Wie 2020 unser Gesundheitsbewusstsein beeinflusst hat

Wie 2020 unser Gesundheitsbewusstsein beeinflusst hat

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 19.01.2021
Wie hat sich das verrückte 2020 auf unser Gesundheitsbewusstsein ausgewirkt? Das hat der finnische Sportuhrenhersteller Polar letztes Jahr untersucht und nun Zahlen präsentiert.

Die Daten von Polar wurden Anfang Jahr in einem Blogbeitrag zur Verfügung gestellt: Schon im ersten Quartal 2020 gab es Veränderungen im Lebensstil, da die meisten Länder versuchten, die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. Das Social Distancing führte dazu, dass viele Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen für einen beträchtlichen Teil des Jahres geschlossen waren. Öffentliche Turnhallen und Schwimmbäder wurden geschlossen, Sportkurse abgesagt und Hallensportarten aufgrund des erhöhten Übertragungsrisikos verboten. In gewissen Ländern durften die Menschen nicht einmal ihre Wohnungen ohne triftigen Grund verlassen.

Die Befürchtung

Wissenschaftler befürchteten in der Folge, dass sowohl die Arbeit von zu Hause aus, als auch der plötzliche Rückgang der körperlichen Aktivität und der Verlust des Zugangs zu Fitnesseinrichtungen in Innenräumen, einen sitzenden Lebensstil fördern und Auswirkungen auf unsere allgemeine Gesundheit und Fitness haben würden.

Das ist geschehen

Wie der finnische Sportuhrenhersteller berichtet, zeigten anonymisierte Daten von aktiven Polar-Nutzer*innen, dass sich Trainingsstile und Schlafgewohnheiten durch die Ereignisse im 2020 verändert haben. Polar hat diese Daten im vergangenen Jahr im März und Oktober untersucht und dabei folgende Trends ermittelt.

Als die Aktivitäten in Innenräumen eingeschränkt wurden, erlebten Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radfahren, Mountainbiken und Nordic Walking wenig überraschend einen Aufschwung.

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Wir haben mehr Schritte gemacht …

Diese neuen Formen der Bewegung im Freien führten zu einer Zunahme der täglichen Schritte und einer Abnahme der allgemeinen Inaktivität. Dies ist gemäss Polar ein überraschender Trend, da man davon ausgehen würde, dass die Unterbrechung des täglichen Arbeitswegs zu weniger Aktivität führen würde. Dies war offensichtlich nicht der Fall.

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… und länger geschlafen

Mit dem Lebensstil vieler Polar-User änderten sich auch deren Schlafmuster. An Wochentagen schliefen sie durchschnittlich 14 Minuten länger, da viele morgens nicht mehr zur Arbeit fahren mussten. Dieser kleine, aber trotzdem signifikante Unterschied zeigt, dass die Erholung insgesamt verbessert wurde.

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Wearables im Aufwind

Polar hat zudem festgestellt, dass die User neugieriger auf ihre individuelle Gesundheit und ihre Fortschritte geworden sind. Die Zahl der Personen, die Wearables verwenden, hat im Laufe des Jahres erheblich zugenommen, wobei zwischen Oktober 2019 und Oktober 2020 ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen war.

Die Auswirkungen von 2020 auf unser Verhalten

Aus den oben beschriebenen Trends geht laut Polar hervor, dass die Pandemie Erwachsene aus aller Welt dazu motiviert hat, sich mehr auf ihre Fitness und Gesundheit zu konzentrieren.

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In der ersten Hälfte des Jahres 2020 gab es in der Wissenschaft und Medizin einen grossen Druck auf Erwachsene, ihr Immunsystem zu stärken: vom regelmässigen Händewaschen über die Raucherentwöhnung bis hin zur Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts. Es wurde immer deutlicher, dass die alltäglichen Entscheidungen, die wir treffen, dazu beitragen können, das Risiko einer schweren Erkrankung mit Covid-19 zu verringern.

Dies hat auch unser Verständnis für unsere Gesundheit und Fitness im Allgemeinen verbessert. Dieser Trend widerspiegelt sich in der Tatsache, dass immer mehr Menschen Wearables als Mittel verwenden, um ihr allgemeines Wohlbefinden zu verstehen und Gesundheitsproblemen vorzubeugen.

Unsere Lebensweise könnte sich durch die Ereignisse von 2020 nachhaltig verändern. Wenn wir nach Gründen suchen, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, deutet dieses gesteigerte Gesundheitsbewusstsein und Verständnis für individuelle Verantwortung auf eine Veränderung zum Besseren hin.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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