TecTake im Review: Das taugt eine billige Treppensackkarre

TecTake im Review: Das taugt eine billige Treppensackkarre

Martin Jud
Martin Jud
Zürich, am 16.09.2020
Eine Treppensackkarre soll es mir trotz fehlendem Fahrstuhl ermöglichen, grosse beziehungsweise schwere Pakete alleine vier Etagen hochzuhieven. Dass eine simple Karre zum moderaten Preis ohne Motor nur bedingt taugt, zeigt dieser Test.

Irgendwas mache ich falsch. Nie hat ein Haus, in dem ich wohne, einen Fahrstuhl. Gerade möchte ich einen Bildschirm mit riesigen Verpackungsdimensionen vom Keller ins oberste Stockwerk bringen. Doch das 55-Zoll-Monster lässt sich mit zwei Händen schwer heben.

In Situationen wie dieser habe ich normalerweise entweder einen netten Nachbarn, einen Kumpel oder meine liebe Frau zur Seite. Das ist zwar schön, doch noch besser wäre es, wenn ich grosse Pakete auch ohne Hilfe die vielen Treppenstufen hochschaffen könnte. Daher habe ich nachgedacht und eine Lösung gefunden. Eine Treppensackkarre.

Transportwagen
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Treppensackkarre
TecTake Treppensackkarre
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Die hochwertige und praktische Treppensackkarre von tectake gehört auch in Deine Profiausstattung. Die Treppenkarre ist bis 100 kg belastbar und überwindet leicht Treppen und Bordsteinkanten. Ideal geeignet für Verladearbeiten, Lieferungen, Umzüge, aber auch für den anspruchsvollen Heimwerker im Garten oder Haus. Unsere Sackkarren bestehen aus einem robusten Stahlrohr-Rahmen, die Sicherheitsgriffe sind aus festem Kunststoff. Durch die 3-fach Sternräder ist der Treppensteiger extrem standfest. Hole Dir noch heute die top Treppensackkarre von tectake.

Die Produktspezifikationen der Karre mit Dreifach-Räder:

  • Grösse (H x B x T): 115 x 49 x 66 cm
  • Nutzbare Schaufelfläche (B x T): 31 x 24,5 cm
  • Gewicht: 12,5 kg
  • Räder: Hartgummiräder, 16 x 3 cm (Ø x B)
  • Belastbarkeit: 100 kg
  • Material: Stahl, Kunststoff
  • Weiteres: auf 82 cm Höhe einfahrbar

Ursprünglich wollte ich mir eine automatische Treppensackkarre kaufen. Doch beim Betrachten der Preise, entscheide ich, hier doch lieber auf Körperkraft zu setzen. Die Lust, tausende Franken dafür auszugeben, ist nicht vorhanden.

Steil mit dem Treppensackteil: Karreninbetriebnahme

«Geil, mit dem Teil geh ich steil!» denke ich mir und entrichte den von unserem Shop verlangten Preis. Zwei Tage später steht der Karton mit Karreninhalt bei mir im Haus. Ich trage das rund 14 Kilogramm wiegende Paket hoch und frage mich, warum ich mein Taschenmesser nicht wie ein richtiger Schweizer Bube dabeihabe, um die Karre beim Hauseingang auszupacken und gleich auszuprobieren.

Auspacken, Räder und Unterlagsscheibe über Aufhängung ziehen und mit «Haarklammer» fixieren.
Auspacken, Räder und Unterlagsscheibe über Aufhängung ziehen und mit «Haarklammer» fixieren.

Die TecTake Treppensackkarre wird beinahe fertig zusammengebaut ausgeliefert. Nach dem Auspacken muss ich lediglich die Rollen links und rechts auf entsprechende Aufhängungen ziehen, je eine Unterlagscheibe beigeben und alles mit einem Draht, der wie eine Haarklammer aussieht, fixieren. Fertig, nun kann ich damit in den Keller und mir den 55-Zoll-Monitor greifen.

So karrt es sich mit dem Treppensteiger

Was bereits auf dem Weg nach unten auffällt, ist, dass die Sackkarre verdammt laut ist. Es scheppert und knallt bei jeder Stufe.

Schön. So hat auch die Nachbarschaft etwas von meiner Aktion.

Egal, zumindest ist der Treppensteiger dank gut verschweissten Stahlrohren stabil. Nur die Haarklammerfixierung empfinde ich als etwas popelig. Ich kann mir vorstellen, dass die bei reger Nutzung der Karre früher oder später ausgewechselt werden muss.

Wie klein die Schaufel der Karre ist, fällt mir erst beim Aufgabeln des Kartons auf. Dennoch hält die nur 31 x 24,5 Zentimeter grosse Fläche den 139 x 37 x 99 Zentimeter grossen Karton mit einem Gewicht von 38 Kilogramm problemlos. Zumindest wenn ich ihn in der Horizontalen quer aufgable.

Die Karre ist mehr schlecht als recht eine Hilfe.
Die Karre ist mehr schlecht als recht eine Hilfe.

Dass der Treppensteiger an sich auch ein Eigengewicht hat, wird mir bei den ersten Stufen bewusst. Insgesamt 50,5 Kilogramm ziehe ich Stufe für Stufe hoch. Das Gepolter im Treppenhaus erreicht neue Höchstwerte. Ich setze mein Körpergewicht und all meine Kraft ein und gestehe mir bereits nach einem Stockwerk ein, dass es verdammt viel einfacher wäre, den Monitor zu zweit ohne Karre hochzutragen.

Sorry, Nachbarn.

Schweissperlen laufen mir nach zwei Stockwerken die Stirn herunter. Ich benötige erst mal eine halbe Stunde Pause, ehe ich die dritte Etage in Angriff nehme. Im Augenwinkel bemerke ich dabei einen Nachbarn, der kurz neugierig aus der Türe linst und sogleich wieder verschwindet.

Danke, Nachbar.

Endlich steht der Karton in der Wohnung. Es bleibt noch eine letzte Treppe, deren Aufgang jedoch weniger breit ist, als der Karton. Da die Stufen ausserdem sehr steil sind, ist es mir nicht möglich, den Karton längs aufzugabeln und hoch zu schaffen. Er droht dabei immer zu kippen. Schade, nun muss ich doch auf eine helfende Hand warten. Ausserdem nervt mich gerade, dass ich die Karre bei dieser Treppe in Aktion fotografieren wollte. Was ich nun ersatzweise mit einem Karton tue, in dem ein 18 Kilogramm schweres PC-Gehäuse aus den 1990ern steckt.

keine Informationen über dieses Bild verfügbar

Die steile Treppe macht es mir nicht einfach. Den Karton mit den Händen hochtragen ginge leiser, schneller und wäre wohl auch gesünder für den Rücken.

Fazit: Treppensackkarre nicht wirklich der Hit

Ächz und stöhn! Warum habe ich nochmal diese Karre bestellt?

Ich muss zugeben, dass mir die Karre nach diesem Test mächtig auf den... Zeiger geht. Zwar kann ich dank ihr auch grosse Pakete alleine an nur durch Treppen erschlossene Orte bringen. Doch der bleibende Aufwand gleicht purem Kraftsport. Eine wirkliche Hilfe ist der Treppensteiger nicht. Eine Treppe einfach überwinden, geht damit nicht. Ausserdem ist er verdammt laut, was an Lärmbelästigung grenzt.

Für mich ist die Karre ein klassischer Fehlkauf. Hätte ich mich doch bloss davor genügend gut informiert.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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