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Kritik

Bunte, blutige Action: «Romeo is a Dead Man» im Test

«Romeo is a Dead Man» ist ein blutiger LSD-Trip durch Raum und Zeit. Das neue Game von Suda 51 begeistert mit seinem absurden Stil, erfindet das Rad aber nicht neu.

Romeo ist Polizist in einer Kleinstadt in Pennsylvania und er liebt Julia. Romeo ist aber auch Marty McFly, Starlord, RoboCop und Kamen Rider. Und Romeo ist tot.

Also so halb tot.

Sein Grossvater, der aus der Zukunft angebraust ist und verdächtig nach Doc aus «Zurück in die Zukunft» aussieht, hat ihn vor dem richtigen Tod bewahrt. Dazu hat er das halbe Gesicht von Romeo in eine Maske gepackt und ihm einen Roboterarm spendiert. Dann hat Opa sich noch selbst auf den Rücken der Baseballjacke aufgenäht. Jetzt ist Romeo für das FBI zwischen Raum und Zeit unterwegs, auf der Suche nach seiner Julia, um zeitreisenden Bösewichten das Handwerk zu legen und den Ursprung der Raum-Zeit-Verschiebung zu zerstören.

Romeo wird zum Gott des Gemetzels.
Romeo wird zum Gott des Gemetzels.
Quelle: Grasshopper Manufacture

Das ist alles noch viel verrückter, als es tönt. Wer frühere Games von Goichi Suda (auch bekannt als Suda 51) mag, wird «Romeo is a Dead Man» lieben. Es ist laut, es ist blutig und trashig. Hinter der schrillen Fassade steckt ein durchschnittliches Actionspiel mit mauer Performance und Grafik der letzten Konsolengeneration. Und trotzdem hat mich «Romeo» gepackt, weil es so abgefahren ist.

Etwas ist faul in der Stadt Deadford

Deadford (das verdächtig an Twin Peaks erinnert) dient als irdische Kulisse unseres Trips. Immer wieder hat Hilfssheriff Romeo Stargazer (und nicht Starlord!) denselben Albtraum: Auf Streife liegt ein lebloser Körper mitten auf der Strasse. Der entpuppt sich mal als seine grosse Liebe Julia, mal als verrottender Zombie oder gar als Romeo selbst. Aus einem dieser Albträume geht Romeo als mit Schwert und Knarre bewaffneter Cyborg hervor, der immer neue Mutationen seiner Freundin Julia bekämpft.

Die Sequenzen im Raumschiff sind simpel gehalten und bieten wenig Tiefgang.
Die Sequenzen im Raumschiff sind simpel gehalten und bieten wenig Tiefgang.
Quelle: Grasshopper Manufacture

Hier übernehme ich die Kontrolle und fliege mit meinem Raumschiff, der «Last Night», durch den Weltraum. Weshalb das Deck der «Last Night» wie ein JRPG auf der Super Nintendo aussieht, warum ich zum Orten neuer Standorte Pong spielen muss und weshalb ich für Upgrades als «Pac Man»-Verschnitt durch ein Labyrinth irre, ist mir schleierhaft, aber charmant.

Die Zeit ist aus den Fugen

Schliesslich fliege ich durch Zeitlöcher zurück zur Erde, etwa in eine Mall im Jahre 1983. Klar, wie bei «Dawn of the dead» gibt es dort reihenweise Zombies, die ich töten muss. Einen Twist gibt es: Über alte Röhrenfernseher gelange ich in eine Parallelwelt, die direkt aus «Tron» stammen könnte. Das Schwert bleibt dort stecken und ich muss recht simple Plattformpuzzles lösen, um am anderen Ende der echten Welt wieder aufzutauchen. Am Schluss dieser Levels wartet dann ein herrlich skurril mutiertes Wesen als Boss.

Die mutierten Bossfights gehören zu den Highlights.
Die mutierten Bossfights gehören zu den Highlights.
Quelle: Grasshopper Manufacture

Während der Pausen kann ich mich auf dem Raumschiff als Gärtner betätigen und statt Pflanzen Zombies züchten. Die «Bastard» genannten Helferinnen und Helfer beschwöre ich im Kampf, wo sie etwa die Zeit verlangsamen oder als Autogeschütz fungieren. Das ermöglicht nette Combos, etwa die Zeit zu verlangsamen, dann in alle Richtungen Laserstrahlen schiessen lassen und gleichzeitig draufprügeln, um meinen Blutangriff zu laden. Das ist der unblockbare Powermove meiner Waffen, der alles zerstört, für den ich aber zuerst genügend Gegner für Blut ausklopfen muss.

Mehr Kunst, weniger Inhalt

«Romeo is a Dead Man» ist spielerisch keine Offenbarung. Zu simpel sind die Haudrauf-Sequenzen. Zu wenige Gegnertypen greifen mich an. Abwechslung kommt in Form der episodenhaft (inklusive Schluss-Credits) erzählten Levels, die sich spielerisch unterscheiden und für Überraschungen sorgen. Das reicht bei mir nach rund 18 Stunden nicht ganz für ein «New Game+».

Auch weil Romeo grafisch im Zeitalter der Playstation 4 steckengeblieben ist. Ich habe es auf der Playstation 5 und der Playstation 5 Pro getestet. Der Performance Modus ist hier fast Pflicht, da der Qualitäts Modus mit maximal 30 Frames pro Sekunde vor sich hinstottert. Vor allem die Beleuchtung unterscheidet die beiden Modi, was im Mall Level auffällt. Verwaschene Texturen gibt es im Qualitäts- wie auch im Performance-Modus und auch ständig aufpoppende oder verändernde Objekte stören den kompletten Genuss. Schliesslich hatte ich an mehreren Stellen deutliche Framedrops, vor allem beim Wechsel zwischen Räumen oder Gebieten. Kurz: Alles klassische «Unreal Engine 5»-Probleme.

Die von Tron inspirierten Unterlevels geben mir Verschnaufpausen.
Die von Tron inspirierten Unterlevels geben mir Verschnaufpausen.
Quelle: Simon Balissat

Bei allen Grafikproblemen und dem repetitiven Gameplay muss der künstlerische Überbau das Game retten – und das tut er. Noch nie habe ich ein so kreatives Feuerwerk an künstlerischen Stilen zwischen Pixel-Grafik, Comic-Strips, Anime-Sequencen und Mandala-Kaleidoskopen in einem Game gesehen. Blutiger Trash mit Pop-Referenzen à gogo, dass es mir die grösste Freude ist.

«Romeo is a Dead Man» erscheint am 11. Februar 2026 auf der Playstation 5, Xbox Series X/S und PC. Die PS5 Version wurde mir von Grasshopper Manufacture zur Verfügung gestellt.

Fazit

Romeo und Julia auf dem Raumschiffe

«Romeo is a Dead Man» ist eine durchschnittliche Action-Prügelei mit technischen Schwächen. Das künstlerische Konzept dahinter aber verdient grösstes Lob. Trashige Dialoge, abgefahrene Zwischensequenzen und verrückte Pop-Referenzen machen das Game zu etwas ganz Besonderem.

Suchst du allerdings spielerischen Tiefgang und makellose Grafik, dann ist das neue Werk von SUDA 51 nichts für dich. Ich gehöre zu ersteren und gebe eine zu hohe Bewertung für diesen Höllenritt. Aber: Ich habe dich gewarnt!

Pro

  • abgefahrener Trip durch Raum und Zeit
  • kurzweilige Action

Contra

  • technische Mängel

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Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell. 


Kritik

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