich schon mal für die Freizeit-Saison vorbereiten möchtest, kannst du dich bei uns auch mit einem Frisbee eindecken.

Wann hast du zuletzt Frisbee gespielt?
Titelbild: Rita_Kochmarjova/Shutterstock
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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