Dinge, die niemand braucht – wir haben sie (fast) alle!
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Dinge, die niemand braucht – wir haben sie (fast) alle!

Raphael Knecht
Raphael Knecht
Zürich, am 02.05.2016
Da stöbert man gedankenverloren in den unendlichen Weiten zwielichtiger Online-Shops und entdeckt auf einem verstaubten, virtuellen Regal ein Produkt, dessen Funktion, Verwendungszweck und Existenzberechtigung sofort angezweifelt werden muss. Was kann dieses Teil? Wozu soll es dienen? Weshalb werden solche Dinge hergestellt? Eine Analyse.

Älter, als die Polizei erlaubt

Ein Relikt aus längst vergangener Zeit: Sogar T-Rex und seine Brontosaurus-Gang hätten für dieses Produkt nur ein müdes Lächeln übrig gehabt. VHS-Kassetten sind Kult, indiskutabel, aber hey, ein VHS-Reinigungsband? Diejenige Person, welche solch ein Artefakt bei sich zuhause herumliegen hat und auch tatsächlich noch nutzt, soll sich bitte umgehend beim archäologischen Institut der Universität Zürich – Abteilung «Extraterrestrisches» – melden, um diesen Fund mit der ganzen Welt teilen zu können. Übrigens einer der ganz wenigen Artikel in unserem Shop, welcher ein Ablaufdatum aufgedruckt hat: 149 n. Chr.

Feucht-fröhliches Büromaterial

Hier musste ich die komplette Palette meiner Google-Such-Skills bemühen, um überhaupt erst herausfinden zu können, wozu dieses Teil gut sein soll. Als Mann musste ich dann natürlich bereits beim Produktnamen schmunzeln: «Fingeranfeuchter». Und gleich ein zweites Mal bei den Produktinformationen: «Fingeranfeuchter Grip [...] Dose». Sorry, Ladies, das ist klassischer Männer-Humor aus der untersten Schublade! Abgesehen von all dem Testosteron-Gelächter im Hintergrund und den bösen Blicken aus dem weiblichen Lager bin ich mir nicht wirklich sicher, ob solch ein Produkt heute noch fachmännisch bzw. dem Sinn und Zweck entsprechend angewandt wird.

Fingeranfeuchter Grip D70mm (1x)
Gummiband
–54%
2,71statt 5,93
Läufer Fingeranfeuchter Grip D70mm (1x)

Translationen und andere Fremdworte

Ein Übersetzungs-Programm? Bei all der Freeware, den Smartphones und den besserwisserischen dreiwöchigen Sprachaufenthaltern aus Cambridge ist diese Software total overrated und völlig useless. Da müssen firmenintern wohl doch einige ernste Worte gewechselt werden, um herauszufinden, aus welchen Gründen derartige Artikel heute tatsächlich noch hergestellt und verkauft werden. Damit ist bestimmt auch die unbekannte Verfügbarkeit bei uns im Shop zu erklären.

Rich Kids on the Block

Ich erinnerte mich beim Texten spontan an ein äusserst unterhaltsames Gespräch mit Sandro, einem unserer Junior Marketing Manager aus dem Digital Marketing Team. Okay, es war eigentlich eher ein Monolog seinerseits. Enerviert sprach mich der sonst so sympathische Berner auf die Kategorie «Kindermultimedia» an und meinte: "Warum zum Teufel soll ein daumenlutschender Sprössling mit 3 Jahren eine Smartwatch am Handgelenk tragen, wenn nicht einmal seine Teenager-Eltern wissen, wofür sie ihre superintelligenten Handgelenk-Gadgets wirklich brauchen? Vor allem, da die Uhren oft um einiges smarter sind als deren Träger!" Bitte nicht weitersagen, aber: Sandro hatte es als Kind sehr, sehr schwer.

Die Verkörperung des Sinnlosen

Der Klassiker schlechthin - no more words needed (leider noch nicht bei uns im Sortiment):

Download-Debakel

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es tatsächlich noch Speichermedien gibt, die eine ultramickrige Kapazität von sage und schreibe 2, in Worten «zwei», Gigabyte anbieten. Das reicht nicht einmal für die Hälfte der ersten Staffel von "Hier könnte deine Lieblingsserie stehen". Jeder Digital Native weiss, dass damit so rein gar nichts anzufangen ist und die Produktionskosten dieses Undings wohl besser in einen tollen Firmenausflug der Belegschaft investiert worden wären. An alle, die sich angegriffen fühlen: Sorry, für 2GB erhebt sich heutzutage nun einfach mal keine Menschenseele mehr aus ihrem Schlafgemach.

Shitstorm im Online-Shop

Last, but not least – ein kleines Addendum zur Überschrift dieses Artikels und mein absoluter Favorit: Niemand braucht diesen Schwachsinn (zu lesen). Wie ich aus diversen Kommentaren und von einigen Kollegen schmerzlichst erfahren musste, wollt ihr einzig und allein eure Kohle bei uns im Shop verpulvern und euch keine ellenlangen und journalistisch fragwürdigen Lyrik-Ergüsse zu Gemüte führen. Nehme ich mit gesenktem Haupt und voller Unmut zur Kenntnis. Wow, was für ein dramatisches Ende! #likeforlikes

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Raphael Knecht
Raphael Knecht
Teamleader Editorial digitec, Zürich
Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne bergige Rennrad-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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