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Stefanie Lechthaler
Produkttest

Wegen dem Cricut Joy 2, bin ich dem Stickerwahn verfallen und ich liebe alles daran

Mit dem Joy 2 bringt Cricut eine neue Generation des Mini-Plotschneiders auf den Markt – kompakter, vielseitiger und mit verbessertem Print-Then-Cut-Sensor. Ich habe ihn direkt nach der Veröffentlichung getestet und zeige, ob er hält, was Cricut verspricht.

Seit der Mini-Schneideplotter auf meinem Schreibtisch steht, versinke ich im Sticker-Chaos, weil ich alles, was mir vor die Augen kommt, in Aufkleber verwandle. Dass mich der Schneideplotter im neuen Gewand so überzeugt, hätte ich nicht erwartet.

Ab jetzt beschenke ich alle mit personalisierten Stickern.
Ab jetzt beschenke ich alle mit personalisierten Stickern.

Von seinem Vorgänger Joy hat Cricut die Grösse übernommen und das Gerät um eine ganze Reihe von Funktionen ergänzt. Farblich und vom Format her passt der Joy 2 deutlich besser in die Cricut-Reihe. Die maximale Materialbreite von 13,9 Zentimetern eignet sich für kleinere Projekte wie Sticker, Etiketten oder Postkarten. Für Experimentierfreudige und Anfängerinnen liefert das Starter-Bundle eine grosse Auswahl an Materialien, die wichtigsten Tools und – mein persönliches Highlight – einen Trimmer dazu.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern passt der Joy 2 zu den Modellen der Cricut-Reihe.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern passt der Joy 2 zu den Modellen der Cricut-Reihe.

Funktional hat sich der Hersteller am grösseren Modell Joy Xtra orientiert. Trotzdem erwähnt Cricut einige Neuerungen, von denen mir drei besonders auffallen: Das überarbeitete Design-Programm soll den Umgang vereinfachen und der verbesserte Print‑Then‑Cut‑Sensor soll das Verarbeiten von Aufklebern aus dem Standarddrucker erleichtern. Ausserdem ist nun die Funktion «Falzen» möglich.

Grundsätzlich funktionierte das mit den Stickern schon mit früheren Schneideplottern, aber diverse Nutzerinnen und Nutzer beschweren sich unter anderem in Reddit-Foren über Schwierigkeiten. Insbesondere Aufkleber mit dunklen Farben bereiteten dem alten Sensor Mühe. Auch Kollegin Michelle Brändle berichtete in ihrem Beitrag zum Joy Xtra davon.

Der Aufkleber-Test: Bunte Motive und drei verschiedene Sticker-Folien

Ob und wie einfach der Stickerplot mit dem Joy 2 klappt, will ich testen. Dafür erstelle ich ein paar Sujets und drucke sie auf unterschiedliche Materialien: zwei der mitgelieferten Printable Vinyl-Folien, irisierendes Stickerpapier von Silhouette und Etikettenpapier von Avery Zweckform.

Ich will wissen, wie gut es der Joy 2 mit Stickerfolien unterschiedlicher Marken aufnehmen kann.
Ich will wissen, wie gut es der Joy 2 mit Stickerfolien unterschiedlicher Marken aufnehmen kann.

Design Space: Einfachere Anwendung im Programm, aber Hürden bei der Druckvorbereitung

Aber bevor ich zum Drucken komme, erstelle ich meine Designs im neuen Cricut Design Space, das sich nach dem Update deutlich reduzierter und aufgeräumter als zuvor präsentiert. Weil es benutzerfreundlicher ist, behalte ich den Überblick über meine Projekte leichter. Sticker einzufügen und anzupassen geht intuitiv, obwohl ich mich zum ersten Mal an Aufkleber heranwage.

Schon nach wenigen Mausklicks steht die erste Zusammenstellung für den Print. Beim Anordnen der Sticker hört die Benutzerfreundlichkeit aber auf. Das Programm versucht meist erfolglos, die Sticker platzsparend anzuordnen. Will ich das nachkorrigieren, muss ich jeden Sticker einzeln drehen und verschieben – genau innerhalb der rot-gestrichelten Markierung, sonst springt er in seine Anfangsposition zurück. Echte Sisyphosarbeit.

Bei guter Optimierung hätten alle Sticker auf vier Folien Platz.
Bei guter Optimierung hätten alle Sticker auf vier Folien Platz.
Quelle: Screenshot Cricut Design Space

Habe ich alles optimiert, bleibt meistens genügend Platz für weitere Sticker. Das Stickerpapier will ich voll ausnutzen, doch duplizieren lässt sich innerhalb dieser Ansicht nicht. Ich muss zum Arbeitsbereich zurück und die Sticker verdoppeln. Dabei verliere ich meine Platzoptimierungen, genauso wie wenn ich das Papierformat erst im Nachhinein anpasse.

Drehe ich den Baum nicht innerhalb der rot-gestrichelten Linie, springt er wieder in seine Anfangsposition zurück.
Drehe ich den Baum nicht innerhalb der rot-gestrichelten Linie, springt er wieder in seine Anfangsposition zurück.
Eigentlich hätte es auf dem Blatt genügend Platz, um das Hündchen zu duplizieren und mehr davon zu platzieren, aber in dieser Ansicht ist das nicht möglich.
Eigentlich hätte es auf dem Blatt genügend Platz, um das Hündchen zu duplizieren und mehr davon zu platzieren, aber in dieser Ansicht ist das nicht möglich.
Quelle: Screenshot Cricut Design Space

Printen klappt problemlos – Schneideplotten fast

Habe ich die Sticker einmal angeordnet, läuft's wie am Schnürchen. Das Programm führt mich Schritt für Schritt durch den Druckprozess, und sobald ich das richtige Einzugsfach, Papier und Format ausgewählt habe, startet der Printer seine Arbeit. Danach halbiere ich das Stickerpapier entlang der eingefügten Linie, damit es in den Miniplotter passt.

Mit dem mitgelieferten Trimmer halbiere ich die Blätter, damit sie in den Joy 2 passen.
Mit dem mitgelieferten Trimmer halbiere ich die Blätter, damit sie in den Joy 2 passen.
Quelle: Screenshot Cricut Design Space

Wie bei Cricut-Projekten üblich, fixiere ich die Materialien vor dem Plott auf der Schneidematte. Der Joy 2 erkennt die Stickerfolie, sobald sie mit den Einzugsrollen in Berührung kommt, und prüft, ob sie richtig liegt. Passt alles, startet er den Plottvorgang automatisch. Leider fehlt ein manueller Start- oder Auswurfknopf. So warte ich mehrmals ratlos, weil der Joy 2 nicht auf die Schneidematte reagiert. Mal klappt es nach einigen Anläufen, mal muss ich das Projekt neu starten oder die Geräteverbindung trennen. Eine Lösung habe ich bisher nicht gefunden.

Auch bei der neuesten Cricut Generation bleibt die Schneidematte ein fester Bestandteil vom Plott.
Auch bei der neuesten Cricut Generation bleibt die Schneidematte ein fester Bestandteil vom Plott.
Wenn der Einzug nicht reagiert, bleibt mir nichts anderes übrig, als herumzuprobieren.
Wenn der Einzug nicht reagiert, bleibt mir nichts anderes übrig, als herumzuprobieren.
Und ganz unerwartet klappt es dann doch.
Und ganz unerwartet klappt es dann doch.

Drei Materialien, zwei gute Ergebnisse und ein Grenzfall

Das Wichtigste zuerst: Der Schneideplotter erkennt jedes Material und schneidet die Sticker ohne Widerrede entlang ihrer Silhouette aus. Auch dunkle Motive bereiten dem Gerät keine Schwierigkeiten. Sowohl die Etikettensticker als auch die Aufkleber aus markeneigenem Material lassen sich leicht vom Untergrund lösen. Nur die irisierenden Sticker bereiten Probleme. Der Schnitt ist zwar vorhanden, aber nicht tief genug, vermutlich wegen der falschen Klinge.

Mit dem Printable Vinyl von Cricut erhalte ich die besten Ergebnisse.
Mit dem Printable Vinyl von Cricut erhalte ich die besten Ergebnisse.
Trotzdem funktioniert es auch mit dem Klebepapier für Etiketten.
Trotzdem funktioniert es auch mit dem Klebepapier für Etiketten.
Zwar erkennt der Joy 2 die irisierende Klebefolie von Silhouette  und schneidet entlang der Motive, aber nicht tief genug.
Zwar erkennt der Joy 2 die irisierende Klebefolie von Silhouette und schneidet entlang der Motive, aber nicht tief genug.

Falzen, zeichnen, schneiden: Ich kreiere Postkarten mit einer sauberen Kante

Beim Joy Xtra war Falzen noch nicht möglich, mit dem Joy 2 schon. Das Bundle liefert dafür ein Falzwerkzeug und die Cardmap, eine Schneidematte speziell für gefalzte Karten, gleich mit.

Ein klarer Fall von Falzwerkzeug.
Ein klarer Fall von Falzwerkzeug.

Im Arbeitsbereich lege ich fest, was gefalzt, gezeichnet oder geschnitten wird. Der Design Space gibt mir dann vor, welches Werkzeug ich wann einsetzen muss. Genauso schnell wie die Sticker ist auch eine Postkarte fertig. Das Gerät begeistert mich.

Nie mehr von Hand zeichnen.
Nie mehr von Hand zeichnen.
Postkarten klemme ich in der mitgelieferten CardMat ein.
Postkarten klemme ich in der mitgelieferten CardMat ein.

Wenn du jetzt auch angefixt bist und wissen willst, wie du ein Projekt startest, zeige ich dir das in diesem Beitrag:

  • Ratgeber

    Maker 4: So gelingt dir dein erstes Projekt mit dem Schneideplotter

    von Stefanie Lechthaler

Fazit

Idealer Schneideplotter für den Schreibtisch

Der Joy 2 eignet sich bestens für Einsteigerinnen und Einsteiger oder alle, die vor allem kleinere Projekte umsetzen wollen. Mit einer maximalen Materialbreite von 13,9 Zentimetern passt er perfekt zu Stickern oder Postkarten. Das faire Bundle enthält neben unterschiedlichen Papieren einen Trimmer, zwei Schneidematten, eine Cardmap und das Starterwerkzeug. Leider fehlt ein manueller Startknopf. Das hat mich in Situationen gebracht, in denen ich den Joy 2 neu starten oder das Projekt schliessen musste. Trotzdem verrichtet er solide Arbeit und kommt gut mit unterschiedlichen Materialien – auch markenfremden – zurecht.

Pro

  • kompakt für den Schreibtisch
  • ideal für Sticker oder Postkarten
  • preiswertes Bundle
  • problemloser Cut

Contra

  • Plot lässt sich nur über den Design Space starten
Titelbild: Stefanie Lechthaler

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Die Wände kurz vor der Wohnungsübergabe streichen? Kimchi selber machen? Einen kaputten Raclette-Ofen löten? Geht nicht – gibts nicht. Also manchmal schon. Aber ich probiere es auf jeden Fall aus.


Produkttest

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