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Hinter den Kulissen

Auspacken, anschliessen, drucken: 3D-Druck wird massentauglich

Manuel Wenk
2.6.2026

Die Verkaufszahlen von Galaxus zeigen: 3D-Drucker verkaufen sich so gut wie nie zuvor. Gleichzeitig verschiebt sich der Markt: Neue Geräte funktionieren direkt aus der Verpackung und sprechen eine immer breitere Zielgruppe an.

Noch vor einem Jahrzehnt waren 3D-Drucker für Privatpersonen kaum erschwinglich. Heute stehen sie in unzähligen Kellern, Garagen und Arbeitszimmern. Die Einstiegshürde ist tief: Brauchbare Geräte gibt es ab wenigen hundert Franken bzw. Euro und viele funktionieren praktisch direkt aus der Verpackung. Tom Gebhardt, Category Business Manager und bei Galaxus unter anderem verantwortlich für 3D-Drucker: «Der Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neue Hersteller setzen auf Plug-and-Play-Konzepte, die den Einstieg deutlich vereinfachen. Das senkt die Hürde für Leute, die sich nicht stundenlang mit der Kalibrierung und Einrichtung beschäftigen wollen.»

Wer dann drucken will, findet auf Plattformen wie Thingiverse oder Makerworld Millionen von Druckvorlagen kostenlos zum Herunterladen. Vom Ersatzteil für die Kaffeemaschine über Vasen bis zum Portemonnaie. Und wer lieber eigene Ideen umsetzt, zeichnet seine Modelle mit Gratis-Software wie TinkerCAD oder FreeCAD. Noch einfacher wird's mit KI: Neue Tools erstellen druckfertige 3D-Modelle aus einer simplen Textbeschreibung.

Bei Galaxus ist das Interesse in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stark gestiegen. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 verkaufte der Onlinehändler 59 Prozent mehr 3D-Drucker. Oder anders ausgedrückt: In den ersten vier Monaten 2026 hat Galaxus bereits mehr 3D-Drucker verkauft als im gesamten Jahr 2020. Auch die Nachfrage nach 3D-Druck-Zubehör (+58 %) oder Filament (+84 %), dem 3D-Druckmaterial, wächst stark. Galaxus verschickt jedes Jahr zehntausende Rollen an die Kundschaft. Dass so viel Filament verkauft wird, deutet darauf hin, dass bestehende Besitzerinnen und Besitzer ihre Geräte immer intensiver nutzen. Auf jeden verkauften 3D-Drucker kommen 2026 14 Filament-Verkäufe. 2020 waren es noch gut 2 Rollen pro Drucker. Zur Einordnung: Eine Standardrolle wiegt ein Kilogramm und reicht je nach Objekt für rund 30 Handyhüllen oder eine handgrosse Vase.

Creality Filament PLA Hyper (PLA, 1.75 mm, 1000 g)
3D Filament
EUR20,90

Creality Filament PLA Hyper

PLA, 1.75 mm, 1000 g

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Auspacken, anschliessen, drucken

Jahrelang gab es Geräte, die man nach dem Kauf stundenlang kalibrieren und zusammenbauen musste. Eine neue Generation von Druckern funktioniert dagegen praktisch direkt aus der Verpackung. Das hat die Machtverhältnisse verschoben: Der bisherige Marktführer Creality wurde 2025 erstmals von Bambu Lab überholt. In den ersten vier Monaten 2026 ist der Vorsprung bereits komfortabel: Fast jeder zweite Drucker kommt von Bambu Lab, nur noch jeder vierte von Creality.

Auffällig ist auch der Aufstieg kleinerer Marken. Filapen, ein Anbieter von Einsteigergeräten, die sich explizit an Kinder richten, kletterte 2024 auf 16 Prozent Marktanteil.

Filament wird billiger, Drucker werden (wieder) teurer

Der durchschnittliche Verkaufspreis eines 3D-Druckers lag 2020 bei 540 Franken. Bis 2024 sank dieser auf nur noch rund 400 Franken. Heute kauft die Kundschaft vermehrt höherpreisige Geräte: Der durchschnittliche Verkaufspreis beläuft sich in den ersten vier Monaten 2026 auf 490 Franken. Der Preis einer Rolle Filament ist in den letzten sechs Jahren um rund ein Drittel von 35 Franken (2020) auf 23 Franken (2026) gesunken. Tom Gebhardt rechnet damit, dass der Markt weiter anzieht: «Die Filament-Preise sinken seit Jahren und die Geräte werden immer einfacher zu bedienen. Das macht 3D-Druck für eine viel breitere Zielgruppe attraktiv.»

Mehr Frauen als früher

Noch 2020 war 3D-Druck fast reine Männerdomäne – knapp neun von zehn Druckern gingen an männliche Käufer. Bis 2024 hat sich der Frauenanteil von 13 auf 23 Prozent fast verdoppelt. Seither hat sich der Wert allerdings eingependelt. Der 3D-Druck ist also weiblicher geworden, aber von einer ausgeglichenen Verteilung noch weit entfernt.

Jeden dritten 3D-Drucker liefern die Versanddienstleister an 35- bis 44-Jährige. Rund ein Viertel der Bestellungen geht auf das Konto der 45- bis 54-Jährigen. Zusammen machen die beiden Altersgruppen weit mehr als die Hälfte aller Verkäufe aus.

Hast du schon einen 3D-Drucker zu Hause? Was druckst du am liebsten? Und auf welchen Hersteller setzt du? Die Kommentarspalte gehört dir.

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Als Multimedia-Produzent ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, Inhalte auf vielfältige Art und Weise aufzubereiten. In meiner Freizeit zieht es mich in die Berge, sei es zum Skifahren, Mountainbiken oder Wandern. Und natürlich habe ich meine Kamera immer griffbereit, genauso wie meine FPV-Drohne. 


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