Auf diese 4 Dinge solltest du beim Kauf einer Gartenlounge achten
Ratgeber

Auf diese 4 Dinge solltest du beim Kauf einer Gartenlounge achten

Mit einer Gartenlounge bringst du Wohnzimmer-Gemütlichkeit nach draussen. Doch nicht alles, was auf Werbefotos gut aussieht, ist es auch. Hier ein paar Tipps vor dem Kauf.

Solltest du mit dem Gedanken spielen, dir ein Set Loungemöbel anzuschaffen, kommen hier ein paar Punkte, die du bedenken solltest, bevor die Möbelstücke im virtuellen Warenkorb landen. Ich habe dir jeweils auch ein paar interessante Stücke aus dem Sortiment als Beispiele eingebaut.

Die Quecksilbersäule im Thermometer klettert nach oben. Das warme Wetter sorgt dafür, dass sich Gartenmöbel, die sich bisher unter Schutzhauben verbargen oder im Keller vor sich hin staubten, wieder zeigen dürfen. Immer häufiger stehen auf hiesigen Balkonen und Terrassen Loungemöbel. Sie haben die klassische Tisch-Stuhl-Kombination abgelöst.

1. Die richtige Grösse

Grundsätzlich benötigt eine Gartenlounge mehr Platz als ein Outdoortisch mit ein paar Stühlen. Das liegt zum einen daran, dass sich Stühle bei Nichtgebrauch meistens gut unter den Tisch schieben, teils sogar stapeln lassen. Zum anderen ist die Sitzfläche pro Person bei einem Stuhl kleiner als auf einem Loungesofa oder -sessel, besonders dann, wenn das Sofa auch noch um die Ecke geht.

Polster sind zwar ein Teil des Wohlfühlerlebnisses einer Lounge, sie sind aber eben auch voluminös. Ganz anders als ein dünnes Kissen, das auf einen Gartenstuhl gelegt wird.

Es gibt keine klare Regel dazu, welche Lounge-Grösse ein Balkon oder eine Terrasse vertragen. Klar ist nur, dass ein zu grosses Möbel den zur Verfügung stehenden Raum schnell überladen wirken lassen kann. Wähle also eine Lounge lieber nicht für den einen Fall, in dem 20 Leute bei dir zur Sommerparty zu Besuch sind, sondern für den «Normalfall», bei dem eher deutlich weniger Personen die Lounge nutzen. Und denke daran, dass neben dem Gartenmöbelstück auch noch andere Dinge einen Platz brauchen – vom Grill über eine Kissenbox bis hin zu Pflanzen.

Hast du wenig Platz, kannst du aus einer Serie von Loungemöbel zum Beispiel zunächst einen Sessel und eine Bank wählen. Merkst du dann, dass ein zweiter Sessel gut Platz bei dir hätte, kannst du nachkaufen.

2. Das passende Material

Die meisten Gartenlounges bestehen aus einem der folgenden Materialien, oder einer Kombination aus mehreren. Nachfolgend erläutere ich dir kurz Vor- und Nachteile.

Holz

Holz ist das Naturprodukt schlechthin. Besteht eine Gartenlounge aus Hartholz, also ist zum Beispiel aus Douglasie, Teak oder Eiche, solltest du lange Freude daran haben. In der Regel ist das Holz auch so behandelt – druckimprägniert –, um Witterungseinflüsse auszuhalten. Es bildet sich über die Zeit eine silbergraue Schicht auf dem Holz, was dem Material einen Patina-Look gibt. Wichtig: regelmässige Pflege wie Ölen verlängert das Leben der Gartenlounge aus Holz.

Rattan

Kaufst du eine Lounge aus Rattan, handelt es sich in der Regel um die Kunststoffvariante, also um Polyrattan, ein Flechtmaterial auf Basis von Polyethylen (PE), das aus Erdöl gewonnen wird. Polyrattan-Möbel sind leicht und damit gut zu transportieren. Die Gefahr, dir den Rücken zu verheben, wenn du sie im Frühjahr und Herbst aus dem den Keller oder dorthin zurück trägst, ist hier am geringsten.

Dem Kunststoff ist es zudem egal, wenn es regnet oder sogar schneit. Um ein Polyrattan-Möbel zu reinigen, darf auch der Kärcher zum Einsatz kommen – wenngleich vielleicht nicht auf höchster Stufe.

Trotzdem hat Polyrattan auch Nachteile: In der Sonne kann das Material ausbleichen oder auch spröde werden.

Aluminium

Bleiben wir bei den Leichtgewichten. Aluminium ist wie Kunststoff ebenfalls leicht, zudem rostfrei, was im Outdoor-Bereich ein wichtiger Vorteil ist. In der Regel ist das Aluminium pulverbeschichtet.

Steht die Aluminium-Lounge direkt in der Sonne, heizt sie sich schnell auf – so weit, dass Verbrennungen nicht auszuschliessen sind.

Es gibt auch Gartenmöbel, die aus anderen Metallen, in der Regel Edelstahl, gefertigt werden. Bei solchen besteht die Gefahr, dass sie rosten – sofern sie dauerhaft zu nass sind. Vor gelegentlicher Nässe schützen Pulverbeschichtung und Verzinkung.

3. Der gewünschte Komfort

Eine Gartenlounge soll gut aussehen, und darüber hinaus komfortabel sein. Ich gestehe, dass das aktuelle Modell auf unserem Sitzplatz optisch überzeugt, beim Komfort aber würde ich ihr bestenfalls die Note «ausreichend» geben. Ich verrate dir, worauf ich beim Kauf künftig achten werde.

Polster

Die Sitzpolster einer Gartenlounge müssen einiges aushalten. Nein, ich meine nicht nur das Gewicht der Personen, die darauf sitzen. Sie werden von der Sonne beschienen, sie werden bei Regen nass, auf dem Stoff landen Reste von Sahnetorten oder Schokoladeneis.

Entsprechend wählen die Hersteller das Material von Polster-Innenleben und Stoffen: schnelltrocknend, temperaturbeständig, fleckenresistent und waschbar – in der Regel ein Polyurethan-Schaum. Achte darauf, dass du die Bezüge der Polster waschen kannst. Natürlich könntest du mit dem entsprechenden Gerät (ein Tipp von mir hier) auch das gesamte Polster reinigen, dann dauert das Trocknen einfach viel länger.

Ich empfehle, für die Sitzfläche ein eher härteres Material zu wählen, hingegen für die Rückenlehne etwas Weicheres. Das erhöht den Komfort ungemein.

Sitztiefe

Ich wage die Behauptung, dass die Sitztiefe darüber entscheidet, wie lange du auf der Lounge sitzt. Eine flache Sitztiefe von 50 bis 60 Zentimetern sorgt für eine elegante Optik, aber darauf sitzt du eher wie auf der Couch im Wartezimmer eines Arztes. Bei Sitztiefen im Bereich von 60 bis 80 Zentimetern beginnt langsam die Gemütlichkeit. Die meisten Menschen empfinden das als bequem. Bei 80 bis 100 Zentimetern Sitztiefe steigt die Gefahr, viele Stunden auf der Lounge zu verbringen. Hier können Beine ausgestreckt werden, Sitzen mit angewinkelten Knien und Füssen auf dem Polster ist möglich. Das sind drei Modelle – von wenig bis viel Sitztiefe:

Lehne

Bei diesem Teil kannst du viel falsch machen. Bedenke, dass ein Gartenstuhl eine 40 bis 50 Zentimeter hohe Lehne hat. Weniger sollten es bei der Gartenlounge keinesfalls sein, und zwar gemessen von der Oberseite des Sitzpolsters. Es gilt: Höher ist bequemer. Tiefer kann die Lehne sein, wenn die Sitztiefe grosszügig ist; einfach, weil du dann nach unten rutscht und kaum mehr aufrecht sitzt.

Die Polster der Lehne sollten gut am Gestell der Lounge befestigt sein. Wenig nervt so sehr, wie Rückenpolster, die nicht dort bleiben, wo sie nützlich sind. Ich persönlich mag Gartenlounge-Modelle, die Rückenpolster zum Aufstecken auf die Metallkonstruktion haben wie das folgende Modell. Klettverschlussbänder sind da nur die zweitbeste Variante.

Willst du Flexibilität und noch mehr Bequemlichkeit, kannst du Ausschau halten nach Rückenlehnen, bei denen sich der Neigungswinkel verstellen lässt.

Zusätzliche Kissen

Je mehr Sitzfläche dir zur Verfügung steht, desto mehr Platz ist, um mit Zusatzkissen noch mehr Komfort zu schaffen. Mit einem Kissen in der Ecke wird der Sitzplatz im rechten Winkel des Möbels deutlich attraktiver. Ist eine Armlehne durch ein Kissen abgepolstert, lädt das viel eher zu einem kurzen Nickerchen ein.

4. Die Multifunktionalität

Du willst dich nicht auf eine Gartenlounge-Form festlegen? Kein Problem, es gibt viele Möbel, die sich flexibel neu arrangieren lassen. Aus einer Eck-Kombination kann ebenso eine sehr lange Bank werden wie eine Doppelliege für zwei Personen.

Clever sind ausserdem verschiebbare Abstellmöglichkeiten. Oder Sitzpolster, die sich hochklappen lassen und so aus dem Sofa eine Liege machen. Es gibt auch Bänke, die sich wie eine Bettcouch ausziehen und in ein Daybed verwandeln lassen.

Der Einfallsreichtum beim Design kennt hier kaum Grenzen. Du solltest dir bei all den Möglichkeiten überlegen, wie oft du deine Gartenlounge am Ende tatsächlich umbauen würdest. Meistens ist das weniger oft, als man es sich beim Stöbern durch das Sortiment vorstellt.

Die Alternativen

Du bist an dieser Stelle meines Beitrags angekommen, aber jetzt angesichts all der oben erwähnten Punkte gar kein Gartenlounge-Fan mehr? Auch dafür gibt es Lösungen. Es gibt zum einen immer noch Tisch und Stühle – auch in sehr gemütlichen Varianten. Oder du möbelst deinen Sitzplatz mit so etwas auf.

Titelbild: Giardimo

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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