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Zügiges Gehen ist ein Booster für die Gesundheit und verlängert das Leben

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
28.09.2022

Wie viele Schritte pro Tag sollen es sein? Eine Frage, die die Wissenschaft schon lange beschäftigt. 10’000, 7’500 oder 9’800, wie eine aktuelle Studie empfiehlt? Neuste Erkenntnisse zeigen: Die Anzahl ist nicht so wichtig, das Tempo dagegen schon eher.

Der deutsche Sportwissenschaftler Ingo Froböse aus Köln würde sich wünschen, dass jeder und jedem ein Hund auf Rezept verschrieben wird, um mehr Schritte zu sammeln. Schliesslich liegt das Gehen evolutionär in unseren Jäger- und Sammlergenen. In einem kürzlich ausgestrahlten Beitrag von SRF moniert der Wissenschaftler, dass 85 Prozent der Menschen keinen Sport treiben, gehen können jedoch fast alle.

Im Tempo liegt die Kraft

Allerdings reicht gemütliches Schlendern nicht aus, um in den Genuss der gesundheitlichen Benefits des Gehens zu kommen: Es erhöht den Sauerstoffumsatz im Körper, trainiert das Herz, stärkt die Gefässe, baut Muskeln auf, versorgt die Gelenke. Und auch das Gehirn profitiert. Studien zeigen, dass Mäuse in Bewegung im Hippocampus lebenslang neue Gehirnzellen bilden. Damit es dazu kommt, muss aber das Tempo stimmen.

Zu diesem Schluss kommt nicht nur Ingo Froböse, sondern auch eine neue Studie aus Grossbritannien, wie die New York Times in ihrer Onlineausgabe berichtet. Demnach fanden die Forscher heraus, dass pro 2’000 zusätzliche Schritte täglich das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs und gar vorzeitigen Tod um etwa 10 Prozent senkten, bis zu etwa 10’000 Schritten täglich. Bei der Entwicklung einer Demenz waren 9’800 Schritte pro Tag mit einem um 50 Prozent reduzierten Risiko verbunden, wobei eine Risikoreduktion von 25 Prozent ab etwa 3’800 Schritten pro Tag eintrat. Ob mehr als 10’000 Schritte pro Tag zusätzliche gesundheitliche Vorteile bringen, konnten die Forscher nicht herausfinden, da nicht genügend Probanden mit einem entsprechenden Aktivitätsniveau an der Studie teilnahmen.

Als die Forscher aber die Schrittfrequenz pro Minute pro Tag ansahen, stellten sie fest, dass Teilnehmer, deren durchschnittlich höchstes Tempo ein zügiger Spaziergang war – mit zwischen 80 und 100 Schritten pro Minute – bessere gesundheitliche Ergebnisse erzielten als diejenigen, die nicht zügig gingen.

Die Beschleunigung des täglichen Spaziergangs könnte grosse Vorteile haben

Schnelle Geher hatten verglichen mit denen, deren durchschnittliches Tempo langsamer war, ein um 35 Prozent geringeres Sterberisiko, ein um 25 Prozent geringeres Risiko, an Herzkrankheiten oder Krebs zu erkranken, und ein um 30 Prozent geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken.

Um diese Zahlen ins rechte Licht zu rücken: Eine Person, deren tägliche Schritte 2’400 bis 3’000 zügiges Gehen umfassen, könnte eine starke Verringerung des Risikos für die Entwicklung von Herzkrankheiten, Krebs und Demenz feststellen, selbst ohne viele zusätzliche Schritte über die tägliche Gesamtzahl hinaus zu unternehmen.

Der Schlüssel ist gemäss der Studie, mit einer Intensität zu gehen, die überschaubar ist, aber auch die Grenzen eines angenehmen Tempos leicht überschreitet. Die Anzahl der Schritte sei dabei sekundär.

Titelbild: Shutterstock

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Patrick Bardelli

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.


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