Urinal für Frauen verkürzt Wartezeit auf Festivals
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Urinal für Frauen verkürzt Wartezeit auf Festivals

Pia Seidel
Pia Seidel
Zürich, am 23.07.2019
Zwei junge Designer lösen das Problem langer Warteschlangen mit dem neuartigen Urinal «LaPee». Es erleichtert den Toilettengang für Frauen an überfüllten Outdoor-Veranstaltungen.

Du weisst sofort, wo die Frauen-WCs auf Festivals sind. Du erkennst sie an den langen Warteschlangen und leicht genervten Gesichtern der Besucherinnen. Damit das bald ein Ende hat, haben die zwei Designer Gina Périer und Alexander Egebjerg aus Kopenhagen das Urinal «LaPee» entwickelt.

Effizienter und sicherer

Anders als herkömmliche mobile Toilettenkabinen bietet LaPee mehreren Frauen gleichzeitig Platz. Die pinkfarbene, recycelbare Kunststoffstruktur besitzt drei spiralförmig angeordnete Urinale mit geschwungenen Rückenlehnen. Das macht LaPee sechsmal effizienter als Standardkabinen.

LaPee verwendet kein Wasser und kann für den Transport gestapelt werden. Bild: Olivia Rohde, LaPee
LaPee verwendet kein Wasser und kann für den Transport gestapelt werden. Bild: Olivia Rohde, LaPee

Die Pissoirs verkürzen nicht nur die Wartezeit, sie fördern auch die Geschlechtergleichheit. «Es gibt keine Einrichtungen zum Wasserlassen, die nur für Frauen sind. Das Fehlen weiblicher Urinale hat erhebliche Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter, was insbesondere bei Veranstaltungen im Freien deutlich wird», sagt Gina Périer. Während Männer leicht und schnell urinieren können, haben es Frauen mit herkömmlichen Outdoor-Toilettenkabinen nicht leicht. Auch Büsche sind kein zufriedenstellender Ersatz.

Über eine Stufe kommst du zum Pissoir. Bild: Olivia Rohde, LaPee
Über eine Stufe kommst du zum Pissoir. Bild: Olivia Rohde, LaPee
Du und zwei andere Frauen können in den seperaten Nischen gleichzeitg auf die Toilette. Bild: Olivia Rohde, LaPee
Du und zwei andere Frauen können in den seperaten Nischen gleichzeitg auf die Toilette. Bild: Olivia Rohde, LaPee

Lapee bietet mehr Privatsphäre, hält die Festivalgelände sauberer und macht sie sicherer als verschliessbare Pissoirs. Das fehlende Schloss soll Vorfälle verhindern, bei denen Frauen eingesperrt werden. Dass der Kopf über den Rand hinausragt, sei bewusst so. Benutzerinnen sowie Besucher haben die Möglichkeit einzuschreiten und die Situation um sich herum wahrnehmen zukönnen. Dank einer kleinen Stufe sei der heikle Bereich dennoch blickdicht. «LaPee wurde entwickelt, um Frauen beim Pinkeln zu schützen, während stehende Männer exponiert sind. Die Höhe des Urinals bringt Privatsphäre, stärkt aber auch das Pinkeln der Frauen. Während eine Frau pinkelt, ist ihr Sehvermögen auf dem Niveau eines stehenden Mannes», sagt Alexander Egebjerg.

Erste Tests zeigen: LaPee ist «highly instagrammable» und beliebt

Die Erfinder (v. l.n.r.): Alexander Egebjerg und Gina Périer sind Architekten, die in Kopenhagen leben. Bild: Olivia Rohde, LaPee
Die Erfinder (v. l.n.r.): Alexander Egebjerg und Gina Périer sind Architekten, die in Kopenhagen leben. Bild: Olivia Rohde, LaPee

Nach dem ersten Testlauf auf dem Roskilde Festival in Dänemark im Juli gibt es zahlreiche positive Bewertungen und glückliche Gesichter auf Fotos (und Videos!) im Internet. Und das Beste: LaPee kommt in Pink daher. So siehst du Frauen WCs auch ohne Schlange schon von Weitem und hoffentlich bald auch auf Veranstaltungen in der Schweiz. Ich freue mich schon jetzt darauf, die pinken Outdoor-WCs bei Gelegenheit selbst einmal testen zu können. Auch wenn es gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, dass mein Kopf während des Toilettengangs im Freien ist. Für mich klar: Diese Erfindung leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und zeigt, wie Design Probleme lösen kann.

LaPee

Und du, würdest du das pinke Outdoor-WC testen?

  • Klar!
    64%
  • Ich gehe weiterhin in die Büsche.
    13%
  • Nein, ich stehe lieber Schlange.
    21%

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

Folge mir, wenn du weitere Designs, die Probleme lösen, auf dem Radar haben möchtest.

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Pia Seidel
Pia Seidel

Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein

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