Synology Moments: Die NAS-App, die Bilder besser macht

Synology Moments: Die NAS-App, die Bilder besser macht

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 09.10.2018

DS Photo war gut. Synology Moments ist besser. Die neue App bläst ihren Vorgänger einfach mal so aus dem Wasser. Ein Blick auf eine App, die es drauf hat.

Synology ist im Umschwung. Neue Apps ersetzen alte Apps. Die neuen werden mit neuem Branding versehen. Vorbei ist es mit «DS» für «Disk Station». Neu heissen die Apps alle «Synology $name». Sie sind moderner, angenehmer und intelligenter.

Die wohl beste dieser Apps und der Nachfolger von DS Photo habe ich in meinem jüngsten NAS-Artikel verpasst. Glücklicherweise hat mich ein Leser darauf aufmerksam gemacht.

«Unbedingt die App Synology Moments auch noch hinzufügen. Eine gute Alternative zu andere Foto-Cloud-Diensten, dank Bilderkennung (Auf dem eigenen NAS, nicht einem Google Server in der USA) werden die Fotos nach Personen, Ort odere anderen Themen sortiert.»
Anonymous

Danke, Anonymous. Schauen wir uns die App genauer an.

DS Photo, aber schlauer

Viele Funktionen der App kennst du bereits von den grossen des Cloud Photo Business. Die App gleicht Google Photos in Punkto Layout. Das weitgehend weisse Understatement des Layouts tut der Bildfülle gut. So glänzen deine Bilder, nicht die hübsche Website.

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Das Understatement im Design der Site lässt die Bilder glänzen

Die App funktioniert ähnlich, sieht ähnlich aus und fühlt sich auch wie Google Photos an. Der Hauptbildschirm ordnet die Bilder nach Datum ein, an der Seite ist die Scrollleiste nach Datum organisiert.

Dazu erkennt Synology Moments Gesichter, sortiert die aber nicht automatisch ein. Das ist recht angenehm, denn Googles Ansatz von «ich korreliere alles mal mit Social Media aller Art» ist nicht ganz so fehlerfrei, wie ich es gerne hätte. Ein Gesicht auf einem Plakat im Hintergrund wird automatisch als Person erkannt und dergleichen. Ich kenne Alden Ehrenreich als junger Han Solo doch nicht persönlich.

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Google Photos erkennt mir Alden Ehrenreich basierend auf einem Poster im Hintergrund

Dafür ist die Gesichtserkennung in Synology Moments nicht besonders fortgeschritten. Auf folgendem Bild erkennt die Software kein Gesicht.

Hobby-Schneiderin und Profi-Übersetzerin Anne Chapuis bei einem Photo Shooting
Hobby-Schneiderin und Profi-Übersetzerin Anne Chapuis bei einem Photo Shooting
Thomas Kunz

Manuell Gesichter hinzufügen kann ich auch nicht. Daher wird Anne auf ewig unbesungen im Foto bleiben.

Wenn aber ein Gesicht erkannt wird, dann kann ich eine NAS-interne Datenbank von Personen anlegen, die dann alle Gesichter mit recht hoher Genauigkeit erkennt. Biathletin und Jungjournalistin Vivienne Sommer wird sauber erkannt, auch leicht von der Seite und einsortiert.

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Da Synology die Daten nicht korreliert, musst du das selbst tun. Moments erkennt zwar das Gesicht, nicht aber die Person. Daher musst du die Person selbst benennen.

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Personen können einfach als Label ohne grossen Bezug definiert werden

Daraus generiert Moments eine Personendatenbank.

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Die Personendatenbank in Moments

Das Problem mit all den Apps

So viel Synology auch mit dem Design seiner Apps richtig macht, so falsch macht der taiwanesische Konzern die Sache mit der Namensgebung. Jüngst habe ich die offensichtlichen Kandidaten der Apps kurz reviewt, dort einfach mal die Standard Apps angesehen, die offensichtlich schienen. Darunter DS Photo, der Vorgänger Moments. Das Problem: Jetzt gibt es im App Store zwei Apps, die im wesentlichen dieselbe Funktion erfüllen.

Ich frage mich, warum um alles in der Welt das notwendig ist. Wenn Moments das bessere DS Photo ist, dann könnte die App doch gleich den Vorgänger ersetzen, oder? Aber nein, da muss ich eine separate Applikation auf dem NAS installieren, dann alle Bilder verschieben oder neu hochladen. Das macht doch nur nutzlos Arbeit.

Hinter den Kulissen sehen die Dateien genau gleich aus, sie werden einfach anders einsortiert. DS Photo wird im NAS-eigenen File Browser namens File Station nach Alben sortiert. Moments aber nach Daten. Das ist eher seltsam, da es easy möglich ist, Dateien in einem Ordnersystem dynamisch auszulesen und nach beliebigen uniformen Kriterien zu sortieren. Datum, Ort, Zeit, Dateigrösse… geht alles. Sogar Windows Explorer kann das.

Mein Vorschlag: Weg mit DS Photo, oder revampt DS Photo zu Moments. Denn so gern ich DS Photo auch mochte, DS Moments bläst die vergleichsweise alte und kümmerliche App aus dem Wasser.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher

Senior Editor, Zürich

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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