Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Ratgeber

Diesen Lesestoff vertragen nur die Härtesten

Ich empfehle dir drei Romane zu einem Thema, das viele Menschen wohl am liebsten ignorieren würden: Der Sommer 2026 zeigt mit Waldbränden, Hitzewellen und Dürren, was der Erde in Zukunft noch häufiger blühen könnte.

Du hast dich weder von der Überschrift noch vom Intro abschrecken lassen und bist noch da? Danke. Das zeigt, dass du zu den ganz Abgebrühten gehörst. Du willst zusätzlich zur real existierender Klimakrise auch noch etwas dazu lesen. Während andere das Thema meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Apropos Wasser. Das wird in unseren Sommern knapp. Die Pegel der Flüsse sinken oder sie trocknen gleich ganz aus. Mancherorts sind fröhliches Rasensprengen schon verboten und Pools dürfen nicht mehr nachgefüllt werden. Immerhin ums Trinkwasser müssen wir uns noch keine Sorgen machen. Anders als in meinem ersten Buchtipp.

1. Der Kampf ums Wasser

Der Umwelt-Thriller «Das blaue Gold» ist 2024 erschienen. Die Handlung: Eine Firma namens Sharpwater, geführt von Milliardär Ethan Holloway, hat vor der deutschen Ostseeküste eine gigantische Förderplattform errichtet. Sie soll ein Süßwasservorkommen erschliessen, das unter dem Meeresboden entdeckt wurde. Nötig – und lukrativ – ist das, weil die Klimaerwärmung für globale Wasserknappheit sorgt.

Allzu weit in die Zukunft hat Uwe Laub für die Handlung nicht geschaut: Die Handlung spielt grösstenteils im Sommer 2026, in dem Deutschland unter extremer, seit Jahren anhaltender Dürre leidet. In der Hauptstadt Berlin und in weiten Teilen Ostdeutschlands fliesst kein Leitungswasser mehr.

Zum Thriller wird die Story, weil die Plattform bei der feierlichen Eröffnung von einer Söldnertruppe gekapert wird. Milliardär Holloway und die anderen Gäste, darunter die Hauptfigur Leonie Vargas, eine Forscherin, werden zu Geiseln. Ein mysteriöser Unbekannter stellt ein Ultimatum und fordert, dass das Trinkwasser der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Ansonsten werde die Plattform gesprengt.

Die Story ist gut recherchiert, trotz 480 Seiten Umfang, temporeich und spannend erzählt, inklusive Showdown am Ende. Der akute und gravierende Wassermangel ist natürlich (noch) Fiktion. Aber die Schilderung der Folgen, wenn es so weit käme, hat mich beeindruckt und zum Nachdenken gebracht.

2. Politik für die Rettung der Welt

«Das Ministerium für die Zukunft» habe ich gelesen, weil es so viele Prominente empfohlen haben, darunter Ex-US-Präsident Barack Obama. Science-Fiction-Autor Kim Stanley Robinson hat es bereits 2020 veröffentlicht.

Der Roman beginnt mit der drastischen Schilderung einer Hitzewelle in Indien, bei der innerhalb weniger Tage Millionen Menschen sterben. Das Ereignis führt dazu, dass sich auf der ganzen Welt das Bewusstsein für die Klimakrise verändert. Die Vereinten Nationen gründen eine neue Behörde mit Sitz in Zürich. Dieses «Ministerium für die Zukunft» soll die Interessen künftiger Generationen sowie von Natur, Tieren und Ökosystemen vertreten, die selbst keine Stimme haben. Mary Murphy, eine Diplomatin aus Irland, leitet die Behörde. Sie ist auch die Hauptfigur des Romans.

Der Roman liest sich etwas sperrig, vor allem weil er kein klassischer Roman ist. Immer wieder wird die eigentliche Handlung von kurzen Kapiteln unterbrochen. Aus wechselnden Perspektiven schildern darin Wissenschaftler, Ökonomen, Flüchtlinge, sogar ein Kohlenstoffatom ihre Sicht auf die Entwicklung.

In den 30 Jahren Handlung, die das Buch umfasst, hat Autor Robinson verschiedene Lösungsansätze eingebaut, wie die Welt noch zu retten sein könnte – zum Beispiel den «Carbon Coin», eine Kryptowährung, deren Wert an die Vermeidung von CO2 gebunden ist. Ausserdem werden Gletscher angebohrt, CEOs von Fossil-Konzernen ermordet oder ganze Landwirtschaftssysteme umgestellt.

Der Roman vermischt Fiktion mit Ideen aus der Wissenschaft und mit politischen Visionen. Das ist ein spannender Ansatz, der das Lesen manchmal etwas anstrengend macht, aber immer spannend bleibt. Das rund 600 Seiten dicke Buch ist lesenswert, weil es eine Idee liefert, wie die Welt die Klimakrise durchstehen und eine bessere Zukunft gestalten könnte. Es sollte Pflichtstoff für alle Politikerinnen und Politiker sein.

Das Ministerium für die Zukunft (Deutsch, Kim Stanley Robinson, 2023)
Belletristik
EUR13,–

Das Ministerium für die Zukunft

Deutsch, Kim Stanley Robinson, 2023

3. Öko-Aktivist scheitert, folgt der Weltuntergang?

Der Roman «Ein Freund der Erde» von TC Boyle ist 2000 erschienen. Den Blick richtete der US-amerikanische Erfolgsautor damals weit voraus – ins Jahr 2025. In der Zukunft hat der Treibhauseffekt das Klima dramatisch verändert: Biodiversität war einmal, viele Tierarten sind ausgestorben, viele Lebensmittel wie Rindfleisch, Eier oder Bier gibt es nicht mehr. Reis ist das Grundnahrungsmittel, Sake das einzige verbliebene alkoholische Getränk.

Hauptfigur des Romans ist Tyrone O'Shaughnessy Tierwater, kurz «Ty», ein 1950 geborener US-Amerikaner. Im Jahr 2025 ist er ein rüstiger, leicht frustrierter 75-Jähriger, der im Auftrag eines schwerreichen, etwas verrückten Popstars eine Handvoll der letzten Exemplare aussterbender Tierarten hütet. Eines Tages taucht seine Ex-Frau Andrea wieder in seinem Leben auf und hat ein besonderes Anliegen. In Rückblenden zeigt TC Boyle den jungen Ty als militanten Ökoaktivisten der 80er-Jahre.

«Ein Freund der Erde» ist ein bitterböses, satirisches Zukunftsmärchen. Die Klimakatastrophe der Erde trifft auf das persönliche Scheitern der Figuren. Ja, das Buch wird von apokalyptischen Gedanken getragen, trotzdem hat TC Boyle den Sinn fürs Groteske behalten, was die 350 Seiten für mich sehr gut lesbar macht.

Ein Freund der Erde (Deutsch, T. C. Boyle, 2003)
Belletristik
EUR13,–

Ein Freund der Erde

Deutsch, T. C. Boyle, 2003

Zum Schluss ein Buch für Optimisten

Zum Glück kommt ja die Zukunft nicht immer so schlimm, wie es sich Autorinnen oder Autoren ausdenken, siehe «1984» von George Orwell … okay, du hast das gelesen und kennst die Handlung. Ja, ist vielleicht doch kein so gutes Beispiel.

Besser liest du da das Buch «Hoffnungslos optimistisch», wenn dir die aktuellen Krisen zu viel sind und aufs Gemüt schlagen. Der Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens widmet sich in seinem Sachbuch der Frage, warum eine zuversichtliche Haltung in Krisenzeiten nicht naiv ist, sondern die notwendige Basis bildet, um reale Probleme aktiv anzugehen.

Hoffnungslos optimistisch (Deutsch, Dirk Steffens, 2025)
Sachbücher
EUR20,–

Hoffnungslos optimistisch

Deutsch, Dirk Steffens, 2025

Hast du weitere Lesetipps? Welches Buch hat dich zuletzt richtig wütend oder hoffnungsvoll gemacht? Schreib’s in die Kommentare.

2 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


Ratgeber

Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.

Alle anzeigen

2 Kommentare

Avatar
later