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Anika Schulz
Hintergrund

Darum hat deine Smartwatch beim Yoga nichts verloren

Anika Schulz
5.5.2026

Zwischendurch mal schnell den Puls und die Atmung checken? Klingt verlockend. Warum aber genau das beim Yoga kontraproduktiv ist, erfährst du hier. Kleiner Rant inklusive.

Endlich. 90 Minuten Ruhe und Zeit nur für mich. Ich liege auf meiner Matte, die Yogalehrerin führt den Kurs durch die progressive Muskelentspannung zum Ankommen. Gerade bin ich dabei, die Außenwelt gedanklich vor der Tür zu lassen, da macht es «Meep-meep» … und dann wieder «Meep-meep».

Ich öffne ein Auge – und sehe, wie jemand im Raum auf seine Smartwatch schielt. Auf. Seine. F… Smartwatch! Beim Yoga.

Versteh mich nicht falsch: Ich kann völlig nachvollziehen, wenn jemand einen sehr wichtigen Anruf erwartet, weil irgendwas mit den Kindern sein könnte. Aber so oft, wie inzwischen Smartwatches den Einzug in Yogastunden finden, frage ich mich: Muss das wirklich sein?

Kurzum: Nein. Warum, erkläre ich dir.

Du störst andere

Siehe oben. Die meisten Menschen kommen zum Yoga, weil sie abschalten möchten. Weil sie ihrem Geist etwas Gutes tun wollen, nachdem sie den ganzen Tag lang mit Nachrichten, Calls und Verpflichtungen des Alltags bombardiert worden sind. Nicht umsonst herrscht in vielen Yogastudios ein Smartphone-Verbot. Auch meine Yogalehrerin bittet uns immer wieder, digitale Geräte auszuschalten oder wenigstens auf Flugmodus zu stellen.

Wenn es dann trotzdem aus einer Ecke des Raumes «Meep-meep» oder «Ping» macht, weil eine neue WhatsApp eingetrudelt ist, ist das hochgradig kontraproduktiv. Und auch ignorant.

Du spürst dich weniger

Yoga soll dir helfen, ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. Welche Asanas tun mir heute gut, welche nicht? Wo bin ich besonders verspannt? Was macht mein Atem?

«Beim Yoga geht es darum, den eigenen Körper kennenzulernen und die Körperwahrnehmung zu schulen. Du nimmst Veränderungen und Grenzen wahr», erklärt meine Yogalehrerin Iris. «Das solltest du dir nicht von einer Smartwartch abnehmen lassen. Den eigenen Körper zu kennen, bietet viele Vorteile fürs Leben und die Stressregulation.»

Siehst du hier irgendwo eine Smartwatch? Eben.
Siehst du hier irgendwo eine Smartwatch? Eben.
Quelle: Pixabay/shushipu

Klar, viele Smartwatches haben inzwischen eigene Yogaprogamme. Sie tracken, welche Asana du gerade machst, wie viele Kalorien du verbrennst und wie viele dieser ominösen 10 000 Schritte dir heute trotzdem noch fehlen. Doch was bringt es dir, wenn deine Uhr dir sagt, dass du heute zwar mega gut trainiert hast, du dich aber wie ein nasser Sack fühlst? Oder umgekehrt: Deine Smartwatch meckert, während du denkst: «Hä, war doch richtig gut heute?»

Dann hast du das Dilemma – aber nichts über deinen Körper gelernt.

Du bist gedanklich abwesend

«Wer seine Smartwatch zum Yoga mitbringt, holt das Außen ins Studio. Und sei es nur gedanklich», sagt Yogalehrerin Iris. Sie spricht mir damit aus der Seele. In jeder Yogastunde üben wir, unsere Gedanken loszulassen und einfach im Moment zu existieren. Ich liebe das. Die Welt geht schließlich nicht unter, wenn ich mal 90 Minuten lang nicht erreichbar bin.

Überhaupt: Was willst du denn machen, wenn auf deiner Smartwatch eine E-Mail aufploppt? Du kannst sie auf der Uhr ohnehin nicht sinnvoll beantworten. Und erst recht nicht im herabschauenden Hund oder der schlafenden Taube. Was bringt dir das also, außer dass es dich gedanklich wegführt zu: «Shit, das muss ich nachher noch erledigen»?

Eine gute Lösung für die Smartwatch-Thematik hat meine Yogalehrerin allerdings auch noch nicht gefunden. Viele Menschen seien empfindlich, wenn es ums Ausschalten ihrer digitalen «Helferchen» gehe, sagt sie. «Ich kann die Teilnehmenden nur immer wieder darauf hinweisen, worauf der Fokus in der Stunde liegt – und worauf nicht. Was sie daraus machen, ist ihre Sache.»

Falls du nun dennoch meinst, unbedingt eine Smartwatch fürs Yoga zu brauchen, gönn dir. Wir haben 3499 Modelle im Shop. Empfehlen würde ich es dir nicht.

Wie siehst du das? Bist du eher Team Smartwatch oder Team Selfcare beim Yoga? Verrate es mir in den Kommentaren.

Titelbild: Anika Schulz

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Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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