
Kritik
«F1: The Movie»: der kalkulierteste Film des Jahres – und einer der besten
von Luca Fontana

Neuer Monat, neue Streaming-Tipps. Ob Netflix, Prime Video, Disney+, Sky Show oder Apple TV+: Hier erfährst du, welche Serien und Filme diesen Dezember auf den Streaming-Diensten starten.
Was denkst du, wie viel kostet der Schlitten des Weihnachtsmanns? Nichts – er geht aufs Haus! Ebenfalls gratis kriegst du meine Film- und Serienhighlights für den Monat Dezember.
«Troll 2» ist die Fortsetzung des Überraschungshits von 2021 – quasi das, was «Godzilla» für Japan war, einfach in norwegisch und mit deutlich mehr Felsbrocken. Der erste Teil ging damals komplett an mir vorbei. Ich wusste, dass er existiert, aber mein Interesse war irgendwo zwischen «Vielleicht später» und «Nee, du, eigentlich wirklich nicht».
Jetzt ist der zweite Teil da, und der Trailer ballert mich direkt zurück in die Ära von «Godzilla: King of the Monsters»: grosse Kreaturen, grosse Explosionen und grosse Lust auf Popcorn. Und ja, The Guardian findet den Film mies. Aber ganz ehrlich: Bei Kaiju-Filmen ist das manchmal sogar ein Qualitätsmerkmal.
Start: 4. Dezember
Wenn Netflix einen Western bestellt, dann nicht eine brave Sonntagnachmittag-Serie, sondern eine von Kurt Sutter. Falls der Name nichts sagt: Sutter ist der Typ hinter «Sons of Anarchy». Er ist also die Sorte Erzähler, die aus Outlaw-Familien griechische Tragödien macht – roh, schmutzig und moralisch herrlich kompliziert. Genau dieses Flair bringt er jetzt in den Wilden Westen.
«The Abandons» spielt im Oregon der 1850er-Jahre, wo ausgestossene Familien zusammenhalten müssen, weil gierige Landbarone ihnen wortwörtlich den Boden unter den Füssen wegnehmen. Gewalt, Loyalität, Geheimnisse – alles kocht über, während zwei Matriarchinnen (gespielt von Lena Headey und Gillian Anderson) um Land, Macht und ihre Leute kämpfen.
Start: 4. Dezember
Benoit Blanc ist zurück – und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie Daniel Craig es schafft, gleichzeitig wie ein Southern-Gentleman und wie jemand auszusehen, der seit drei Filmen keinen anständigen Schlaf mehr hatte. «Wake Up Dead Man» ist der dritte Teil der «Knives Out»-Reihe, diesmal mit Priestern, Intrigen und einem Mordfall, der so «perfectly impossible» sein soll, dass selbst Blanc kurz ins Leere starrt.
Rian Johnson macht wieder genau das, was er am besten kann: ein Rätsel im Rätsel im Rätsel bauen und dann eine Besetzung draufwerfen, die aussieht wie die «Avengers» der Charakterdarsteller – darunter Andrew Scott, Glenn Close, Josh Brolin, Kerry Washington, Jeremy Renner und Mila Kunis. Alle verdächtig. Verdächtig gut.
Start: 12. Dezember
Zurück ins Ödland. «Fallout» geht in die zweite Runde, und diesmal zieht die Serie dorthin, wo Fans schon seit dem Finale von Staffel 1 hinfiebern: nach New Vegas. Lucy und der Ghoul stapfen Seite an Seite durch den Sand, irgendwo zwischen Buddy-Roadtrip, Trauma-Verarbeitung und völlig eskalierendem Bürgerkrieg. Im Gepäck: mehr Fraktionen, mehr Monster (ja, die Deathclaws stehen in den Startlöchern) und die Frage, wer hier eigentlich wen korrumpiert.
Spannend finde ich vor allem, wie sehr Staffel 2 an den Moral-Schrauben dreht. Wird Lucy härter, je länger sie draussen bleibt? Wird der Ghoul menschlicher? Oder treffen sich beide irgendwo in dieser herrlich verdorbenen Mitte, in der das «Fallout»-Universum am stärksten ist? Und dann ist da noch Macaulay Culkin als «crazy genius» – perfekt gecastetes Chaos.
Start: 17. Dezember
Ein «Feel-Good-Film» über einen Hund, der depressiv wird, weil sich seine Besitzerin (Zooey Deschanel) und sein Besitzer (Charlie Cox) getrennt haben. Toll. Jetzt muss ich weinen. Danke für gar nichts, Amazon.
Start: 10. Dezember
Ich gebe es zu: Meine Erinnerungen an die alten «Percy Jackson»-Kinofilme sind … sagen wir freundlich «durchzogen». Die Idee war stark, die Ausführung weniger. Umso mehr hat mich die Serienadaption überrascht, die 2023 auf Disney+ gestartet ist. Plötzlich wirkte Percy nicht wie ein überstürzter Blockbuster-Import, sondern wie das, was die Bücher eigentlich sind: ein warmherziges, witziges Coming-of-Age mit Götter-Chaos.
Kein Wunder also, dass Staffel 2 kommt – und zwar mit der Adaption von «The Sea of Monsters». Grover steckt in Zyklopen-Schlamassel, das Camp ist bedroht, und Percy muss durchs göttliche Bermuda-Dreieck paddeln. Neu dabei: Tyson, sein Cyclops-Halbbruder, Thalia, Tochter von Zeus, und eine spürbar dunklere Tonalität. Sieht nach einer Staffel aus, die endlich zeigt, wie viel Herz in dieser Welt steckt.
Start: 10. Dezember
Ich persönlich bin zwar kein Taylor-Swift-Fan. Wirklich nicht. Aber wenn der vielleicht aktuell grösste Popstar der Welt die Türen hinter einer der gigantischsten Tourneen der Musikgeschichte öffnet, dann schaue selbst ich genauer hin. «The End of an Era» begleitet Swift vom Proberaum bis zur letzten Show, inklusive bisher unveröffentlichtem Material – ob intime Momente mit Travis Kelce, Backstage-Chaos mit Sabrina Carpenter oder kleine Alltagsaugenblicke, die sonst nie nach aussen dringen.
Spannend ist vor allem der Blick auf den Maschinenraum hinter der Eras Tour: ein Milliardenprojekt, das wie ein Uhrwerk funktioniert und gleichzeitig komplett auf einer einzigen Person ruht. Der Trailer zeigt eine Künstlerin, die ihr eigenes Phänomen seziert und gleichzeitig versucht, die emotionale Wucht dieses Kapitels festzuhalten, bevor das Licht ausgeht.
Wer Swift liebt, bekommt hier den heiligen Gral. Und wer wie ich eher am Rand steht, könnte dennoch überrascht werden, wie faszinierend so ein Griff hinter den Vorhang sein kann.
Start: 12. Dezember
Mozart gegen Salieri – ein Duell, das seit über vierzig Jahren in unseren Köpfen lebt, obwohl es historisch kaum belegbar ist. Sky wagt sich nun an eine Neuinterpretation von Peter Shaffers «Amadeus», jenem Theaterstück von 1979, das schon Milos Forman 1984 zu einem der grössten Musikfilme aller Zeiten inspirierte. Acht Oscars, ikonische Szenen und ein monumentales Porträt von Genie und Neid. Ein massives Erbe für jede neue Adaption, an dem man leicht scheitern kann.
Und doch reizt mich genau das. Wie nähert man sich einer Geschichte, die eigentlich längst als Mythos entlarvt wurde? Die echte Rivalität zwischen Mozart und Salieri existierte so nie; vieles wurde für die Bühne zugespitzt, zugerichtet und dramatisiert. Aber die emotionale Wahrheit dahinter – der Zusammenprall eines Naturtalents mit einem Mann, der an seiner eigenen Mittelmässigkeit verzweifelt – bleibt universell.
Der Trailer macht Hoffnung: Will Sharpe spielt Mozart als impulsives, hyperkreatives Chaosbündel, dessen Musik ihm schneller aus den Händen fliesst als er selbst denken kann. Paul Bettany dagegen gibt Salieri als still brennenden Perfektionisten, dessen Glaube und Selbstbild bröckeln, je näher er Mozarts «Gottesgabe» kommt. Wenn die Serie diesen emotionalen Kern trifft, könnte «Amadeus» tatsächlich das werden, was es schon einmal war: ein packendes Drama über Talent, Eifersucht und die Frage, wie viel Genius ein Mensch erträgt.
Start: 21. Dezember
«F1: The Movie» ist jetzt auf Apple TV – und falls du ihn noch nicht gesehen hast, dann bitte: gönn dir. Für mich war das einer der seltenen Blockbuster-Momente, in denen ich im Kino sass und ständig dachte: «Wie zur Hölle durfte das überhaupt gedreht werden?»
Zwei Jahre lang klebte ein Hollywood-Team an der echten Formel 1, während Brad Pitt reale Boliden auf realen Strecken fuhr, flankiert von echten Weltmeistern wie Verstappen und Hamilton. Keine Doubles, kein Greenscreen – nur G-Kräfte, Schweiss und halsbrecherische Geschwindigkeit. Genau das spürst du in jeder Kurve. Regisseur Kosinski inszeniert die Rennen, als würde er dich persönlich ins Cockpit schubsen und erst wieder rauslassen, wenn dein Puls bei 180 ist.
Ja, der Film ist sauber. Zu sauber. Man will hier ganz offensichtlich die globale F1-Marke polieren. Aber weisst du was? Es funktioniert. Weil die Immersion brutal ist. Weil Pitt als Sonny Hayes unverhohlen Charisma versprüht. Und weil Hans Zimmers Score die Motoren noch lauter macht, als sie ohnehin schon sind. Darum: Gucken!
Start: 12. Dezember
Auf welches Streaming-Highlight freust du dich am meisten?
Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.
Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.
Alle anzeigen