
Hintergrund
Ich habe versucht schönere Bilder als die NASA zu entwickeln und bin gescheitert
von Samuel Buchmann

Die Aufnahme des Helixnebels zeigt einen Teil des inneren Rings des «Eye of Sauron» und liefert damit einen neuen Blick auf das späte Stadium eines sonnenähnlichen Sterns.
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat eine neue Aufnahme des Helixnebels veröffentlicht und zeigt damit eines der bekanntesten Objekte am Himmel in bislang unerreichter Detailtiefe. Die Aufnahme stammt aus der Nahinfrarotkamera (NIRCam). Zu sehen ist ein Ausschnitt des sich ausdehnenden Gasrings mit tausenden säulenartigen Strukturen und sogenannten «cometary knots». Das sind dichtere Ansammlungen aus Gas und Staub, die sich wie Schweifsterne vom Zentralstern weg ausrichten.
Der Helixnebel ist ein sogenannter planetarischer Nebel und liegt rund 650 Lichtjahre entfernt im Sternbild Wassermann. Planetarische Nebel haben trotz des Namens nichts mit Planeten zu tun: Es handelt sich um die Endphase von Sternen mit ähnlicher Masse wie die Sonne, die gegen Ende ihres Lebens ihre äusseren Schichten abstossen. Das freigelegte, extrem heisse Sternenrelikt ionisiert das zuvor ausgestossene Gas und lässt es als leuchtende Hülle erscheinen. Der Helixnebel ist einer der nächsten und hellsten planetarischen Nebel. Er wurde durch zahlreiche Aufnahmen des Hubble-Teleskops und auch von Amateuren als «Eye of God» oder «Eye of Sauron» bekannt.

Das Webb-Teleskop konzentriert sich nicht auf den gesamten Nebel, sondern auf einen Teil des inneren Rings. In der neuen Aufnahme sind die Übergänge von heissem zu kühlerem Gas deutlich erkennbar: Bläuliche Bereiche markieren stark ionisiertes Gas in der Nähe des Sternrelikts (ausserhalb des Bildausschnitts). Gelbliche Regionen zeigen kühleres Gas. Die rötliche Zonen am Rand entsprechen den kühlsten Bereichen.
Die fein aufgelösten «Knoten» entlang des Rings waren schon länger bekannt, doch Webb zeigt ihre Struktur in bislang unerreichter Schärfe. Die säulenförmigen Gebilde entstehen, wenn heisse Winde aus dem sterbenden Stern auf zuvor ausgestossene, dichtere Materie treffen und diese erodieren. Typischerweise sind diese Knoten etwa so gross wie das Sonnensystem.
Mit dem neuen Datensatz will die NASA die späten Entwicklungsphasen sonnenähnlicher Sterne besser verstehen. Für die Astrophysik sind planetarische Nebel wichtige Laboratorien. Sie zeigen, wie Sterne chemisch angereichertes Material (etwa Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff) ins Weltall zurückführen und so die Entstehung nachfolgender Stern- und Planetengenerationen beeinflussen. Da der Helixnebel vergleichsweise nahe steht, eignet er sich besonders gut, um diese Prozesse im Detail zu vermessen und mit früheren Beobachtungen zu vergleichen.
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