Sonos – Multiroom-Klang für Stressfreie im Test

Sonos – Multiroom-Klang für Stressfreie im Test

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 22.12.2016
Wie gut klingt das für dich: Deine Lieblingssongs, gleichzeitig in jedem Zimmer? Sehr gut? Ich habe das getestet und sage dir, wie sich ein Sonos-System für dich lohnt.

Der Grundgedanke hinter Multiroom-Systemen ist einfach: Es ist doch bekloppt, wenn wir mit Spotify und anderen Streaming-Diensten Musik hören, aber wirklich tollen Klang nur mit der Offline-Stereoanlage hören können. Vor allem auch deshalb, weil in fast jeder Wohnung irgendwo ein Wireless Router rumliegt und so den Internet-Empfang kabellos ermöglicht. Nicht nur den Internet-Empfang, sondern auch den Intranet-Empfang, der es ermöglicht, Daten von Computer zu Computer im Netzwerk zu senden.

Wenn diese Technologie adaptiert wird, dann kann das selbe Lied zum selben Zeitpunkt in mehreren Räumen gespielt werden. Das ist zwar auch analog möglich, benötigt aber eine Menge hässlicher Kabel, die von der Stereoanlage in die anderen Räume verlegt werden. Aber wenn wir schon WLAN haben, dann können wir uns das zu Nutze machen.

Ein Startup, das diesem Gedanken gefolgt ist, ist Sonos. Die Firma hat auf dem Lautsprechermarkt ordentlich für Rummel gesorgt. Denn ihr System war eines der ersten, das kommerziell erfolgreich Audio via WLAN in mehrere Räume gleichzeitig gestreamt hat.

Die Sonos-Familie hat Speaker für jeden Raum und jeden Zweck

Da heute kaum einer mehr CDs kauft oder verkauft, Radiosender vermehrt auf DAB+ setzen und Plattenspieler nur noch von Hipstern und Puristen verwendet werden, habe ich also unter anderem ein Sonos-System getestet.

Drücke Knöpfchen hier und da

Selbst habe ich noch nie ein Multiroom-System aufgesetzt. Da das laut meiner eigenen Einschätzung so schwer nicht sein kann, lege ich die Bedienungsanleitung mal zur Seite und fange an, zu kabeln. Das geht nicht besonders lange, denn nebst Stromkabel brauchen die Sonos Speaker eigentlich nichts. Die Neugierde packt mich doch. Die Betriebsanleitung ist erschreckend leicht und gleicht einem Faltprospekt mehr als den idiotisch dicken Wälzern, die ich bereits mein Leben lang wo nur immer möglich ignoriere.

  1. Speaker an Strom anschliessen
  2. App herunterladen
  3. Befolge Anweisungen in App

Sonos, du hast mich veräppelt. Ich wollte das Teil nicht lesen, sondern mal ansehen. Jetzt habe ich aber schon die ganze Betriebsanleitung gelesen. Dann machen wir das halt so, wie du sagst. Hätte ich auch so getan. Ganz bestimmt.

Die App ist das technologische Herzstück des Sonos-Systems also brauchst du nebst einem Internetzugang auch ein Android- oder iOS-Gerät, mit dem du das ganze Teil vernetzt und später dann auch kontrollierst.

Zuerst setze ich die Soundbar und den Subwoofer auf. Denn grosse Kartonschachteln versprechen grossen Spass.

Soundbar ist einfach. Das Wort «einfach» ist eines, das den ganzen Hardware-Setup-Prozess beschreiben kann. Im Wesentlichen begegnest du folgenden Schritten.

  1. Gerät einstecken
  2. In App Add Speaker wählen
  3. Knopf oder Knöpfe an Speaker drücken
  4. Optional: Feineinstellungen des Sounds
  5. Raum auswählen
  6. Fertig

Das geht alles erwiesenermassen einhändig und innerhalb von weniger als drei Minuten.

Wenn du jetzt aber denkst, dass du sofort Musik hören kannst, dann hast du gefehlt. Als erstes müssen Updates eingespielt werden, denn die Speaker haben neu Software-Komponenten, die Funktionserweiterungen über sich ergehen lassen müssen. Etwa fünf Minuten später ist der Speaker dann bereit.

Dieser Vorgang muss für jeden Speaker einzeln wiederholt werden. Er erfordert zwar keine grossen technologischen Kenntnisse, aber etwas Geduld. Denn egal, ob der Subwoofer oder ein kleiner Speaker aufgesetzt werden muss, der Update-Prozess muss jedes Mal durchlaufen werden. Währenddessen liegt die App lahm, also kannst du nicht mal auf den bereits aufgesetzten Speakern Musik hören. Aber eben, mehr nervig als unmöglich. Du musst für das Setup weder Technikgenie sein, noch mehr verstehen als «zwei Knöpfe gleichzeitig drücken», denn das ist der komplexeste Teil des Setups.

So, jetzt endlich Sound!

Oder halt auch nicht.

Gut, dann verbinde ich die App halt mit meinem Spotify, dauert auch so wieder seine Minute. Alles in allem empfehle ich für das gute und saubere Setup eines Multiroom-Systems mit anschliessendem Soundtest und Freudentänzchen einige Stunden einzuplanen. Das ist zwar mehr als genug Zeit, aber du kannst dir sicher sein, dass du nichts überstürzen musst. Mindestens eine Stunde dauert das sicher, bis du dich zufrieden zurücklehnen und deine Musik geniessen kannst.

Dumpfer Donner und Lichtblitze

Die ersten Klänge aus der Soundbar im Wohnzimmer habe ich zwar schon beim Setup gehört, wo ich meine bevorzugte Stärke Bass einstellen musste. Ich bin zwar ein grosser Fan von einem tiefen, dumpfen und starken Bass, aber der Subwoofer liefert für meine kleine Wohnung etwas zu viel. Daher ist bei mir -1 die richtige Einstellung.

Der erste Song. Natürlich will ich den Bass testen, daher suche ich mir einen Track aus, der einen guten und leicht erkennbaren Bass Drop hat. Da das folgende Intro zum Album «Everything Remains As It Never Was» der Schweizer Band Eluveitie mit viel Hochtönen beginnt und dann einen heftigen Bass-Schlag verzeichnet, habe ich mir das ausgesucht.

Holla! Da geht aber was. Nicht nur ist die via Spotify gestreamte Frauenstimme glockenhell in meinem Wohnzimmer, sondern der Bass knallt anständig. Der Klang, der aus dem Subwoofer kommt, klingt wie ein dumpfes Donnern, das aus der Ferne angerollt kommt. Die Hochtöner sind scharf und beissen genau dort, wo sie sollen. Einfach toll.

Nachdem ich meinen Fernseher via Optical Cable mit der Soundbar verbinde, schaue ich mir einen Film an, der nicht nur bildgewaltig, sondern auch laut ist – Mad Max: Fury Road.

Zwei Stunden später ist mir vollends klar, dass Sonos als eine der neuen Marken auf dem Markt der Lautsprecher mit ihren Systemen einen Volltreffer gelandet hat, wenn es um multifunktionale Soundbars und Subwoofer geht. Wenn du wirklich guten Sound in deiner Wohnung willst und dir der Preis nicht dermassen wichtig ist, dann kauf dir pro Zimmer eine Soundbar und einen Subwoofer und du bist ausgerüstet. Die Soundbars sind zwar als Fernseh-Audio-Ausgangsgeräte gedacht, doch sie können auch unabhängig vom Fernseher betrieben werden und machen als Musiklautsprecher eine gute Falle.

Play:1 für kleinere Zimmer

Beeindruckt mache ich mich auf, im Schlafzimmer und in der Küche je eine der kleineren Boxen aufzusetzen. Denn dann kann ich in der ganzen Wohnung Musik hören. Etwas, was ich so noch nicht kenne.

Also: Einstecken, App anschmeissen, Knöpfe drücken, Update und gut ist.

Die Sonos-App habe ich mit Spotify verbunden, denn die Funktion, dass ich von Spotify aus direkt auf die Lautsprecher streamen kann, ist erst mit dem Update im frühen Dezember hinzugefügt worden. Zuvor konnte ich zwar schon Spotify hören, aber nur über die folgende Route: Spotify → Sonos App → Speaker. Dies gilt auch für andere Streaming-Dienste. Aber dieser Umstand hat sich mittlerweile erledigt.

In der aktuellen Version muss ich in der Sonos App nur die Zimmer gruppieren, und dann kann die Musik direkt übers Handy aus den Speakern klingen. Ferner ist es möglich, die Musik vom hauseigenen PC im etwas unübersichtlichen Sonos Desktop Controller vom PC oder Mac in der ganzen Wohnung abzuspielen.

Aber jetzt: Musik an! Endlich!

Schnell wird klar, dass die kleinen Speaker, von Sonos Play:1 genannt, nicht an die Soundbar/Subwoofer-Kombi rankommen. Können sie basierend auf ihrer Grösse gar nicht und das habe ich auch nicht wirklich erwartet. Dennoch, nach der überwältigenden und überraschenden Soundqualität der Soundbar, sind die Play:1 etwas enttäuschend. Der Sound ist zwar nach wie vor gut, aber wenn du auf Soundqualität stehst, dann würde ich zur nächstgrösseren Version, den Play:5, greifen.

Multiroom System
Play:1 Bundle (Schwarz)
SONOS Play:1 Bundle (Schwarz)
41

Wenn du aber einfach Sound in einem Zimmer willst, dann tun es die Play:1 völlig. Wenn du eine Boutique wie H&M mit grauenhaftem Gedöns beschallen willst, damit sich die Angestellten nach zwei Tagen hirnlosem Wumm-Wumm-Techno-R&B-Happy-Krach lieber mit einem Kleiderbügel das Gehör aus dem Kopf reissen, dann ist der Play:1 total ausreichend.

Oder halt als Support für eine Soundbar in einem angrenzenden Raum oder gar als Teil eines Surround-Systems in einem Raum. Dafür sind die Play:1 super. Aber als Standalone Speaker, auf denen dein System aufgebaut wird, sind die Play:1 unterwältigend. Versteh mich nicht falsch: Schlechter Sound klingt anders. Die Play:1 sind lediglich nicht so gut wie seine grossen Geschwister.

Ein neues Lebensgefühl

Du fragst dich jetzt, weshalb du deine gute alte Stereoanlage durch modernen Schnickschnack wie ein Multiroom-System ersetzen sollst. Die Antwort ist kurz und einleuchtend: Wenn deine Lieblingssongs in guter Qualität aus allen Ecken deiner Wohnung klingen, dann wird dir schon recht warm ums Herz. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn dein Raum überall deinen Sound in toller Qualität hat und nirgends eine idiotisch laute Stereoanlage rumdonnern muss.

Daher: Multiroom ein, Füsse hoch legen und geniesse es.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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