

Dieses Schmuckstück feiert gerade ein überraschendes Comeback

Zehen sind in der Modewelt aktuell sehr angesagt. Ja, das hast du richtig gelesen. Höchste Zeit also, sie mit Ringen zu dekorieren – mal wieder.
Zehenschuhe, Flip-Flops, Peeptoes – Schuhwerk, das die Zehen betont, ist gerade super angesagt. Oder um es in den Worten der New York Times zu sagen: «Es ist eine grossartige Zeit, ein Zeh zu sein.» Nun tapst die neu gefundene Liebe zum einst verschmähten Körperteil in die Schmuckwelt über und bringt ein längst vergessenes Accessoire zurück: den Zehenring.

Quelle: Instagram @livia
Bist du alt genug, magst du dich vielleicht noch an die Zeit erinnern, als das Schmuckstück zuletzt beliebt war – also um die Jahrtausendwende herum. Dass Zehenringe damals grundsätzlich so aussahen, als hätte man sie in der trashigen Strandbude neben der Eisdiele gekauft, entsprach dem Zeitgeist.
Doch wie so oft war der Trend der einen Dekade bald schon der Kitsch der nächsten. Und so verschwanden Zehenringe nach und nach aus dem kollektiven Gedächtnis. Zumindest im Westen. In manchen Kulturen haben Zehenringe eine symbolische Bedeutung und sind weit mehr als nur Schmuck. In der hinduistischen Tradition etwa tragen verheiratete Frauen sie als Zeichen ihres Ehestands.
Langsamer Aufstieg
Ein Comeback in der Mode bahnt sich seit einigen Jahren schleichend an. So setzte das Luxuslabel Chloé schon 2019 wieder auf geschmückte Zehen, Burberry und Rabanne folgten 2022 respektive 2024. Und Trendsetterin Rihanna dekorierte ihren Zeh vor zwei Jahren mit einem Diamantring im Wert von einer halben Million Dollar. Damit sagte sie eine neue Ära der Zehenringe voraus – weg vom Charme billiger Urlaubsmitbringsel hin zu wertigen Schmuckstücken.

Quelle: Launchmetrics/Spotlight

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Nun, da die Mode Zehen für sich entdeckt und zugleich eine regelrechte Obsession damit entwickelt hat, alles zu dekorieren und zu individualisieren, ist der Trend reif für den Mainstream. Influencerin und Modeautorin Leandra Medine Cohen schrieb Ende Juni auf Instagram zu einem Foto ihres Diamant-Zehenrings: «Es ist definitiv ein Sommer für Zehenringe.» Musiker Bad Bunny dürfte dem wohl zustimmen. Als Cover-Sujet für seine im Juli veröffentlichte Single «Alambre Púa» wählte er einen mit Glitzerringen dekorierten Fuss – vermutlich sein eigener.

Quelle: Instagram @palomameehan
Schicker denn je
Auch bei den kleineren Schmucklabels tut sich etwas. Simuero brachte diesen Sommer eine Kollektion für die Füsse heraus – organisch geformte Silberringe, besetzt mit bunten Zirkonen. Chan Luu veranstaltete als Promo für einen neuen Kristall-Zehenring eine Pediküre-Party. Charlotte Chesnais improvisierte derweil und inszenierte ihre kunstvoll geschwungenen Fingerringe an Zehen. Falls du dich jetzt fragst, was einen Fingerring von einem Zehenring unterscheidet: Letzterer hat meistens ein offenes, verstellbares Band, das speziell auf die Form von Zehen abgestimmt ist.

Quelle: Instagram @chanluu

Quelle: Instagram @chesnaischarlotte

Quelle: Instagram @simuero_
Fest steht: Zehenringe zeigen sich von einer neuen Seite. Sie sind teils mit Edelsteinen, Kristallen und Perlen besetzt. Mal klobig, mal filigran, gerne auch üppig gestapelt. Sie wirken wertig und clever designt, nicht nur wie ein Nebengedanke. Der nostalgische Charme unbeschwerter Sommerurlaube schwingt dabei immer noch mit – er ist bloss erwachsen geworden und hat jetzt Stil.


Hat grenzenlose Begeisterung für Schulterpolster, Stratocasters und Sashimi, aber nur begrenzt Nerven für schlechte Impressionen ihres Ostschweizer Dialekts.